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Sonntag, 17. Februar 2013

Amazon - Sklaverei in der Vorweihnachtszeit - Blog von Kiat Gorina


Amazon geriet ja bereits 2011 in die schlechten Schlagzeilen! Erinnern wir uns, da schrieb ich über Amazon: Vorweihnachtliche Zwangsarbeit in Deutschland?:

  • Natürlich nicht - Zwangsarbeit gibt es nicht in Deutschland! Laut Grundgesetz Artikel 12 darf kein deutscher Bürger zur Zwangsarbeit gezwungen werden! Damit dürfte ja die obige Frage beantwortet sein. Zwangsarbeit gibt es nicht in Deutschland - weder vor noch nach Weihnachten. 
  • Und was hält die Europäische Menschenrechtskonvention von Zwangsarbeit? Schauen wir doch in den Artikel 4 der Menschenrechtskonvention. Ja, auch da gilt eindeutig, dass niemand zu Zwangsarbeit gezwungen werden darf! Alles klar! Wirklich? 
  • Da hat mir Lady einen Link - vielen Dank! - geschickt, da werden aber Menschen zu unbezahlter Arbeit gezwungen. Nein, so etwas gibt es nicht in Deutschland? Doch das gibt es:
  • Die Mitwirkenden sind:

  1. Die Arbeitsagenturen und Jobcenter
  2. Der Internetriese Amazon
  3. viele Erwerbslose

      Auch 2012 brauchte Amazon für die Vorweihnachtszeit viele billige Arbeiter. Diesmal fanden sich folgende Mitwirkenden zusammen: 
      1. Amazon
      2. Die Zeitarbeitsfirma trenkwalder
      3. Die Securityfirma H.E.S.S.
      4. und last but not least die deutschen Arbeitsagenturen ...
      Letzte Woche zeigte die ARD eine Dokumentation: AUSGELIEFERT! Es geht um die Leiharbeiter, die für die Vorweihnachtszeit von vielen europäischen Ländern mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt werden. 

      Untergebracht sind sie in nicht ausgelasteten Feriendörfern, dort werden sie abgefüttert - fein säuberlich getrennt von den normalen Feriendorfbesuchern. Und damit diese Leiharbeiter auf keine Dummheiten kommen, werden sie permanent überwacht - von Mitarbeitern von H.E.S.S. Diese´Bewacher treten paramilitärisch auf und haben Thor Steinar an. Wikipedia weiß zu berichten:

      Thor Steinar ist eine Bekleidungsmarke der MediaTex GmbH. 

      Der Brandenburger Verfassungsschutz, einige zivilgesellschaftliche Organisationen und Antifa-Gruppen sowie die meisten Medienberichte sehen in Thor Steinar ein Erkennungsmerkmal der neonazistischen Szene. In der Öffentlichkeit wird Thor Steinar meist in diesem Zusammenhang thematisiert. Das Tragen von Thor-Steinar-Kleidung ist unter anderem im Deutschen Bundestag, im Landtag Mecklenburg-Vorpommern, im Landtag von Sachsen, an der Universität Greifswald sowie in zahlreichen Fußballstadien verboten. 

      Am 4. November 2008 wurde die MediaTex GmbH an die Al Zarooni Tureva mit Sitz in Dubai verkauft. Seitdem wird die Marke von mehreren Neonazi-Gruppen boykottiert.

      Diese Security schrecken auch nicht vor Taschenkontrollen zurück. Und sie durchwühlen die Unterkünfte der Sklavenarbeiter während deren Abwesenheit. Auch passen sie auf, dass die Arbeitssklaven beim Frühstück ja kein Brötchen mitnehmen! Und sie wimmeln neugierige Journalisten ab oder hindern sie zu recherchieren.

      Die ARD-Dokumentation berichtet, dass die Reporter Polizeischutz benötigten.

      Und was sagt unsere Bundesarbeitsministerin von der Leyen dazu? Es müsse überprüft werden! Da frage ich mich, was ist da noch groß zu überprüfen?

      Amazon hat ja eine Seite in Facebook. Anders als die Ministerin "überprüften" viele Facebookmitglieder nicht, gleich nach der ARD-Sendung ergoss sich ein Shitstorm über Amazon.Und das ist gut so!

      Reißen wir Amazon die hässliche Fratze der neoliberalen Raubtierkapitalisten herunter! Hier das gesamte Video. Es ist zwar lang, aber das Anschauen lohnt sich!


      Veröffentlicht am 14.02.2013 von ARD

      Und vergessen wir nicht! Frau Merkel hat versprochen, uns Menschen auf den Weg in den Wohlstand mitzunehmen! Ist das der Wohlstand, den sie meint? Das Leben als Sklavenarbeiter für Amazon?


      Hochgeladen am 03.11.2011 von ThomKutlatschkowa

      Ach ja, ich bin natürlich nicht parteiisch, sondern gebe auch Amazon Gelegenheit,  zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen:

      Quelle: GIZMODO Amazon-Stellungnahme: “Wir dulden keine Diskriminierung oder Einschüchterung” 

      Klar doch, schuld sind immer die anderen, wir waschen unsere Hände in Unschuld! Das sollen ja auch die Richter gesagt haben, bevor sie Jesus zum Tode am Kreuz verurteilten ...

      Freitag, 31. August 2012

      Haul-Videos und die Sklavinnen der Werbeindustrie - Blog von Kiat Gorina


      Vor einigen Tagen rief mich eine Kundin - ihre ältere Eselstute hatte Probleme: Immer mehr Ekzeme. Da in Bayern derzeit Ferien sind, rief sie nach ihrer Tochter. Aber die Tochter rief zurück: "Ich kann nicht, ich muss ein Haul-Video aufnehmen!" 

      Verdutzt fragte ich die Mutter: "Was ist das denn? Heult sie da und macht daraus ein Video?" 

      Ihre Mutter lachte: "Du bist manchmal richtig weltfremd. Haul bedeutet Jagen, Beute. Da gehen die jungen Mädchen einkaufen und präsentieren ihren Einkauf als Beute in einem Video." 

      Ich schüttelte meinen Kopf: "Und wozu soll das gut sein? Außer zum Angeben?" 

      "Aber das machen doch die meisten Mädchen an ihrer Schule. Wenn wir hier fertig sind, kann sie dir das mal zeigen." 

      Ja, und so geschah es. Die Ekzeme behandelte ich, die Eselin hörte auf, immer in die wunden Stellen zu beißen. Offensichtlich juckten diese Stellen nicht mehr. Also ging die Mutter ins Zimmer ihrer Tochter. Die Tür war offen - es war ja sehr heiß. 

      Auf dem Schreibtisch stand ein ausgepacktes Paket - lauter Kosmetikartikel. Die Mutter erstaunt: "Was hast du denn da bestellt? Davon wusste ich gar nichts! Wer soll das bezahlen?" 

      Die Tochter bekam einen roten Kopf und stammelte: "Das brauche ich nicht bezahlen. Ich muss nur darüber in meinem Blog schreiben." 

      Meine Augen glitten über das Durcheinander und da sah ich einen Brief von einem Hersteller. Ich fragte das Mädchen: "Darf ich das mal lesen?" Widerwillig nickte das Mädchen. 

      Ich las und las: Es war ein mehrseitiger Brief - da standen lauter Werbeaussagen zu den Artikeln drin. Dann dämmerte es mir: Die Firmen schicken den jungen Mädchen Artikel zum Testen, die sind stolz und schreiben die Werbetexte in ihrem Blog. Das ist ja nichts als Werbung. Ich reichte den Brief ihrer Mutter. Auch sie las und las. Dann fragte sie: "Hast du von anderen Firmen auch Sachen bekommen?" 

      Das Mädchen nickte und öffnete ihren Kleiderschrank: Da war ein Fach vollgestopft - mit Kosmetika bis zum Umfallen. Die Mutter: "Darüber hast schon geschrieben?" 

      Die Tochter fing an zu jammern: "Nein, noch nicht, es wird mir alles zu viel! Ich bekomme immer neue Sachen geschickt." Ihre Mutter kramte in den Artikeln und fand einen Brief. "Wieso ist der Brief an deine Freundin adressiert? Macht die das auch?" 

      Wieder ein knallroter Kopf, dann Gestammel: "Die meisten Sachen habe ich an meine Freundin schicken lassen, damit du nichts merkst." 

      "Ach so ist das, ich wundere mich, woher dieses Zeug kommt! Aber damit ist Schluss! Du hattest mir versprochen, in den Ferien zu lernen, damit du einen guten Abschluss schaffst. Kein Wunder, dass du schlechte Noten bekommen hast. Du warst wohl die ganze Zeit mit deinem Blog beschäftigt. Das kann doch so nicht weitergehen! Du versaust dir doch deine Zukunft damit! Was meinst du dazu?" fragte die Mutter mich. 

      Ich versuchte zu vermitteln. Natürlich hatte die Mutter recht. Und ihre Tochter war das Opfer einer ausbeuterischen Werbeindustrie geworden. Und ich erklärte der Tochter mit einfachen Worten, was da läuft. Dass sie umsonst Werbung macht für Produkte, die sie sonst nie kaufen würde. 

      Und dass sie dafür nicht bezahlt wurde. Ja, sie arbeite umsonst für die Werbefritzen. "Genau genommen, bist du eine Sklavin dieser Werbeindustrie! Die lachen sich ins Fäustchen, wieder eine Dumme gefunden zu haben, die umsonst Werbung macht!" 

      Dann war Pause. Und das Mädchen murmelte: "Da war ich ziemlich blöd ..." 

      Na, das war ja der erste Schritt der Selbsterkenntnis. Und sie fragte mich: "Was soll ich jetzt machen? Mir ist das alles zu viel!" 

      "Hast du irgendetwas unterschrieben, wo du dich verpflichtest hast, über diesen Mist zu schreiben?" Sie schüttelte den Kopf.
      "Dann schreibst du in deinem Blog, dass du derzeit Ferien hast und dass es etwas Besseres gibt, als Haul-Videos zu machen. Und du blogst einfach weniger. Deine Mutter hat völlig recht: Die Schule ist viel wichtiger!" 

      Dann schaute ich auf die Uhr. Oje, ich hatte noch einen anderen Termin, also verabschiedete ich mich.


      Hochgeladen von ToaLingLing am 18.04.2011

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