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Freitag, 1. Februar 2013

Zum Kopfschütteln - Köln Erzbischof Meisner - Blog von Kiat Gorina


Erinnern wir uns, an die Vergewaltigung einer jungen Frau, die von der Notärztin in zwei katholische Krankenhäuser geschickt wurde. Die Ärzte jedoch weigerten sich, das  Opfer einer Vergewaltigung zu untersuchen - mit der Begründung, dass sie sonst das Opfer über die Pille danach informieren müssten.

Quellen

  1. Was ist wichtiger? - Christliche Nächstenliebe oder christliches Dogma?
  2. Köln: Justiz knickt vor katholischer Kirche ein!

Jetzt endlich hat die Kirche auf das Kopfschütteln vieler Bürgerinnen reagiert: es erschien eine Erklärung des Erzbischofes Joachim Meisner. Und in der Presse erschienen Artikel mit den Titelzeilen "Kardinal Meisner : Kein Totalverbot für „Pille danach“ bei Vergewaltigung" (Tagesspiegel) et al.

In der Erklärung Meisners steht unter anderem: Wenn nach einer Vergewaltigung ein Präparat, dessen Wirkprinzip die Verhinderung einer Zeugung ist, mit der Absicht eingesetzt wird, die Befruchtung zu verhindern, dann ist dies aus meiner Sicht vertretbar.

Quelle: Erzbistum Köln Erklärung des Erzbischofs von Köln zur "Pille danach"

Aber gleich folgt: Wenn ein Präparat, dessen Wirkprinzip die Nidationshemmung ist, mit der Absicht eingesetzt wird, die Einnistung der bereits befruchteten Eizelle zu verhindern, ist das nach wie vor nicht vertretbar, weil damit der befruchteten Eizelle, der der Schutz der Menschenwürde zukommt, die Lebensgrundlage aktiv entzogen wird. Dass das Abgehen befruchteter Eizellen auch ganz natürlicherweise ohne menschliches Zutun geschieht, berechtigt einen Menschen nicht dazu, diesen natürlichen Vorgang aktiv zu imitieren. Denn die Beendigung eines Menschenlebens durch die Natur nennt man ein Naturereignis. Dessen absichtliche Imitation nennt man Tötung.

Und da fällt mir der Vergleich mit den Jobcentern ein, die 2012 über eine Million Bezieher von Arbeitslosengeld II sanktioniert haben. Meisner sagt doch, der befruchteten Eizelle kommt der Schutz der Menschenwürde zu und dieser Eizelle darf die Lebensgrundlage nicht entzogen werden.

Ja, Herr Erzbischof Meisner, haben demzufolge in den Augen der katholischen Kirche die Opfer von Sanktionen durch Jobcenter keine Menschenwürde? Darf diesen Opfern die Lebensgrundlage entzogen werden?

Und um die Worte des Erzbischofs noch zu erläutern, erschien noch eine Meldung:

Quelle: Erzbistum Köln Arzt muss zu verantwortungsvoller eigener Entscheidung kommen

Diese Erklärung schließt mit einem für mich hochinteressanten Satz:

Entsprechend hatte auch schon die Glaubenskongregation die Einnahme von Antikonzeptiva durch Ordensschwestern in einer Weltgegend, in der sie Vergewaltigungen fürchten mussten, erlaubt. Es geht beim Thema Vergewaltigung nicht um die Ganzheitlichkeit eines liebenden Aktes, sondern um die Verhinderung einer verbrecherischen Befruchtung.

Jetzt kann ich wirklich nur meinen Kopf schütteln - einem Opfer einer brutalen Vergewaltigung wurde die Beweisaufnahme von Spuren verweigert! Wie wären die Ärztinnen gesprungen, wenn das Opfer eine Ordensschwester gewesen wäre?! Und da sich - nachgewiesenermaßen - Frauen auch in Deutschland vor Vergewaltigungen fürchten müssen, dürfen demnach auch Ordensschwestern in Deutschland die Pille nehmen ...


Veröffentlicht am 19.01.2013 von Gerd Schinkel

Gerd Schinkel schreibt zu seinem Video: Um einer drohenden Maßregelung zu entgehen, die auch in einer fristlosen Kündigung bestehen konnte, schickte man das Vergewaltigungsopfer lieber ohne zu helfen wieder weg. Vorausgegangen sind offenbar Anschwärzungen von hilfsbereiten Ärzten durch fanatische Abtreibungsgegner, die sich vorher in der Notfallaufnahme gemeldet hatten, um angeblich nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nun in Notlage die "Pille danach" verschrieben zu bekommen - und dann nach erfolgter Hilfe die Ärzte beim Bistum denunziert haben. - Ein solches "Klima" der Angst und Denunziation, in dem selbst an einer Krankenhaustür verweigerte Hilfeleistung möglich wird, entsteht nicht von allein, sondern entwickelt sich in bestimmten Rahmenbedingungen, die "ganz oben" gesetzt werden.

Donnerstag, 17. Januar 2013

Was ist wichtiger? - Christliche Nächstenliebe oder christliches Dogma? - Blog von Kiat Gorina


Stellen wir uns einmal vor: Da wird eine junge Frau mit K.O.-Tropfen betäubt, entführt, und mehrmals vergewaltigt. Am anderen Tag wacht sie auf - auf einer Bank. Sie wankt zu einem Kiosk und ruft ihre Mutter an, die sie abholt. Die Mutter bringt ihre Tochter zu einer Notärztin.

Die Untersuchung ergibt: Die junge Frau wurde vergewaltigt, die Notärztin schreibt ein Rezept aus für die Pille danach und überweist das Opfer zur gynäkologischen Untersuchung in ein Krankenhaus.

Aber: die junge Frau wird von zwei Krankenhäusern abgewiesen - katholischen Krankenhäusern!

Wer das unbefangen liest, dem kommt doch gleich der Gedanke: Das kann doch nur in Irland passieren, da war doch mal was. Stimmt, da war mal was:

Quelle: Irland: Menschenverachtende Religion

Aber zurück zur jungen Frau, sie wurde wirklich vergewaltigt, und gleich zwei Krankenhäuser weigerten sich, das Opfer zu untersuchen: Spermaspuren sicherstellen, Hautreste sicherstellen etc. um die Täter dingfest zu machen. Und diese Krankenhäuser sind in Köln! Sie heißen St.-Vinzenz-Hospital und Heilig-Geist-Krankenhaus. Beide Häuser gehören zur Stiftung der Cellitinnen zur heiligen Maria - also etwas ganz Katholisches. Mit dem Motto: "Cellitinnen - Der Mensch in guten Händen"

Quelle: WDR Katholische Krankenhäuser verweigern Untersuchung

Als ich diese Meldung hörte, konnte ich es nicht fassen! 

Da wird das Gebot der Nächstenliebe gepredigt, aber einem Vergewaltigungsopfer wird Hilfe versagt! Dabei ist ein Kankenhaus verpflichtet, einem Opfer einer schweren Straftat zu helfen.  Und wer kann von einem solchen Opfer verlangen, dass sie das so gezeugte Kind zur Welt bringt?

Was sind Frauen in den Augen der katholischen Kirche? Offensichtlich nur Gebärmaschinen! Und immer noch geistert die Vorstellung durch christliche Gehirne, eine Frau ist weniger wert als ein Mann, weil sie nach der Bibel aus der Rippe des Mannes entstanden ist.

Viele, die so etwas nachplappern, sollten den hebräischen Urtext lesen oder sich - korrekt - übersetzen lassen: Da steht ein Wort, das zwei Bedeutungen hat, Rippe und Seite. Ist Eva aus der Seite des Mannes entstanden, dann sieht es doch ganz anders aus. Die Frau ist zum Mann gleichwertig. Die Frau ist die konstruktive Opposition des Mannes. Wie auch in einer funktionierenden Demokratie!

Aber nein! Die übersetzenden Mönche nahmen die andere Bedeutung - die Rippe. Konnten sie doch damit begründen, dass sich Frauen ihren Männern unterordnen müssen.

Übrigens, dieses hebräische Wort wird auch im Leviticus verwendet, bei der Beschreibung der Bundeslade. Da steht dann Seite und nicht Rippe. Die Mönche können sich also nicht damit entschuldigen, sie wüssten die beide Bedeutungen nicht ...

Ach ja, Entschuldigung: Der Träger der beiden Krankenhäuser gab eine Presseerklärung heraus. Wer nun meint, diese Stiftung entschuldige sich für das Verhalten der Ärzte, irrt sich. Einzig ein "vermutliches Missverständnis" ringt sich der Pressprecher ab! Für mich steht fest: Eine Kirche, der die Einhaltung von Dogmen wichtiger ist als die sofortige Hilfe von Opfern, ist selbst ein ganz großes Missverständnis!

Quelle: Cellitinnen Der Mensch in guten Händen

Quelle: WDR5 Krankenhäuser weisen Vergewaltigungsopfer ab

WDR Mediathek Kritik an Katholischen Kliniken


Veröffentlicht am 17.01.2013 von hoTodi


Veröffentlicht am 17.01.2013 von gbsKoblenz

Das liebe ich! Sowohl das Bistum als auch die Stiftung weigern sich, vor der Kamera eine Stellungnahme abzugeben! Ja, sie haben wirklich gekniffen!
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