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Freitag, 15. März 2013

Neuer Papst und altes Wikipedia - Blog von Kiat Gorina


Bei dem ganzen Hype um den neuen Papst der katholischen Kirche gefiel mir ein Journalist. Er war ehrlich und sprach ins Mikrofon, dass er - wie wohl andere Kollegen auch - erst mal in Wikipedia nachschauen musste, was es mit dem Kardinal Jorge Mario Bergoglio auf sich hat. Eine solche Ehrlichkeit finde ich gut!

Andererseits zeigt eine solche Äußerung, wie groß der Einfluss von Wikipedia ist! Vor Wikipedia da gab es für Deutsche den allein seligmachenden Brockhaus. Und heute? Gleich Wikipedia aufgerufen! Und der Gedanke nach öffentlich frei zugänglichen Quellen hat sich auch bei den Wissenschaften durchgesetzt. Und das ist gut so!

Die Römer stellten einst fest: NOMEN EST OMEN! Der neue Papst nennt sich FRANZISKUS. Und immer wieder hörte ich: Dieser Name sei ein Programm. Sollte es so sein, dann freue ich mich. Grund: Franz von Assisi. Er gilt ja als einer der ersten Tierschützer. Wird auch der neue Papst sich für den Schutz der Tiere einsetzen?

Jüngst hatte ich einen Artikel  veröffentlicht - zu dem Problem der katholischen Kirche mit dem Tierschutz:

Quelle: Katholische Kirche: Kein Platz für Tiere

Da zitierte ich aus dem katholischen Katechismus zwei Stellen. Ob diese Aussagen dann überarbeitet werden?

Das hoffe ich doch! Es gibt auch unter den Katholiken Tierfreunde und Tierschützer!

Warten wir es ab! Hoffentlich wird es nicht dreihundert Jahre dauern wie bei Galileo Galilei?!


Hochgeladen am 17.04.2007 von Tierschutzbilder

Sehr viele Journalisten stürzten sich auf diesen neuen Papst. Vielleicht auch deshalb, weil das ein ungefährliches - da unpolitisches - Thema sei. Und dann stellt sich heraus, dass dieser Papst Franziskus doch hochpolitisch ist. Sogar der neoliberale SPIEGEL stöberte in den Archiven und fand heraus, dass dieser Papst nicht nur gegen die Armut kämpft, sondern immer wieder den Kapitalismus kritisiert!

Quelle: SPIEGEL ONLINE Papst und Kapitalismus: Anwalt der Armen

Ob das der Kanzlerin gefällt? Immerhin hat sie ihm gratuliert: “Von ganzem Herzen gratuliere ich Kardinal Bergoglio, dem neuen Papst Franziskus, zu seiner Wahl zum Oberhaupt der Katholischen Kirche. Millionen von Gläubigen in Deutschland und in der ganzen Welt haben auf diesen Augenblick gewartet. Ihre Hoffnungen richten sich jetzt auf den neuen Papst.

Weit über die katholische Christenheit hinaus erwarten viele von ihm Orientierung, nicht nur in Glaubensfragen, sondern auch wenn es um Frieden, Gerechtigkeit, die Bewahrung der Schöpfung geht. Ich freue mich insbesondere mit den Christen in Lateinamerika, dass nun zum ersten Mal einer der Ihren an die Spitze der Katholischen Kirche berufen worden ist.

Ich wünsche Papst Franziskus Gesundheit und Kraft für seinen Dienst am Glauben und zum Wohl der Menschen.”

Quelle: latina press Argentinien: Bundeskanzlerin Merkel gratuliert Papst Franziskus

Hat die Kanzlerin da nicht den Kampf gegen die Armut vergessen? Armut? Das ist doch ein Fremdwort für diese Kanzlerin! Was geht sie die Armut an? Was gehen sie die Armen an? Es gibt zwar einen neuen Armutsbericht aus dem Leyen-Ministerium, aber der wurde ja entschärft - das wollte der Vizekanzler Rösler. Und so geschah es. Zumindest wurde im Armutsbericht das Thema Armut "bekämpft"!

Quelle: GLOSSE: Armut ist keine Schande - aber für die Regierung

übernommen aus Over-Blog

Samstag, 29. September 2012

Was sagt Erich Kästner zum Armutsbericht? - Blog von Kiat Gorina


Da schrieb ich über den vierten Armutsbericht dieser Repubik - unter anderem: "Abgelenkt soll von der Tatsache, dass immer weniger Superreiche immer mehr Vermögen besitzen. In Zahlen: Zehn Prozent der reichsten deutschen Haushalte besitzen über die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland!" 

Und weiter: "Nehmen wir die Hälfte der unteren einkommensschwachen Haushalte - deren gesamtes "Vermögen" beläuft sich nur auf ein Prozent des gesamten bundesdeutschen Vermögens! Und die Kluft zwischen Superreich und Arm klafft immer weiter!" 

Da stellte ich mir die Frage: Was würde heutzutage der Schriftsteller und selbsternannte "Moralist" Erich Kästner dazu sagen? Ich habe seine Antwort gefunden. In seinem Gedicht "Ansprache an Millionäre" - angesichts der galoppierenden Inflation müsste es allerdings Milliardäre heißen. 

Das Problem mit diesen Millionären resp. Milliardären gab es wohl schon 1930, da erschien Kästners Gedichtesammlung "Ein Mann gibt Auskunft":

Ansprache an Millionäre

Warum wollt ihr solange warten,
bis sie euren geschminkten Frauen
und euch und den Marmorpuppen im Garten
eins über den Schädel hauen?

Warum wollt ihr euch denn nicht bessern?
Bald werden sie über die Freitreppen drängen
und euch erstechen mit Küchenmessern
und an die Fenster hängen.

Sie werden euch in die Flüsse jagen. 
Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein. 
Sie werden euch die Köpfe abschlagen. 
Dann wird es zu spät sein.

Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten.
Dann stellen sie euch an die Gartenmauern. 
Sie werden kommen und schweigen und töten.
Niemand wird über euch trauern.

Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern?
Wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren
Rollen und Bündel und Barren speichern?
Ihr werdet alles verlieren.

Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern.
Ihr habt das Geld und die Macht genommen.
Warum wollt ihr die Welt nicht ändern, 
bevor sie kommen?

Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
Ihr seid nicht gut. Auch sie sind's nicht.
Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
ist eure Pflicht!

Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.
Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
Wir sprechen von Geschäften.

Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen.
Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken.
Die Welt verbessern und dran verdienen - 
das lohnt drüber nachzudenken.

Macht Steppen fruchtbar. Befehlt. Legt Gleise. 
Organisiert den Umbau der Welt!
Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise
mit sehr viel Geld ...

Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten, 
Uns tut es leid. Ihr werdet's bereuen.
Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
Es wird uns freuen.

Und passend dazu von Erich Kästner der "Hymnus auf die Bankiers" - erschienen 1929:


Hochgeladen von wortlover am 10.01.2012

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Sonntag, 23. September 2012

Der Streit um den Armutsbericht - Blog von Kiat Gorina

Da gibt es den Spruch: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!" Das muss angesichts des vierten Armutsberichtes heißen; "Wenn zwei Reiche sich streiten, sind die Armen die Dummen!" 

Für mich ist der Streit zwischen der Arbeitsministerin von der Leyen und dem Wirtschaftsminister Rösler nur ein Ablenkungsmanöver! 

Ablenken soll von der Tatsache, dass immer weniger Superreiche immer mehr Vermögen besitzen. In Zahlen: Zehn Prozent der reichsten deutschen Haushalte besitzen über die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland! 

Und bleiben wir bei der "Hälfte": Nehmen wir die Hälfte der unteren einkommensschwachen Haushalte - deren gesamtes "Vermögen" beläuft sich nur auf ein Prozent des gesamten bundesdeutschen Vermögens! 

Und die Kluft zwischen Superreich und Arm klafft immer weiter! Aber darüber wird nicht gestritten, weil das Fakten sind! Die lassen sich nicht wegdiskutieren! Aber sie lassen sich ändern. 

Und es wird allerhöchste Zeit, diese Missstände zu ändern! Allerdings nicht mit der derzeitigen schwarz-gelben Regierung. 

Quelle: domradio.de Ungleiche Verteilung 

Dieses Problem mit den Superreichen ist ja nicht neu. Bereits 1950 veröffentlichte Erich Kästner in "Kurz und bündig" Epigramme - auch eines über Millionäre - das gilt erst recht für Milliardäre: 

Die Grenzen des Millionärs 
Aus den "Lehrsätzen des armen Mannes" 

Er könnt aus purer Lust am Prassen 
sich gold'ne Beefsteaks braten lassen! 
Jedoch er sollt 
eins nicht vergessen: 
Beefsteaks aus Gold 
kann man nicht essen.

Veröffentlicht am 11.05.2012 von UniversumFilmVOD 

Und eine aktualisierte Fassung:


Veröffentlicht am 22.03.2012 von sonstigerUser
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