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Dienstag, 2. Oktober 2012

Gregor Gysi und das UmFAIRteilen - Blog von Kiat Gorina


Da hielt Gregor Gysi, DIE LINKE, eine mächtige Rede. Unter anderem wirft er der Regierung vor: "Sie haben die Finanzmärkte völlig dereguliert. Und es ist eine gigantische Umverteilung von unten nach oben organisiert worden. Und das ist die Hauptursache für die Banken- und Finanzkrise und damit auch für die hohen Staatsschulden. Sie retten keine Arbeitnehmerin und keinen Arbeitnehmer, aber jede Bank und jeden Hedgefonds retten Sie!"  

Besonders gefällt mir, dass Gysi speziell für die Vertreter der christlichen Unionsparteien aus dem Neuen Testament zitiert. Ja, er untermauert die Forderung der LINKE mit biblischen Zitaten! 

Wann hat es das schon gegeben? Ein linker Politiker wie Gysi argumentiert mit biblischen Zitaten! Was können die Abgeordneten der christlichen Unionsparteien erwidern? Nichts! Sie können nur betreten schweigen: 



Veröffentlicht am 27.09.2012 von linksfraktion

Na, habe ich zuviel versprochen? Die Schlusspointe Gysis ist einfach Spitze! 

Notabene: Den Link zu diesem Video schickte mir Juliane!

besucherzhler

Freitag, 14. Mai 2010

Kirchentag und Übersetzungsfehler - Blog von Kiat Gorina

Vor Beginn des Kirchentages in München traf ich eine Bekannte, sie ist sehr kirchlich engagiert und hat mir ganz freudig erzählt, dass sie an der grafischen Gestaltung des Gleichnisses vom "Kamel und dem Nadelöhr" beratend beteiligt war.

"Na, dann hast du hoffentlich gesagt, dass die Textstelle Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel auf einem Übersetzungsfehler beruht."

"Nein, natürlich nicht. Und außerdem glaube ich das nicht. Das hat ja auch Luther so übersetzt."

"Das ist trotzdem falsch übersetzt! Kamel - hebräisch gamal - wurde falsch übersetzt. Im Hebräischen steht gamta, und das heißt Schiffstau. Und das macht Sinn. Was hat ein Kamel mit einem Nadelöhr zu tun? Aber ein Schiffstau passt eher zu einem Nadelöhr, nur dass es halt zu dick ist."

"Ach du mit deinen Spitzfindigkeiten! Der Dekan hat schon recht, wenn er uns vor dir warnt. Du zerstörst unseren Glauben!"

"Also, wenn durch eine solche Richtigstellung euer Glaube zerstört wird, dann kann er nicht sehr stark sein!"

"Außerdem, soll ich auf dem Kirchentag sagen, ich kenne eine Schamanin, die behauptet, dass diese Stelle falsch übersetzt wird?!"

"Ich zitiere ja mehrere Rabbinen. Und die sind wohl wirklich kompetent für das Aramäische."

"Stimmt nicht! Die Urtexte der Evangelien sind in griechisch geschrieben!"
"Aber zu einer Zeit, als Jesus bereits gestorben war. Jesus selbst hat aramäisch gesprochen."

"Also, der Dekan hat doch recht, du zweifelst die Evangelien an! Ich denke, mit dir spreche ich nicht mehr. Aus dir spricht der Teufel! Du und dein Buch sollten wirklich verboten werden!"

Soviel zur Diskussionsfähigkeit fundamentalistischer Christen ...


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Dienstag, 6. April 2010

Kamel und Nadelöhr - Blog von Kiat Gorina

Als ich vor zwei Wochen bei einer Kundin war und nach ihrem Pferd schaute, da kam gerade die Tochter von der Schule heim. Sie war sichtlich wütend und stellte die Schultasche in die Ecke.

"Was war denn los?" fragte ihre Mutter.

"Der Pfarrer hat in Reli mir mit einem Verweis gedroht!"

"Was hast du denn angestellt?"

"Nichts Schlimmes. Er hat vom Gleichnis mit dem Kamel und dem Nadelöhr geredet. Da habe ich gefragt, was ein Kamel mit einem Nadelöhr zu tun hat?"

"Das hat ja auch nichts miteinander zu tun", mischte mein Bär sich ein.

"Aber der Pfarrer hat sich fürchterlich aufgeregt, das sei Gottes Wort und das stimme immer. Wer es anzweifelt, ist eine Ketzerin und Gotteslästerin!"

"Das ist kolossaler Quatsch! Das mit dem Kamel geht auf einen Übersetzungsfehler zurück. Im aramäischen Originaltext steht nämlich das Wort gamta, das bedeutet Schiffstau, aber die haben gamal gelesen und das bedeutet Kamel."

Die Tochter meinte: "Schiffstau leuchtet ein: Eher geht ein Schiffstau durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel. Wieso korrigieren die das einfach nicht?"

"Da haben viele Theologen Schwierigkeiten, jahrhundertelang haben sie das falsch übersetzt. Das können sie halt nicht zugeben. Manche versuchen das krampfhaft zu erklären: Da gebe es eine sehr schmale Gasse in Jerusalem, die heiße Nadelöhr und da bliebe ein Kamel stecken."

"Das hört sich ganz gekünstelt an. Aber woher weißt du das?"

"Ich war früher mehrmals in Israel, da habe ich mich öfters mit Rabbinen unterhalten. Die sind anders als christliche Theologen und diskutieren sehr gern über solche Themen."

Die Tochter kramte in ihrer Schultasche und zog einen Blog heraus: "So das muss ich mir aufschreiben! Und dann sage ich das dem Pfarrer."

Mein Bär grinste: "Und wenn du dann wirklich einen Verweis bekommst, dann begleite ich deine Mutter zur Elternsprechstunde!"

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