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Freitag, 30. November 2012

GLOSSE: Armut ist keine Schande - aber für die Regierung - Blog von Kiat Gorina


Da schrieb die tageszeitung am 12.09.1992 auf der Seite 6: "Armut ist keine Schande . Das sagte sich auch Kevin Maxwell. Der 33jährige Sohn des verstorbenen Milliardenschwindlers und Zeitungsbarons Robert Maxwell beantragte am Donnerstag in seiner Heimatstadt Oxford Arbeitslosenhilfe."

Für die Kanzlerin der Deutschen und ihr schwarz-gelbes Kabinett scheint Armut doch eine Schande zu sein! Erinnern wir uns: Da hat Frau von der Leyen einen Armutsbericht verfassen lassen. Der gefiel dem FDP-Chef Rösler überhaupt nicht - es kam zum Streit:

Quelle:  Der Streit um den Armutsbericht

Und ich stellte mir vor, was der "Moralist" Erich Kästner dazu sagte:

Quelle: Was sagt Erich Kästner zum Armutsbericht?

Das war zu viel! Für diese Regierung! Also wurde gestrichen! Alle Passagen im Armutsbericht, die der schwarzgelben Regierung nicht ins Weltbild passen. Aber die Süddeutsche war wachsam und veröffenlichte diese Streichungen:

Quelle: süddeutsche.de Geschönter Armutsbericht - Opposition wirft Merkels Koalition Vertuschung vor

Da musste selbstverständlich die WELT auch darüber berichten:

Quelle: DIE WELT Regierung soll Armutsbericht geschönt haben

Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass es überwiegend weibliche Politiker sind, die die Schönfärberei der Regierung anprangern! Interessant finde ich, welches Foto die WELT ausgesucht hat: Rösler in belehrender Geste, von der Leyen - ja direkt beißend auf ihre Unterlippe. Oder imitiert sie aus Solidarität einen armen Menschen, der für künstliche "Fähne" kein Geld hat. Vielleicht deshalb der zahnlose Unterbiss von von der Leyen? 

Oder hat dieses Foto vielmehr Symbolcharakter? Soll damit gezeigt werden, dass ein Armutsbericht dieser Regierung "zahnlos" ist?! Und wer wirklich wissen will, was es mit der Armut in diesem Land auf sich hat, der oder die pfeift auf einen Armutsbericht von Merkels Gnaden, sondern greift gleich auf nak zurück:

Quelle: nak Nationale Armutskonferenz

Ab der 42. Minute erfahren wir die Wahrheit über den Armutsbericht:


Veröffentlicht am 15.10.2012 von Maibatsu

besucherzhler

Samstag, 29. September 2012

Was sagt Erich Kästner zum Armutsbericht? - Blog von Kiat Gorina


Da schrieb ich über den vierten Armutsbericht dieser Repubik - unter anderem: "Abgelenkt soll von der Tatsache, dass immer weniger Superreiche immer mehr Vermögen besitzen. In Zahlen: Zehn Prozent der reichsten deutschen Haushalte besitzen über die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland!" 

Und weiter: "Nehmen wir die Hälfte der unteren einkommensschwachen Haushalte - deren gesamtes "Vermögen" beläuft sich nur auf ein Prozent des gesamten bundesdeutschen Vermögens! Und die Kluft zwischen Superreich und Arm klafft immer weiter!" 

Da stellte ich mir die Frage: Was würde heutzutage der Schriftsteller und selbsternannte "Moralist" Erich Kästner dazu sagen? Ich habe seine Antwort gefunden. In seinem Gedicht "Ansprache an Millionäre" - angesichts der galoppierenden Inflation müsste es allerdings Milliardäre heißen. 

Das Problem mit diesen Millionären resp. Milliardären gab es wohl schon 1930, da erschien Kästners Gedichtesammlung "Ein Mann gibt Auskunft":

Ansprache an Millionäre

Warum wollt ihr solange warten,
bis sie euren geschminkten Frauen
und euch und den Marmorpuppen im Garten
eins über den Schädel hauen?

Warum wollt ihr euch denn nicht bessern?
Bald werden sie über die Freitreppen drängen
und euch erstechen mit Küchenmessern
und an die Fenster hängen.

Sie werden euch in die Flüsse jagen. 
Sinnlos werden dann Schrei und Gebet sein. 
Sie werden euch die Köpfe abschlagen. 
Dann wird es zu spät sein.

Dann wird sich der Strahl der Springbrunnen röten.
Dann stellen sie euch an die Gartenmauern. 
Sie werden kommen und schweigen und töten.
Niemand wird über euch trauern.

Wie lange wollt ihr euch weiter bereichern?
Wie lange wollt ihr aus Gold und Papieren
Rollen und Bündel und Barren speichern?
Ihr werdet alles verlieren.

Ihr seid die Herren von Maschinen und Ländern.
Ihr habt das Geld und die Macht genommen.
Warum wollt ihr die Welt nicht ändern, 
bevor sie kommen?

Ihr sollt ja gar nicht aus Güte handeln!
Ihr seid nicht gut. Auch sie sind's nicht.
Nicht euch, aber die Welt zu verwandeln,
ist eure Pflicht!

Der Mensch ist schlecht. Er bleibt es künftig.
Ihr sollt euch keine Flügel anheften.
Ihr sollt nicht gut sein, sondern vernünftig.
Wir sprechen von Geschäften.

Ihr helft, wenn ihr halft, nicht etwa nur ihnen.
Man kann sich, auch wenn man gibt, beschenken.
Die Welt verbessern und dran verdienen - 
das lohnt drüber nachzudenken.

Macht Steppen fruchtbar. Befehlt. Legt Gleise. 
Organisiert den Umbau der Welt!
Ach, gäbe es nur ein Dutzend Weise
mit sehr viel Geld ...

Ihr seid nicht klug. Ihr wollt noch warten, 
Uns tut es leid. Ihr werdet's bereuen.
Schickt aus dem Himmel paar Ansichtskarten!
Es wird uns freuen.

Und passend dazu von Erich Kästner der "Hymnus auf die Bankiers" - erschienen 1929:


Hochgeladen von wortlover am 10.01.2012

besucherzhler

Sonntag, 23. September 2012

Der Streit um den Armutsbericht - Blog von Kiat Gorina

Da gibt es den Spruch: "Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte!" Das muss angesichts des vierten Armutsberichtes heißen; "Wenn zwei Reiche sich streiten, sind die Armen die Dummen!" 

Für mich ist der Streit zwischen der Arbeitsministerin von der Leyen und dem Wirtschaftsminister Rösler nur ein Ablenkungsmanöver! 

Ablenken soll von der Tatsache, dass immer weniger Superreiche immer mehr Vermögen besitzen. In Zahlen: Zehn Prozent der reichsten deutschen Haushalte besitzen über die Hälfte des gesamten Vermögens in Deutschland! 

Und bleiben wir bei der "Hälfte": Nehmen wir die Hälfte der unteren einkommensschwachen Haushalte - deren gesamtes "Vermögen" beläuft sich nur auf ein Prozent des gesamten bundesdeutschen Vermögens! 

Und die Kluft zwischen Superreich und Arm klafft immer weiter! Aber darüber wird nicht gestritten, weil das Fakten sind! Die lassen sich nicht wegdiskutieren! Aber sie lassen sich ändern. 

Und es wird allerhöchste Zeit, diese Missstände zu ändern! Allerdings nicht mit der derzeitigen schwarz-gelben Regierung. 

Quelle: domradio.de Ungleiche Verteilung 

Dieses Problem mit den Superreichen ist ja nicht neu. Bereits 1950 veröffentlichte Erich Kästner in "Kurz und bündig" Epigramme - auch eines über Millionäre - das gilt erst recht für Milliardäre: 

Die Grenzen des Millionärs 
Aus den "Lehrsätzen des armen Mannes" 

Er könnt aus purer Lust am Prassen 
sich gold'ne Beefsteaks braten lassen! 
Jedoch er sollt 
eins nicht vergessen: 
Beefsteaks aus Gold 
kann man nicht essen.

Veröffentlicht am 11.05.2012 von UniversumFilmVOD 

Und eine aktualisierte Fassung:


Veröffentlicht am 22.03.2012 von sonstigerUser
besucherzhler

Samstag, 11. August 2012

Erich Kästner und die Mode - Blog von Kiat Gorina


Einer meiner deutschen Lieblingsschriftsteller ist Erich Kästner - er schrieb ja nicht nur humorvolle und zeitkritische Kinderbücher, sondern auch Gedichte. Ab 1933 waren seine Bücher verboten und wurden "verbrannt" - ja die Deutsche Verlags-Anstalt gab sogar die Rechte an Erich Kästner zurück. 

Und viele seiner Werke sind zeitlos - vor allem seine Gedichte. Wenn ich da an die Sammlung "Ein Mann gibt Auskunft" denke - bereits 1930 erschienen. 

Und wenn ich mir vorstelle, was würde Kästner heute sagen und schreiben - beispielsweise zu den vielen Beauty-Blogs, von denen es immer mehr gibt. 

Vielleicht würde er gar nichts sagen, sondern nur schmunzeln und auf sein Gedicht "Sogenannte Klassefrauen" verweisen:

Sind sie nicht pfui teuflisch anzuschauen?
Plötzlich färben sich die "Klassefrauen",
weil es Mode ist, die Nägel rot!
Wenn es Mode wird, sie abzukauen
oder mit dem Hammer blauzuhauen,
tun sie's auch. Und freuen sich halbtot.


Hochgeladen von radio7kanal am 10.06.2011

Wenn es Mode wird, die Brust zu färben
oder, falls man die nicht hat, den Bauch ...
Wenn es Mode wird, als Kind zu sterben
oder sich die Hände gelbzugerben,
bis sie Handschuhn ähneln, tun sie's auch.


Hochgeladen von elcapitanoXYZ am 11.12.2008

Wenn es Mode wird, sich schwarzzuschmieren ...
Wenn verrückte Gänse in Paris
sich die Haut wie Chinakrepp plissieren ...
Wenn es Mode wird, auf allen vieren
durch die Stadt zu kriechen, machen sie's.


Hochgeladen von vetementsvente am 23.11.2010

Wenn es gälte, Volapük zu lernen
und die Nasenlöcher zuzunähn
und die Schädeldecke zu entfernen
und das Bein zu heben an Laternen -
morgen könnten wir's bei ihnen sehn.


Hochgeladen von Lobojack57 am 14.02.2012

Denn sie fliegen wie mit Engelsflügeln
immer auf den ersten besten Mist.
Selbst das Schienbein würden sie sich bügeln!
Und sie sind auf keine Art zu zügeln,
wenn sie hören, daß was Mode ist.



Veröffentlicht am 08.05.2012 von Marie Lauser

Wenn's doch Mode würde, zu verblöden!
Denn in dieser Hinsicht sind sie groß.
Wenn's doch Mode würde, diesen Kröten
jede Öffnung einzeln zuzulöten!
Denn dann wären wir sie endlich los.


Hochgeladen von TextilWirtschaftTV1 am 18.02.2010

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