Sonntag, 19. Mai 2013

GLOSSE: Die CSU und ihr Ehrenkodex - Blog von Kiat Gorina

Die CSU in Bayern hat es derzeit sehr schwer, genau genommen, der Ministerpräsident hat es schwer. Grund: Seine Abgeordneten, ja sogar einige Minister und Staatssekretäre, haben die Sache mit den Familienbetrieben nicht verstanden oder gar falsch verstanden. Klar, die CSU unterstützt die Familienbetriebe - keine Frage.

Also haben sich einige Minister, einige Staatssekretäre und einige Abgeordnete gedacht, sie machen in ihrem Wahlkreisbüro einen Familienbetrieb auf. Ja sogar die Justizministerin Dr. Beate M. beschäftigte ihre eigene Schwester. Und als Juristin mit Doktortitel verkündete sie, dass sie korrekt gehandelt habe. Aber dann plagte sie die Einsicht und sie zahlte zurück, was das Landtagsamt für ihre Schwester überwiesen hatte.

Also musste sich der Ministerpräsident etwas ausdenken, um die Nörgler an den Stammischen zu beruhigen. Und er dachte sich etwas aus! Die CSU braucht einen Ehrenkodex! Ja, das ist ein Stück Papier, da steht einiges drauf: Was ein CSU-Abgeordneter machen darf und was nicht. Bisher galt ja schon so etwas Ähnliches: Als CSU-Abgeordneter darfst du alles machen - nur erwischen lassen darfst du dich nicht!

Und das Problem war halt, dass immer öfters etwas ans Licht kam. Denn wer sich erwischen lässt, der muss zahlen. Wie die Justizministerin. Oder der Landwirtschaftsminister. Oder ... Aber so schlimm ist das mit dem Zurückzahlen auch wieder nicht! Solche Rückzahlungen können als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend gemacht werden ...

Und dann ist es gleich, woher das Geld kommt: von der Kasse des Landtagsamtes oder vom Finanzamt. In jedem Fall vom Steuerzahler. Und das ist ja richtig so!

Schließlich sind die Abgeordneten sozusagen die Nachfolger des bayerischen Königs. Und so führen sie sich auch auf! Beim König gab es ja auch Steuern! Und den Zehnten! Und es gab sogar Fronarbeit!

Fronarbei gibt es heute nicht mehr! Mit einer einzigen Ausnahme: Hartz-IV-Bezieher werden gezwungen, Frondienste zu leisten. Nur heißt das jetzt anders: Arbeitsgelegenheiten - im Volksmund auch Ein-Euro-Job genannt. 

Und der Gründer einer Drogeriekette - Götz Werner - bezeichnet deshalb Hartz IV als "offenen Strafvollzug". Strafvollzug, weil für Hartz-IV-Bezieher gewisse Grundrechte außer Kraft gesetzt wurden - wie bei verurteilten Strafgefangenen. Aber Hartz-IV-Bezieher dürfen doch frei herumlaufen! Ja, derzeit noch!

Aber der Ministerpräsident hat ganz andere Probleme: Wer stellt einen Ehrenkodex für die CSU auf?

Das muss einer sein, der etwas mit Ehre zu tun hat! Natürlich! Ein Ehrenvorsitzender! Zum Beispiel der Theo W. Ja, der war doch unter Kohl auch Finanzminister. Es soll ja Spötter geben, für die ist Theo W. der Erfinder der Schattenhaushalte. 

Mag sein, aber der Theo W. hatte stets einen ausgeglichenen Haushalt. Sein Methode war ja: Wenn sich da irgendwo im Haushalt ein Loch bemerkbar machte, dann wurde an anderer Stelle ein Loch im Haushalt gemacht und mit diesem Geld das andere Loch gestopft ... So hatte Theo W. stets einen "soliden" Haushalt - ausgeglichen, aber löchrig.

Und als Ehrenvorsitzender der CSU versteht er per se etwas von "Ehre" - also ist er prädestiniert für die Ausarbeitung eines Ehrenkodex!

Da steht dann auch drin, dass so Ideen wie des Hubert H. - dem Mann der Sozialministerin - gegen die Ehre der CSU verstoßen. Denn der Hubert ist ein Fan von Modellautos. Von ganz teuren! Dafür zahlen Sammler bei Versteigerungen schon fünfstellige Beträge!

Das sind ganz besondere Autos. Wer damit spielt, muss nicht selbst Brumm-Brumm machen. Diese Autos haben richtige Motörchen! Und der Hubert wusste auch gleich, wer solche Autos zusammenbauen kann! Die Patienten in den Forensiken in den Bezirkskrankenhäusern!

Denn dort sitzen viele Menschen, die sehr findig sind. Oft sind sie derart findig, dass sie eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen. Das kann auch die Justizministerin bestätigen. Zum Beispiel die Causa Gustl Ferdinand Mollath! Der war derart findig, dass er herausbekam, dass an der Hypovereinsbank Schwarzgeld geflossen sein soll. 

Also wurde Mollath zu einer Gefahr der Gesellschaft - genau genommen der ganz feinen Gesellschaft! Und er wurde weggesperrt - seit sieben Jahren! 

Denn wer öffentlich behauptet, dass krumme Geschäfte gemacht werden, der ist eine Gefahr! Und solche Menschen laufen Gefahr, dass sie psychiatrisiert werden! Nicht nur in Bayern. Auch in Hessen. Vor allem Steuerprüfer der Finanzämter, die wirklich prüfen. Auch in der feinen Gesellschaft! Solche Prüfer bekommen zur Quittung gleich psychiatrische Diagnosen! Das haben sie dann davon! Wieso stecken sie auch ihre Prüfernasen in fremde Angelegenheiten?!

Ob das dann auch im Ehrenkodex der CSU steht?


Veröffentlicht am 17.05.2013 von ARD

Übernommen von Over-Blog

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