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Sonntag, 11. Mai 2014

GLOSSE: Hilfe - die Sandstreuer kommen - Volksbefragung in Bayern

Die Schweiz gilt ja als das Land mit der ältesten Demokratie in Europa. Allerdings nicht für Frauen: Erst 1971 erhielten auch die Schweizerinnen ihr Stimm- und Wahlrecht! Es wird kolportiert, dass Horst Seehofer von der Demokratie der Schweizer begeistert ist - ganz besonders von der Möglichkeit der Volksbefragung! Denn auch Bayern hat ein Problem: Immer weniger Bayern gehen zur Wahl! 

Da gab Seehofer seinem Innenminister - ja dem, der auch schon einen Bagger umgeschmissen hat - den Auftrag, ein Gesetz zur Volksbefragung zu entwerfen. An sich hätte auch die Opposition jubeln müssen: Mehr Demokratie auch in Bayern! Aber dann schauten sie sich den Entwurf an und erkannten: Eine Mogelpackung! Da war ja ein Sandstreuer unterwegs. 

Nun ja, wenn ein Minister, der einen Bagger umschmeißen kann, Gesetze vorschlägt, da kann er sich als Sandstreuer entpuppen. 

Wieso? Was ist ein Sandstreuer? 

Das ist ein Politiker, der seinen Bürgern Sand in die Augen streut! So dass die Bürger nicht sehen, was ihnen da vorgelegt wird! Unter den Politikern gibt es oft Sandstreuer - auch unter den bayerischen Politikern! Und was sollen die Bayern nicht erkennen beim Entwurf der Volksbefragung? Dass das eine Mogelpackung ist! 

Was soll da gemogelt werden? 

Die Bürger werden befragt! Ja, aber das Ergebnis einer solchen Volksbefragung ist für die Regierung unverbindlich! Wenn dann die Bürger maulen, dann erhalten sie von der Regierung die Antwort: Wir haben euch doch gefragt! Was wollt ihr eigentlich! Und die Bürger müssen erkennen, dass alles beim Alten bleibt und die Regierung weiterhin macht, was sie will. 

Es wird dann wieder - politischer - Sand in die Augen der Bürger gestreut! 

Außerdem darf die Umsetzung einer Volksbefragung nichts kosten! Und wer darf eine Volksbefragung starten? Nur Regierung und Landtag gemeinsam! Sind die sich nicht einig, dann gibt es keine Volksbefragung! Basta! Das ist eben bayerische Demokratie! 

Erst recht dürfen einzelne Bürger keine Volksbefragung starten! Wo kämen wir denn hin! 

Das wird also wieder ein richiges Sandstreuergesetz werden - das Gesetz zur Volksbefragung! 


Veröffentlicht am 07.05.2014 von Grüne Fraktion

Übernommen von OverBlog

Donnerstag, 14. Juni 2012

Gesetzentwurf Leistungsschutzrecht - Was lange gärt, wird selten gut - Blog von Kiat Gorina


Da hat sich wohl die die deutsche Bundesjustizministerin Sabine Leutheuser-Schnarrenberger von den Verlegern übern Tisch ziehen lassen. Jedenfalls sieht der vorgelegte Gesetzentwurf nach einer Gefälligkeitsarbeit für die Verleger aus.
Sollte dieser Entwurf Gesetz werden, dann hat nur der "Presseverleger" das ausschließliche Recht, Presseerzeugnisse für gewerbliche Zwecke im Internet öffentlich zugänglich zu machen.
Quelle: Neue Zürcher Zeitung Internetdienste sollen zahlen
Das betrifft zunächst Suchmaschinen wie Google et al. - aber auch private Blogs, die Werbung geschaltet haben. Dann gelten sie vermutlich als "gewerblich"!
Immerhin soll nach diesem Gesetzentwurf noch folgendes kostenlos sein:

  • Links auf Artikel anderer Zeitungen
  • die Zitierfreiheit soll erhalten bleiben

Und dann steht im Entwurf, dass die Autoren von Pressetexten an den Vergütungen durch das neue Gesetz "angemessen" beteiligt werden. 


Von zwei Seiten kam gleich Kritik zu diesem Gesetzentwurf:

  1. Von der Piratenpartei: Sie fordert, dass dieses Leistungsschutzrecht sofort gestoppt wird. Sie werfen der Bundesregierung vor, dass Presse und Zeitungsverlage zu sehr bevorteilt werden! Das sage ich nur: STIMMT!
  2. Erstaunlicherweise vom Branchenverband Bitkom: Dessen Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder bezeichnete diesen Entwurf als "Schnellschuss" und dass es noch zu klärende offene Fragen gebe: Wie beispielsweise "Was bedeutet gewerbliche Veröffentlichung?" und "Was ist ein Presseverleger?"

Bitkom befürchtetwohl - sollte dieser Entwurf Gesetz werden, dass dann das Internet ausgetrocknet wird. Wer braucht dann nocht Bitkom?
Veröffentlicht am 12.03.2012 von DieEmpoerte
Veröffentlicht am 14.03.2012 von zdf

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