Posts mit dem Label freude werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label freude werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 20. Dezember 2013

Wie ein Bären-Marke-Bärchen" einem Nomadenkind eine große Freude machte ...

Wer kennt sie nicht, die Bärenfamilie mit Vater, Mutter und drei Kindern, die für die Kondensmilch Bären-Marke werben. Der Werbeslogan "Nichts geht über Bärenmarke - Bärenmarke zum Kaffee" hat sich ja zu einem Werbedauerbrenner entwickelt! Und die Älteren unter uns erinnern sich an die etwa 4,5 cm großen Plastikbären, die jeder Kunde erhielt, der gleich einen Doppelpack von Kondensmilch kaufte. Da steckte in der Einschweißfolie so ein Bärchen mit gelber Nase. 



In der rechten Hand steckte entweder ein Malerpinsel oder ein Fähnchen. Und dann gab es noch Bärchen mit einem Wanderstab in der Hand und einem Rucksack auf dem Rücken. Bei dieser dritten Variante wurde ein Kunststoff verwendet, der oft zerbröselte ... 

Wieso erzähle ich das alles? Wer mein Buch gelesen hat, erinnert sich vielleicht an folgende Stelle  (Seite 95f):  Fürsorglich brachte Gorin sie wieder nach draußen, da fiel ihm noch etwas ein. Er ließ Kiat an der Tür stehen und rannte in sein Quartier. Atemlos tauchte er wieder auf und drückte ihr etwas in die Hand. Ein kleines braunes Plastikbärchen mit gelber Nase. Das hatte er im Westladen bekommen, als er eine ganze Palette West-Dosenmilch für das Offizierskasino organisiert hatte. 

Kiat sah erst das Bärchen, dann Gorin fragend an. Er lächelte ihr aufmunternd zu und sie verstaute es vorsichtig in einem kleinen Amulettbeutel, den sie an einer Lederschnur um den Hals trug. Dieses Bärchen trug sie immer und überall bei sich. Heute steht es im Regal in Kiats kleinem Haus in Süddeutschland. 

Ja, und wenn ich mir dieses Bärchen anschaue, dann ist es ein Bärenmarke-Bärchen! Wie kam das in eine russische Kaserne in der Nähe der Grenze zwischen China und Mongolei? Die Offiziere wurden bei Laune gehalten - mit Waren aus dem kapitalistischen Westen. Denn der Dienst in der Einsamkeit der Steppe war nicht jedermanns Sache. Dass diese Milch aus dem Westen kam, störte die Offiziere nicht - im Gegenteil der Kaffee wurde dann besonders feierlich geschlürft. 

Und Major Gorin wollte mir kleinen Knopf etwas schenken und besann sich auf das Bärenmarke-Bärchen. Ich wunderte mich sowieso über die Langnasen, die Milch aus kleinen Blechdosen tranken. Ich als Nomadenkind musste Pferde- oder Kamelstuten melken, um an Milch zu kommen. Erst später erfuhr ich, was es mit dieser Dosenmilch auf sich hatte. 

An einer anderen Stelle taucht wieder das Bärchen in meinem Buch auf (Seite 225f); da begriff ich, 

... dass die ganze Welt sich stets und ständig veränderte und alles, was ihr so viel bedeutet hatte, nicht mehr existierte. Es war nur eine Erinnerung an ein fernes Paradies, für immer verloren. Dass das Leben in der Steppe für sie alles andere als paradiesisch gewesen war, spielte keine Rolle mehr. 

... und Kiat wusste, dass sie nie mehr in die Steppe zurückkehren werde. So nahm sie ihr Amulett ab, das sie stets um den Hals getragen hatte und vergrub es am Fuß der Berge. Nur ihr kleines braunes Plastikbärchen mit der gelben Nase nahm sie heraus und steckte es in die Hosentasche. Das Bärchen gehörte zu einem anderen Leben. 

Dieses Bärchen hatte und hat für mich immer noch eine große Bedeutung. Als mein deutscher Vater mich in der Sowjetunion suchen ließ - er hatte mit dem Geheimdienst einen "Deal" gemacht, war ich Soldat bei der sowjetischen Roten Armee. Ich sollte in der Lubjanka "umprogrammiert" werden, um in Westdeutschland die Rolle eines deutschen Mädchens zu übernehmen. Es war unter ominösen Umständen zu Tode gekommen, so dass es keinen amtlichen Totenschein gab. Da sollte ich die Rolle dieses Mädchens übernehmen. Es war nicht vorgesehen, dass ich lange in Westdeutschland leben werde. Ich war sozusagen ein "wandelnder Totenschein" ... 

Als ich verhaftet wurde und in der Lubjanka gelandet war, wurde mir alles weggenommen, die Uniform, vorher wurden mir die Abzeichen heruntergerissen und dann begann die "Umprogrammierung", die Monate dauerte. Da wurde ich entlassen und mit wechselnden Bewacherinnen in die DDR gebracht. 

Auf Seite 248f erzähle ich von meiner Entlassung aus der Lubjanka: 

Vorher erhielt sie zivile Kleidung, die sie anziehen musste und einen dunklen unförmigen Wintermantel. Dazu bekam sie einen kleinen schäbigen Pappkoffer in die Hand gedrückt. Vermutlich enthielt er Unterwäsche oder so etwas. Und - ganz seltsam - erhielt sie auch ihr braunes Bärchen mit der gelben Nase wieder zurück ... 

... Auf dem Weg zum Bahnsteig sah sie sich plötzlich Major Gorin gegenüber, nur, dass der jetzt KGB-General war ... Gorin war sichtlich erschüttert, als er bemerkte, wie sich Kiat verändert hatte. 

"Das habe ich nicht gewusst. Es tut mir leid. Bitte, sei mir nicht böse." 

Kiat lächelte ihm nur trübe zu. Sie war geschockt. ... Den Begriff "Gehirnwäsche" kannte sie nicht, obwohl sie selbst einer zum Opfer gefallen war. 


Hochgeladen am 14.06.2011 von KiatGorina1

Übernommen von OverBlog

Samstag, 26. Januar 2013

Geburtstagliches Nachtgespenst - Blog von Kiat Gorina


Schon wieder Geburtstag, nur dass es heute eine Studienfreundin  erwischt hatte. Ich wollte sie nur kurz anrufen und ihr ein “Happy birthday to you...” entgegenschmettern. Weit kam ich nicht, da hörte ich so ein verräterisches Glucksen im Hörer. 

“Susi? Hast du dich ob meines schauerlichen Gesangs verschluckt?”, fragte ich besorgt. 

“Hi ...hi...hihihiiii nein! Mir fiel nur gerade dein Vater wieder ein. Weißt du noch, als wir mal bei euch zuhause feiern wollten?” 

Jetzt brüllte ich auch los, wir konnten uns nicht wieder einkriegen. Das war eine tolle Sache. Wenn einer von meinen Freunden Geburtstag hatte, feierten wir im Wohnheim. Jeder brachte irgendwas Essbares mit, an sämtlichen Steckdosen hingen diese Mini-Elektrogrills, der Platz reichte hinten und vorne nicht aus. So ließen wir die Tür offen und das Ganze wurchs sich  zu einer Stockwerksfete aus. 

Dummerweise wohnte ich bei meinen “Eltern” ,in einer Art Kinder-Abstell-Besenkammer. 

Schon am Morgen drohte “Muttern”:  “Wage es ja nicht, irgend welche von deinen dubiosen Bekannten hierher einzuladen. Der einzige, den ich hier sehen möchte, ist der nette Arndt. So ein lieber, wohlerzogener Junge. An dem solltest du dir ein Beispiel nehmen. Und seine Mutter ist eine feine vornehme Dame ...” 

“Amen!”, fiel ich ihr ins Wort. Diesen in der Nachbarschaft wohnenden Lackaffen konnte ich noch nie leiden. 

“Du hast es nicht anders gewollt! Wir werden unsere Wohnräume und die Küche abschließen. Da kannst du mal sehen, wo du feiern willst!” fauchte  Muttern zum Schluss. 

Solange sie nur den Lokus nicht abschließt, dachte ich bei mir. 

Wir waren also vorgewarnt. Mehr als sechs Leute passten nicht in mein Zimmer, sonst kriegten wir die Tür nicht mehr zu. Zum Glück besaß ich einen riesigen alten Teekessel, mehrere Becher, einen Wasserkocher und ein Stövchen. Die Fressalien bereiteten wir in Lemgo im Wohnheim vor, die anderen wollten sie nachher mitbringen. Und natürlich einen Kassettenrecorder. 

Abends konnte ich Vatern hören, wie er sämtliche Räume energisch versperrte und die Schlüssel abzog. Dann verbarrikadierten sich meine “Eltern” im Fernsehraum, kurz bevor meine Freunde eintrudelten. 

Nanu, warum grinste die Bande so komisch? Hatten sie etwas vor? 

Allerdings! “Mach mal die Augen zu und breite die Arme aus”, kommandierte Alex. Na gut.  Uffa - schon ging ich in die Knie! Die Fünf hatten mir tatsächlich ein Geschenk mitgebracht! Ein schwergewichtiges.  Was ich da krampfhaft vor dem Absturz rettete, war ein mit einer riesigen Schleife verzierter Sack .Drin waren 25 Kilo Hundefutter für Dobbi!  

Mein Freudengebrüll war sicher in der ganzen Nachbarschaft zu hören! 

Wir verzogen uns nach oben, wo die essbaren Herrlichkeiten, der große Teekessel und unsere Beine ein interessantes Stilleben abgaben. 

Trotzdem, die Stimmung war famos, es war urgemütlich und erinnerte irgendwie an ein überfülltes mongolisches Ger. 

Nur mich beschlich langsam ein leicht mulmiges Gefühl. Vatern hatte sich schon bettfertig gemacht. Das hörte ich jeden Abend ganz genau, weil ihm jeden Abend das Gebiss mit lautem “Klimm-klimm-klong” ins Waschbecken fiel. 

Aha, schlappende Schritte, gleich ging es los: 

Tock-tock-tock! Ich stand vorsichtig auf, mir kam eine Idee, wie ich Vaterns morgige Strafaktion abbiegen könnte. 

Nochmal: tock-tock- tock! Schon wesentlich lauter! 

“Halb fffehn ifff aba ...” 

Weiter kam Vatern nicht. Ich riss nämlich schwungvoll die Tür auf und trompetete: "Mein Vater will euch was sagen!” 

Da stand er in seienr ganzen Pracht: im gold-braun gestreiften Schlafanzug, mit Schlappen , ohne Zähne und auf dem kahlen Kopf eine verknoteteStoffwindel gegen die nächtliche Kälte. 

Das  “...Nafftruhe” ging im schallenden Gelächter unter. 

Eine Strafaktion gab es nicht...


Veröffentlicht am 04.07.2012 von TheUnblackVampire


Veröffentlicht am 06.03.2012 von liederkorb

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Schauerliche Sangesfreuden - Blog von Kiat Gorina


Musik wird störend oft empfunden, weil sie mit Geräusch verbunden. So sagte schon Wilhelm Busch.

Eigentlich könnte das auch Gesang heißen. Auch der kann manchmal gewaltig stören. Da gibt es Sängerinnen, die mit ihrem durchdringenden schrillen Sopran Mensch und Hund in die Flucht singen können. 

Oder meinen Vater. Seine Singstimme war schon waffenscheinpflichtig! So hoch, dünn, schief und dazu noch krähend. Ein Wunder, dass es bei uns überhaupt noch heile Trinkgläser und Fensterscheiben gab ...

Meine Hündin Dobbi und ich lieferten uns öfter unfreiwillige Wettrennen,wenn der Gesang losging: wer ist zuerst draußen?

Wenn doch mal jemand bei uns vorbeischaute und so eine Gesangseinlage miterlebte, fragte er ganz verdutzt: "Sag mal, ist dein Vater noch ganz normal?" 

Das galt Vaterns Liedern. Wenn ihm ein ganz bestimmtes gerade besonders gefiel, konnte er sich daran festsingen, will heißen: so zehn bis zwanzig Mal sang er es dann. Aber mit allen Strophen! Und die Lieder passten nicht so wirklich zur Jahreszeit. Mitten im Sommer "O Tannenbaum", "Süßer die Glocken nie klingen" oder "Ihr Kinderlein kommet" ist schon gewöhnungsbedürftig. 

Dafür erfreute Vatern uns an einem Heiligabend mit "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus ..." Bis zum Abend, kurz vor der so genannten Bescherung kam der Mai. Und das passte ja nun wirklich nicht.

Manchmal pfiff Vatern auch etwas zur Abwechslung. So richtig zackige Sachen. Einmal kam ich dazu und traute meinen Ohren nicht. War ich denn besoffen? Ob Vatern wusste, was er da pfiff?

Das war nämlich die Internationale! Was auch sehr oft bei uns erschallte, war das Horst-Wessel-Lied, "Wir fahren gegen Engeland" oder Vaterns heiß geliebte "Wacht am Rheine".

"Flamme mit loderndem Scheine von den Gebirgen am Rheine ...", so schallte (nein, quäkte) es im Treppenhaus. Dabei marschierte Vatern jedesmal zackig auf der Stelle.

Und bei "Flamme empor! Flamme empor..." reckte er wirklich jedes Mal den Hals und den Kopf steil nach oben. Genau wie ein trinkendes Huhn. Die sind beim Schlucken auch immer so lang und dünn nach oben gereckt.

Na dann: Flamme empor, du heroisch schluckendes internationales Huhn!




Hochgeladen von eintitan2 am 13.11.2008

besucherzhler

Freitag, 6. Mai 2011

Merkel freut sich über den Tod eines Menschen! - Blog von Kiat Gorina

Osama bin Laden ist tot! Angeblich! Oder lebt er immer noch? Die Bundeskanzlerin Angela Merkel jedenfalls hat sich gefreut, dass Osama bin Laden tot ist. Die Kanzlerin ließ dann ihre Worte zum Tod ob Osama durch ihren Regierungsspecher "erklären". Ja, Christen und Christinnen empörten sich darüber, dass ihre christliche Schwester und Pfarrerstochter Angela sich über den Tod eines Menschen freuen kann. Darüber darf sich eine Christin nicht freuen! Das war deren Meinung.