Vater ein deutscher Ingenieur, der im II. Weltkrieg in Peenemünde an der Entwicklung der V2 mitwirkte, Mutter Mongolin, die in die Rote Armee eintrat und für die Industriespionage in die DDR abkommandiert wurde.
Aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden. Als ich noch ein Kind war, hat der Schamane in mir eine Schamanin erkannt. Das wollte ich aber nicht sein und auch nicht werden. Aber ich konnte vor meiner Bestimmung nicht davon laufen.
Bald ist ja Weihnachten. Das merkte ich heute auch in der Post. Da steckte ein dicker Katalog im Briefkasten. Er nannte sich "Designkatalog für Bürointerieur" - welch ein hochtrabendes Wort! Neugierig wie ich bin, blätterte ich. Und was sah ich? Eine angeblich mundgeblasene Buddhafigur, siebzehn Zentimeter hoch, aus Glas. Sozusagen ein Buddha als Weihnachtskugel. Wirklich, das sollte ein Anhänger für den Weihnachtsbaum sein.
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Da frage ich mich wirklich - muss das sein? Für Buddhisten ist eine Buddhafigur ein religiöser Gegenstand - aber kein Firlefanz, um einen Weihnachtsbaum zu verzieren! Ich frage mich auch: Wie reagieren Christen, wenn ein Buddhist zu einem buddhistischen Fest ein Kruzifix aufhängt. Zum Beispiel beim Wasserfest und den gekreuzigten Christus mit Wasser bespritzt und alle klatschen dazu?! Ich bin für Religionsfreiheit. Dazu gehört meiner bescheidenen Meinung nach auch, dass die religiösen Gefühle anderer nicht verletzt werden. Und wäre ich Buddhistin, dann wäre ich beim Anblick eines Buddha als Weihnachtskugel an einem "christlichen" Baum zumindest peinlich berührt. Und ich frage mich, welcher Produktdesigner kam auf diese hirnrissige Idee? Und ich frage mich auch: Wer kauft solche Figuren? Oder gibt es wirklich unter den Menschen solch schräge Figuren, die auf solche Figuren stehen? Wahrscheinlich.
Heute musste ich in einen Baumarkt. Ich reihte mich in eine Schlange vor der Kasse ein, vor mir eine sichtlich gestresste Mutter mit ihrem Sohn. Im Einkaufswagen hatten sie eine Buddhastatue stehen - bereits ausgepackt. Ziemlich hoch.
Dann fummelte der Sohnemann an der Statue herum und die Schale in den Händen des Buddhas fing zu leuchten an - wie in einer Disko. Kommentar des Jungen: "Echt geil!"
Ich finde so etwas geschmacklos! Schließlich gibt es Buddhisten - denen eine Buddhastatue viel bedeutet. Ich konnte nicht anders und sprach die Frau an: "Wissen Sie, was diese Buddha-Statue bedeutet?"
Sie zuckte nur mit den Schultern, dann kam ein: "Schaut doch toll aus, ist mir doch egal, ob das was bedeutet!" Ich hielt meinen Mund.
Am Parkplatz traf ich sie wieder: Sie fuhr ein flaches Mini-Cabrio - immerhin einen Viersitzer. Verdeck natürlich offen. In den Kofferraum passte der Buddo beim besten Willen nicht. Allenfalls ein Schminkköfferchen. Ratlos stand sie vor dem geöffneten Kofferraum.
Da hatte ich Mitleid mit ihr und sprach sie an: "Da hilft nur eins, auf den Rücksitz mit der Figur und anschnallen. Und dann langsam fahren und vor allem nicht abrupt bremsen!" Ich half ihr, die Figur auf die Rückbank zu hieven. Dann war sie etwas verlegen, sie fragte mich: "Was hat es mit dieser Figur auf sich?" - "Für Buddhisten stellt sie den Budda dar, den die Buddhisten sehr verehren. Und die Diskobeleuchtung wäre genauso, wenn jemand ein Kreuz der Christen mit LED-Lampen bestückt und flimmern lässt."
"Aber das ist etwas anderes!" "Nein, das ist es nicht! Das Kreuz ist eine heilige Figur für gläubige Christen. Und genaus gibt es gläubige Buddhisten, die schockiert sind, wenn ihr Buddha so verschandelt wird!"
Beleidigt wackelte sie mit ihrem Hintern und stieg in in Auto - samt Sohnemann. Da frage ich mich: Was ist aus dieser Menschheit geworden? Nicht einen Funken Respekt vor dem Glauben der Mitmenschen!
Und wenn es Kunden gibt, die einen Artikel immer öfter kaufen - beispielsweise eine Buddhastatue, dann wird versucht, mit irgendwelchen Gimmicks noch mehr Statuen zu verkaufen. Muss das wirklich sein?