Mittwoch, 15. Juni 2011

Krafttiere und Geistreisen - Blog von Kiat Gorina

Immer wieder werde ich nach Krafttieren gefragt. Wenn ich dann erzähle, wie meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Thema sind, sind die Menschen oft enttäuscht. 

Bei mir in der Steppe ließen sich Schamanen bei ihren Geistreisen von Tieren begleiten. Diese Geistreisen waren etwas ganz anderes als das, was heute von den "Stadt-Schamanen" angeboten wird. 

Bei den Geistreisen, so wie ich sie auch praktiziere, verlässt mein Geist meinen Körper und geht auf Reisen, mein Geist kann dann überall hinreisen, auch in die Zukunft, auch in die Vergangenheit. Mein Geist kann dann Welten betreten, die nicht ungefährlich sind. Oft begegnen mir dann Wesen, die nicht das sind, für das sie sich ausgeben. 

Damit können sie einen menschlichen Geist leicht täuschen, nicht aber den Geist eines Tieres. Voraussetzung ist jedoch, dass ich auch im "normalen" Leben einen engen Kontakt zu Tieren habe. So etwas lässt sich nicht anlesen, sondern das muss einem angeboren sein und ich muss auch immer von Tieren umgeben sein. 

Es gibt auch nicht immer einunddasselbe Krafttier, sondern die können sich je nach Situation ändern. Diese Tiere können auch bei mir im normalen Leben auftauchen. Ein Beispiel: 

Als im vergangenen Jahr die Verlegerin von Corona bei mir anrief, sie hatte mir zuvor einen Autorenvertrag geschickt, den ich unterschreiben sollte, wollte sie auch wissen, was mein Krafttier sei. Ich überlegte, was sag ich dieser Tante bloß?  

Ich stand am offenen Küchenfenster mit dem Telefon am Ohr. Da segelte vom Dach meiner alten Scheune ein Turmfalke durchs Fenster in meine Küche und flog wieder hinaus. Für mich war das ein Zeichen: Sag doch, dass der Falke dein Krafttier ist! 

Da fiel mir ein besonderer Falke ein, der Wächter des Grabes von einem alten Seher. Er war der erste Lehrer für mich, er hat mir viel beigebracht. Als er seine Letzte Reise angetreten hatte, hielt ich bei seinem Grab drei Tage lang die Totenwache. Dabei saß manchmal ein Falke auf meiner Schulter. Erst viel später erfuhr ich von der Schwester des Toten, dass dieser Falke der Wächter des Grabes war. Sie musste es wissen, schließlich war sie eine große Magierin. 

Dieser Falke hat mich dann immer wieder begleitet, im täglichen Leben, aber auch bei meinen Geistreisen. Die ersten Geistreisen machte ich, ohne zu wissen, dass es welche sind. Anfangs hielt ich sie für Träume. Erst später lehrten mich meine Lehrer, was es mit Geistreisen auf sich hat. 

Das größte Problem bei Geistreisen ist, dass dein Geist nicht vollständig in deinen Körper zurückkehrt. Deshalb gibt es ja viele Schamanen, die krank sind oder sonstwie Probleme haben. Die meisten Schamanen, denen ich in der Steppe begegnete, hatten irgendeinen Defekt: einen verkrüppelten Arm, nicht ganz richtig im Kopf, konnten nur unverständlich brabbeln, das musste dann ihr Helfer der Sippe übersetzen. 

Eine Geistreise muss sorgfältig vorbereitet sein. Und jeder, der eine Geistreise macht, muss sich ganz stark konzentrieren können. Ich wundere mich immer wieder, wie leichtfertig Langnasen-Menschen eine Geistreise machen wollen. Zum Glück sind die hierzulande angebotenen Geistreisen nur geführte Meditationen, wenn überhaupt ... 

Ich höre immer wieder: Ich habe im Internet recherchiert, aber eine Anleitung zur Geistreise habe ich nicht gefunden. 

Meine Antwort: Tja, was Du im Internet über Geistreisen oder auch in Büchern lesen kannst, da wirst Du wenig finden. Das bedarf eines Lehrers, der dich anleitet und führt. Aber das ist ein beschwerlicher Weg, weil Du viele Voraussetzungen erfüllen musst, bevor Du an Geistreisen denken kannst. Du solltest dir vorher auch genau überlegen, warum Du eine Geistreise machen willst. Was erwartets Du dir davon? 

Ich werde auch gefragt: Wie geht das? Was genau muss ich machen? 

Meine Antwort: Wie gesagt, der Schlüssel zu deinen Fragen liegt darin, dass dein Geist deinen Körper verlässt. Versuche das bitte nicht allein, sondern suche dir einen Menschen, der dich kompetent und verlässlich dabei führen kann. Und sei auch nicht beleidigt, wenn ein solcher Lehrer es ablehnt, weil Du noch nicht "reif" dafür bist. 

Wenn ich dann so Sätze höre wie: Ich würde nur zu gerne wissen, was mein Krafttier ist. 

Da kann ich nur antworten: Was erwartest Du dir von deinem "Krafttier"? Hast Du in deinem täglichen Leben engen Kontakt zu Tieren? Kannst Du in den Gedanken der Tiere lesen? Schicken sie dir Bilder? Und kannst Du ihnen Bilder schicken und Du siehst, dass sie deine Bilder empfangen haben? 

Wenn ich z. B. auf meinem Lipizzaner reite, dann denke ich nur, was er machen soll, und er macht es. Schon oft haben mich Reiterinnen erstaunt gefragt: Du gibst ja keine Hilfen?! 

Was für Hilfen? Ich schicke meinem Tiger ein Bild, er empfängt es und führt es aus. Da brauche ich keine Hilfen. Diese Fähigkeit, von Tieren Bilder empfangen und auch an sie senden zu können, ist sehr hilfreich. Wenn ich zu einem kranken Tier gerufen werde, dann empfange ich oft von dem jeweiligen Tier Bilder, die mehr aussagen, als das, was die Besitzer erzählen. 


Engel und Ufo
Hochgeladen am 27.12.2010 von KiatGorina 

Übernommen von OverBlog

Keine Kommentare:

Kommentar posten