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Freitag, 26. April 2013

Causa Mollath - Es wird eng für die Bayerische Justiz - Blog von Kiat Gorina


Da gibt es den Fall Gustl Mollath, ihm wurde wohl sehr übel mitgespielt! Mollath beschuldigte Mitarbeiter der Hypovereinsbank, dass sie Schwarzgeldgeschäfte betrieben. Er wurde deshalb in die geschlossene Psychiatrie gesteckt, fast sieben Jahre lang! Begründung: Er leide unter Wahnvorstellungen! Für Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung ist dieser unglaubliche Vorfall ein GAU für die Justiz!


Veröffentlicht am 29.11.2012 von cassandracoloreless

Aber die Causa Mollath geht noch weiter: Gustl Mollath wird vom Hamburger Verfassungsrichter Gerhard Strate verteidigt. Und Strate zeigte den Richter und den Mediziner, die letztendlich Mollath in die Psychiatrie brachten, an - wegen schwerer Freiheitsberaubung! Und was passiert? Die Augsburger Staatsanwaltschaft teilte mit: "Verfolgbare Straftaten liegen nicht vor"

Quelle: Süddeutsche Zeitung Ermittlungen gegen Amtsrichter und Chefarzt abgelehnt

Das darf doch wohl nicht sein! Da gibt es seit 2004 Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes, die in der Causa Mollath einfach missachtet wurden! Und trotzdem sieht die Justiz keinen Anlass, gegen den Amtsrichter und den Psychologen zu ermitteln!

Was dem armen Gustl Mollath passiert ist, kann jedem von uns passieren! Da wurde gegen Mollath ermittelt und bevor ein Urteil verkündet wurde, sollte er mürbe gemacht werden - er wurde für Wochen in die geschlossene Psychiatrie gesteckt, obwohl er nicht mit dieser Zwangsmaßnahme einverstanden war! Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt: Zwar sei deutlich geworden, dass Mollath mit der Unterbringung nicht einverstanden gewesen sei. 

Wer von uns der Bayerischen Staatsregierung ein Dorn im Auge ist, eine solche Bürgerin, ein solcher Bürger kann demnach in Bayern einfach so in die geschlossene Psychiatrie gesteckt, um für die Verhandlung "mürbe" gemacht zu werden! Wo leben wir denn? In einem "Freistaat"? Bayern ein Freistaat? Offensichtlich ist genau das Gegenteil der Fall!

Am 15.09.2013 wird in Bayern der neue Landtag gewählt! Sind die derzeitigen Mitglieder der Bayerischen Staatsregierung - vor allem die Justizministerin - noch wählbar? Antwort: NEIN! Grund: Mollaths Verteidiger Strate bezeichnet die Entscheidung der Justiz als "unheilvolle Botschaft": Künftig könnten in Bayern Beschuldigte wochenlang ohne ausreichende Grundlage in psychiatrischen Krankenhäusern eingesperrt werden!

Politiker, die solche Auswüchse einer wildgewordenen Justiz dulden, sind unwählbar geworden!


Veröffentlicht am 13.11.2012 von 0815kosh

Mit dem letzten Satz "Ich bin am Ende!" hat diese Justizministerin allerdings recht!
Übernommen von Over-Blog

Dienstag, 13. November 2012

Kauf 100 Gramm Aufschnitt! Es kommt Besuch! - Blog von Kiat Gorina


Diesen Alarmschrei hat es wirklich gegeben. Meine "Mutter" stieß ihn jedesmal aus, wenn Besuch im Anmarsch war. Kein Wunder, wenn nichts Ordentliches zu Essen im Haus war. 

Bevor Muttern krank wurde, fuhren sie und mein Vater oft abends weg. Und kamen nach der Abendbrotzeit zurück. Ich stöberte dann immer ratlos in der Küche herum. Von Mutterns rohen gekeimten Getreide-Pamps musste ich kotzen. Blieb noch das fade graue Diätbrot, dieser weißliche Margarinewürfel und das fürchterlich müffelnde Schälchen Kochkäse. 

Vatern hatte zwar für sich selbst rohen Speck, Zwiebeln und "Stinkekäse". Mit diesem Stinker konnte man spielend einen ganzen Bus entvölkern, wenn man den auspackte. Und der Speck? Der wurde, der Ersparnis wegen, immer in größeren Mengen gekauft und "ranzte" dann vor sich hin. 

Das mit dem Gammelgestank legte sich, als auch Muttern die Tupperware für sich entdeckte. Seither tauchte regelmäßig diese Tante mit den Tupper-Töpfen bei uns auf und schwatzte ihr sämtliche Neuheiten auf. Andere Leute haben in der Küche auch Nahrungsmittel oder das gute Porzellansevice. Bei uns quollen die Schränke über von diesen Plastiktöpfen. 

Wer arglos so eine Schranktür öffnete, dem kam eine ganze Lawine von den Dingern entgegen. Aber wozu brauchte Muttern all diese Behältnisse? Zum Essen aufheben wohl kaum. Sie kochte immer so knapp, dass der Magen auch nach dem Essen noch knurrte. 

Halt, nein! Für eine Sache waren die Tuppertöpfe ideal. Falls sich für Sonntags Besuch ankündigte, konnte sie den Aufschnitt darin lagern. 

Und sonst? 

"Lauf schnell zum Schlachter, Diekmanns kommen! Wir brauchen noch Aufschnitt! Und bring auch gleich Käse mit! Hier ist das Geld!" 

Dann zockelte ich eben los. Wir wohnten oben an der Stoddartstraße, und nur dreihundert Meter weiter war schon der Metzger. 

Natürlich blieb ich dabei erstmal an der Ponyweide stehen. Ich begriff es einfach nicht: Da hatten Kinder so einen schönen gescheckten Ponywallach bekommen. Der interessierte sie aber nicht, "Mucki" stand immer nur gelangweilt in seiner Koppel. Keiner machte etwas mit dem Kleinen. Da passten schon die Kinder und ihre Eltern auf, dass man ihn nur ja nicht anfasste. Wenigstens konnten sie mir das Anschauen nicht verbieten. 

Zwischen Ein-Und Zweifamilienhäusern gab es den Schlachter Baumann. Der hatte seine Metzgerei direkt am Haus. Und auch die große Garage mit dem geriffelten Fliesenboden. Da drin stand sein Verkaufswagen, er fuhr nämlich auf die Wochenmärkte. Und zweimal in der Woche ging das große Tor von seiner Garage auf, der Verkaufswagen wurde aufgeklappt und die Pivitsheiderinnen strömten mit ihren Einkaufstaschen herbei. Das Geschäft florierte. 

Darum standen ausser den Verkäuferinnen auch die hagere, hochnäsig wirkende Chefin und ihr Mann mit im Wagen. Herr Baumann sah mit seiner bulligen Statur und den gewaltigen Armen aus wie so ein Ringkämpfer vom Rummelplatz. Dabei hatte er das reinste Kindergemüt. Ich freute  mich immer, wenn er mich bediente. dann bekam ich nämlich stets eine lange Bockwurst zum gleich-essen in die Hand gedrückt. 

Ein Wunder, bei Mutterns mickrigem Einkauf. Ich fühlte imch immer reichlich bescheuert, wenn ich "hundert Gramm gemischten Aufschnitt bitte" sagte. Die Chefin schnappte dann jedesmal: "Und? Darfs sonst noch etwas sein?" 

Herr Baumann dagegen lachte, packte mir sorgsam die vier (manchmal auch fünf) Scheiben Aufschnitt ein, vergaß auch die erhoffte Bockwurst nicht und fragte augenzwinkernd: "Heute kommt wohl wieder Besuch?" 

Der kam auch wirklich, der Besuch. Und wieder mal JUST THE SAME PROCEDURE AS EVERY TIME. 

Wenn das Leben eine Schallplatte wäre, gäbe es da verschiedene Rillen, auf denen der Tonarm bei bestimmten Ereignissen hängen bleibt. 

Das Besucherpaar nahte, wurde durch die große Diele mit dem weißen Marmorboden und den wuchtigen Gutshaus-Angeber-Möbeln ins Wohnzimmer geleitet. Erfahrener Besuch kam aus gutem Grund erst nach dem Kaffee. Der Besuchs-Bohnenkaffee verlor nämlich - der wenigen Besucher wegen - bald auch den letzten Rest an Aroma und Geschmack. Zurück blieb so eine Art ehrwürdiger Muff. Und Mutterns Torten mit den Billigtortenböden und dem sparsamen Belag waren auch nicht gerade sättigend. Dabei brauchte der Besuch einen wohlgefüllten Magen, um das Abendbrot mit Haltung zu überstehen. 

Zu diesem Zweck begab man sich in das Esszimmer nach Gutsherrenart und dem rutschigen Parkettboden. Um den schweren Tisch standen wuchtige Stühle und eine Eckbank mit reliefartig gewebtem "Landhausmuster". Um den guten Eindruck wieder wett zu machen, lagen auf Stühlen und der Bank selbstgenähte Sitzkissen. Die sollten das schwülstige Polster vor Abrieb schützen. 

Der mit dem Angebergeschirr gedeckte Tisch wirkte durchaus einladend. Allerdings fehlte es irgendwie an Essbarem. Die bewussten fünf Aufschnittscheiben waren so auf eine Bratenplatte drapiert, dass man Hemmungen bekam, etwas davon zu nehmen. Die Lücke im "Angebot" wäre zu riesig. Dann gab es noch Käsescheiben, genauso malerisch drapiert. Nur dass es auch hier an der Fülle mangelte. Mehrere Scheiben Paderborner Landbrot, Butter und ein Schälchen Mixed Pickles vervollständigten die aufgetischten Herrlichkeiten. Auch die Limonade der Brauerei Strate wirkte nicht unbedingt verschwenderisch. 

Das Essen erinnerte mich schon wieder so fatal an Loriot. Die Besucher trauten sich kaum, etwas zu nehmen. Immer wieder versicherten sie wenig glaubhaft mit hungrigen Augen: "Normalerweise essen wir abends nicht mehr". Sie warteten hoffnungsvoll darauf, dass Vatern endlich mit dem Essen anfing, damit sie vielleicht doch noch etwas in den Magen bekämen.  

Kein Wunder, dass wir so selten Besuch hatten. Die meisten waren bestimmt auf dem Heimweg verhungert.


Hochgeladen von brotkasten2null am 23.12.2010
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