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Donnerstag, 1. Januar 2009

Nachtrag: Feuerwerk

Gestern hatte ich von meinem erhöhten Einzelhof einen richtigen Logenplatz, vom dem aus ich die Minifeuerwerke im tiefer gelegenen Dorf gut beobachten konnte.

Von den Chinesen kannte ich ja schon die roten Mini-Fessel-Ballons aus Papier, die nach unten offen sind. Da wird ein brennendes Licht reingestellt und sobald die Luft genug erwärmt ist, können diese Ballons losgelassen werden, sie steigen ziemlich hoch. Es muss nur darauf geachtet werden, dass die Ballons genau waagrecht gehalten werden.

Das hatten offenbar einige im Dorf nicht gewusst. Denn plötzlich gab es ein Riesengeschrei, das bis zu mir zu hören war. Ein Ballon hatte Schieflage bekommen und fing zu brennen an. Die brennenden Fetzen sanken mitten im Dorf auf die Dächer. Zudem war auch leichter Ostwind. Jedenfalls wurden dann von der Dorfmitte aus keine solchen Ballons mehr gestartet, sondern nur noch vom Rand des Dorfes. Für Chinesen galt dies stets als ein sehr schlechtes Omen.

Mein Bär und ich sahen beim Betrachten der bunten Figuren und des Qualmes, in das fast das gesamte Dorf eingehüllt war, wie jedes Jahr "Bilder". Die meisten stimmten uns traurig: Sie kündigen schwere Krankheiten an und auch sonst wenig glückliche Zeichen für manche Menschen im Dorf. So etwas macht mich stets traurig. Ich wünsche den Betroffenen, dass sie sich noch bessern und einen anderen Pfad einschlagen, auf dass der Kelch an ihnen vorübergehe. Aber das liegt nicht in meinem Ermessen ...


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Mittwoch, 31. Dezember 2008

Feuerwerk

Wieder geht ein Jahr zu Ende. Ich habe mich heute zurückgezogen und dieses Jahr vor meinem geistigen Auge Revue passieren lassen. Um davon Abstand zu gewinnen, mache ich das in der umgekehrten Reihenfolge. Das mag für einige seltsam klingen, aber es macht schon seinen Sinn:

Zuerst denke ich an die jüngsten Ereignisse, die noch frisch in meinem Gedächtnis haften, dann immer weiter zurück, bis zu den Geschehnissen zu Beginn des Jahres 2008.

Wenn ich bei bestimmten Ereignissen besondere Gefühle bemerke, dann schreibe ich stichwortartig das auf. Ich habe da zwei Arten von Blättern: eines für die schönen Ereignisse und ein anderes für die weniger schönen.

Bei den weniger schönen Ereignissen überlege ich mir, ob ich Menschen verzeihen kann. Wenn ich dazu die Kraft habe, dann freue ich mich darüber. Und über die schönen Dinge freue ich mich auch und bedanke mich dafür beim Ewig Blauen Himmel und beim Blauen Wolf, dem Stammvater aller mongolischen Reitervölker und aller Wölfe.

Diese Blätter werde ich heute nacht auf meinem Kraftplatz verbrennen. Dann werden mein Bär und ich gemeinsam visualisieren, was das Neue Jahr uns bringen wird. Wir werden dabei in die farbigen Feuerwerke schauen, wie in den vergangenen Jahren sagen uns die Farbenbündel etwas, wir erkennen darin Botschaften für das kommende Jahr.

Bei den asiatischen Völkern hatten und haben Feuerwerke oft einen rituellen Charakter und wurden oft auch für Orakel verwendet. Ich bedauere die Langnasen hier, die oft zu betrunken sind, um auf diese versteckten Botschaften zu achten.

Ich wünsche uns allen ein friedliches, glückliches Neues Jahr mit viel Gesundheit und dass unsere Wünsche sich erfüllen!


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