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Sonntag, 29. Juni 2014

China: 150.000 Jahre alte Eisenrohre gefunden?


Da wurde im Juni 2014 gemeldet, dass in China alte Eisenrohre gefunden worden sind. Sie sollen über 150.000 Jahre alt sein. Diese Meldungen basieren auf einer Veröffentlichung aus dem Jahr 2002:

Quelle: news xinhuanet.com Chinese Scientists to Head for Suspected ET Relics: "The large content of silicon dioxide and calcium oxide is a result of long interaction between iron and sandstone, which means the pipes must be very old," said Liu Shaolin, the engineer who did the analysis.

Diese "Rohre" bestehen demnach aus sehr viel Siliziumdioxid - auch Kieselsäure genannt -  und Calciumxoid. Das ist nichts anders als Branntkalk. Ich frage mich: Wo ist das Eisen? 

Eine andere Quelle spricht von Eisenoxid, Siliziumdioxid und Calciumoxid: 

Quelle: beforeitsnews.com 150,000-Year-Old Pipes Baffle Scientists in China: Out of Place in Time?: The head of the publicity department at the local Delingha government told Xinhua the pipes were analyzed at a local smeltery and 8 percent of the material could not be identified. The rest was made up of ferric oxide, silicon dioxide, and calcium oxide. The silicon dioxide and calcium oxide are products of long interaction between the iron and surrounding sandstone, showing the ancient age of the pipes. Liu Shaolin, the engineer who did the analysis, told Xinhua: “This result has made the site even more mysterious.”

Die Altersbestimmung soll vom Beijing Institute of Geology erfolgt sein. Leider wurde nicht auf eine  Veröffentlichung dieses Instituts hingewiesen. Ich finde es immer sehr bedauerlich, wenn Behauptungen veröffentlicht werden mit Bezug auf Instituten. Und dann wird "vergessen", die genaue Quelle dieser Veröffentlichung zu nennen. 

Mein Fazit: Ich bezweifle, dass diese Meldung der Wahrheit entspricht. 

Was ich nicht bezweifle, ist, dass es schon früher andere Kulturen auf dieser Erde gegeben hat, die dann wegen Naturkatastrophen untergegangen sind. Und dann begann die Evolution von Neuem. Zu diesem Thema veröffentlichte ich bereits früher einen Artikel: 

Quelle: Fliegender Trog: Er sagte mir auch, dass vor dieser Menschheit es auf der Erde schon mehrmals große Katastrophen gegeben habe, da wurden fast alle Menschen und Tiere getötet. Nur ganz wenige haben überlebt. Und das große Wissen konnte nicht mehr vollständig weitergegeben werden. Die "neuen" Menschen haben es oft nicht mehr richtig verstanden oder aus Gier für sich behalten, um ihre persönliche Macht und ihren Besitz zu vergrößern.

Von meinem damaligen Lehrer erfuhr ich, dass ich später meinen Langnasenvater persönlich kennenlernen werde. Mein deutscher Vater war in Peenemünde an der Raktenwaffe V2 beteiligt - an einer Stelle im Video habe ich ihn deutlich erkannt: 


Veröffentlicht am 28.06.2012 von The Digital Implosion

Übernommen von OverBlog

Mittwoch, 30. April 2014

WER IST Dr. ANGELA MERKEL?

Da stolperte ich auf folgendes Video: 


Veröffentlicht am 24.04.2014 von Patrick Franke

Vielleicht ist jetzt bei manchen der Mund offen? Es gibt ja immer wieder Hinweise auf jüdische Wurzeln. So veröffentlichte volksbetrug.de Informationen aus Polen: 

Quelle: volksbetrug.de Die schockierende Wahrheit über Angela Merkel

Ich weiß nicht, was davon stimmt und was nicht stimmt. Jeder soll sich selbst seine Meinung bilden. Und dann gibt es noch eine Quelle, die 

Quelle: mmnews.de Wer ist Angela Merkel?

Und da wird behauptet, dass ihre Mutter "eine polnische Jüdin aus Galizien" sei. Wenn das stimmt, dann ist Merkel nach jüdischem Gesetz ebenfalls Jüdin - automatisch! Das Kind einer Jüdin ist stets jüdisch! Nicht der Vater ist wichtig, sondern die Mutter. 

Das ist doch alles sehr interessant!

Ja, und dann gibt es Gertrud Höhler, sie schrieb ein Buch über Merkel und kommt zum Schluss, Angela Merkel arbeite am Zerfall der Demokratie!


Veröffentlicht am 09.09.2012 von ThomKutlatschkowa2

Übernommen von OverBlog

Montag, 10. Februar 2014

GLOSSE: Der Limburger Bischof Tebartz-van-Elst - von vielen verkannt - ein ehrenwerter Mann

Es ist wirklich an der Zeit, angesichts der verworrenen Nachrichten über den Limburger Bischof an Julius Caesar von William Shakespeare zu denken. 

Da wird von vielen ein voreiliges Scherbengericht über den Bischof Tebartz-van-Elst veranstaltet und dabei verkennen viele die edlen Absichten dieses Bischofs: 

Dieser Bischof wollte den Heiligen Vater in Rom nicht mit Baukosten belästigen und vor allem nicht damit, dass der Heilige Vater persönlich die Baukosten bewilligen müsste. Also stückelte Tebartz die Kosten in kleine Häppchen - allein um den Heiligen Vater in Rom nicht zu stören! 


Ja, Tebartz-van-Elst ist ein ehrenwerter Mann! 

Und die wirklichen Baukosten wurden geheim abgerechnet. Davon sollte die Kirche und auch die Öffentlichkeit und die Mitglieder und die Gläubigen nichts erfahren. Sie würden sich nur aufregen! Das wollte Tebartz-van-Elst allen ersparen, denn 


er ist ein ehrenwerter Mann! 

Um zu gewährleisten, dass diese geheime Buchhaltung auch geheim bleibt, mietete er Wohnungen an, von denen nur ganz wenige wussten und noch weniger einen Schlüssel besaßen. Dieser Bischof wollte einfach einen Skandal um die etwas höheren Baukosten verhindern, denn 


er ist ein ehrenwerter Mann! 

Was kann er auch dafür, dass wegen der schlechten Politik die Inflation für galopppierende Preise sorgt und die Kosten nach oben explodieren lässt. Dieser Bischof kann nichts dafür, denn 


er ist ein ehrenwerter Mann! 

Und dass er Stiftungsgelder für den Bau verwendete, das wird völlig verkannt! In Wirklichkeit wollte der Bischof das von Gläubigen gespendete Geld vor den Raubrittern der heutigen Zeit schützen! Es gibt da Raubritter, einige nennen sich IWF und sie schämen sich nicht, von allen Sparern eine Zwangsabgabe für notleidende internationale Großbanken zu forden. 

Da hat sich Tebartz-von-Elst gedacht: Da verbaue ich lieber diese Spendengelder und verbaue damit diesen Raubrittern die Pläne für den geplanten Raubzug! 

Und es gibt ja noch andere Raubritter, die scharf auf Angespartes sind. Wie der ESM in Luxemburg. Der muss ja den Euro retten! Da dachte sich der Bischof: Eher rette ich das Spendengeld! Denn 


er ist ein ehrenwerter Mann! 

Aber Undank ist der Welt Lohn! Dieser ehrenwerte Mann soll gar dafür bestraft werden. Er soll ins Ausland  - ins Exil - geschickt werden. Oder er soll in eine Nuntiatur gesteckt werden. Also der diplomatische Vertreter des Heiligen Stuhls bei einem Staat werden. Oder er soll gar in Frührente gehen. Hat er das wirklich verdient - 


dieser ehrenwerte Mann? 

Sollte dieser Bischof wirklich zum Frührentner gezwungen werden, dann ist zumindest seine wirtschaftliche Zukunft gesichert: Es gibt schon viele Anfragen von Geschäftsleuten, die eine bischöfliche Variante von Monopoly auf den Markt bringen wollen: Geschachert wird da nur mit kirchlichen Bauten. Name des Spiels: TEBARTZ! 


Veröffentlicht am 27.10.2013 von Comedy Export

Für alle, die nicht wissen, was "tebartz" bedeutet. Das bedeutete früher: "wo das Land niedrig ist"!

Übernommen von OverBlog

Samstag, 8. Februar 2014

Foo Fighters, Schildkröten, Seifenblasen - alles Wunderwaffen der Nazis?

Wer sich in den einschlägigen Foren herumtreibt, stößt immer wieder auf "Wunderwaffen" der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Heute stöberte ich mal in einer Sammlung meines verstorbenen Vaters. Er war weniger Jäger, aber Sammler! Und beim Kramen stieß ich auf "Feuerbälle". Feuerball? Da klingelte es bei mir:

Waren das nicht die Leuchterscheinungen, von denen alliierte Flieger immer wieder berichteten? Ja, da gibt es viele Berichte und Protokolle, in denen die Piloten von "Feuerbällen" berichteten. Ich kramte weiter und fand zwei Arten von "Waffen": einmal "Seifenblasen" und zum andern "Schildkröten" genannt. 

Es waren auch technische Zeichnungen dabei. Diese "Schildkröten" waren ferngelenkt, sie wurden so genannt, weil sie ein Gehäuse wie eine Schildkröte hatten. Aber im Innern waren sie vollgestopft mit Elektronik! Ja, auch mit Halbleitern. 

Seltsam, da sollen doch angeblich die Amerikaner erst nach dem WK II den Transistor erfunden haben ... 

Und ich las von einem speziellen Gemisch im Tank, damit wurde ein leuchtender Ring erzeugt. Was sollten diese Schildkröten anrichten? 

Sie sollten die Zündanlagen der feindlichen Bomber stören! Mit besonders entwickelten Röhren. Die SS - Väterchen war ja bei der SS - wollte damit die "Zündabschaltung" erreichen. Die elektronische Strahlung der Schildkröten nannte die SS großspurig "Todesstrahlen". 

In den Unterlagen fand ich allerdings nicht, wie erfolgreich diese "Zündabschaltung" war. 

Jetzt zu den "Seifenblasen": Das waren nichts anderes als Ballons in verschiedener Größe, im Innern steckten ein paar Spulen aus Draht. Zweck: Sie sollten das Fleugzeugradar der feindlichen "Pfadfindermaschinen" stören. 

Für den Nachteinsatz waren die Ballons schwarz - für den Einsatz am Tag weiß oder durchsichtig. Eigentlich nur verkleinerte Wetterballons. Es ist ja verbürgt, dass auch nach Kriegsende solche Ballons gesichtet wurden - in der Stratosphäre. Sie wanderten herrenlos um den halben Globus. Von Verschwörungstheoretikern als UFOS bezeichnet. 

Mein Fazit: Die Nazis müssen aus Verzweiflung aus dem letzten Loch gepfiffen haben. 


Veröffentlicht am 30.05.2012 von johnnomonster

Übernommen von OverBlog

Montag, 3. Februar 2014

GLOSSE: Der gute Bischof von Limburg ...

Es gab nicht nur einen guten Menschen von Sezuan - das liegt im fernen China, sondern auch hier im Hessenlande gibt es einen guten Menschen. Er ist sogar Bischof in Limburg. Und dieser Bischof - nennen wir ihn Tebartz van Elst oder kürzer Tebartz - wurde von vielen seiner Mitmenschen verkannt. Es fing an, als Tebartz sich ein Häuschen bauen wollte. 

Da liefen ihm die Kosten davon. Was kümmerten ihn die Kosten? Er befolgte Jesu Wort: "Sehet euch die Vögel unter dem Himmel an, sie säen nicht, sie ernten nicht, aber der himmlische Vater ernähret sie doch!" Also dachte sich Tebartz: Wieso soll ich mich um die Kosten kümmern - der himmlische Vater wird es schon richten. Oder der Heilige Vater in Rom. 

Als die Kosten die 30-Millionen-Grenze überschritten hatten, berichteten plötzlich die Medien darüber. Selbst die Gläubigen diskutierten darüber und immer mehr traten aus der Kirche aus. Also musste etwas geschehen. Tebartz musste nach Rom fliegen - zu einem Gespräch mit dem Heiligen Vater. 

Und weil er sich selbst als guter sparsamer Mensch sah, flog er mit einem Billigstflieger - obwohl ihm als Bischof mindestens First Class zustünde. Nach diesem Gespräch musste Tebartz eine Auszeit nehmen - im niederbayerischen Kloster in Metten. Und viele Gläubige wandten sich von ihm ab und hofften, dass er nie mehr nach Limburg zurückkehre. 

Aber ein einziger Getreuer hielt eisern zu ihm - sein Fahrer. Obwohl Tebartz ihn nicht besonders gut bezahlen konnte. Sein Fahrer erhielt nur soviel wie ein Weihbischof. Das bedeutet im öffentlichen Dienst Besoldungsgruppe B3. Das sind nur etwas über 7.000 Euronen - im Monat. Trotzdem hielt sein Fahrer ihm die Treue. Was doch beweist, dass dieser Tebartz ein guter Mensch sein muss. 

Und sein Fahrer fuhr ihn öfters von Metten nach Limburg, schließlich brauchte der Bischof außer Dienst mal frische Wäsche. Oder musste seinen Bankgeschäften nachgehen. Oder er musste nachschauen, ob sein neu erbautes Bischöfliches Haus nicht von Asylanten bewohnt ist. Kurzum, er hatte seine Gründe, in Limburg nach dem Rechten zu sehen. 

Und sein treuer Fahrer kochte auch für Tebartz. Es ist doch bewundernswert, wenn Bedienstete so treu ergeben sind. Ja, und noch einen Grund hatte Tebartz für seine tageweise Rückkehr nach Limburg - seine Badewanne! Da hatte er sich etwas Besonderes geleistet - auch ein Bischof darf sich doch mal etwas gönnen.  Eine vergoldete Badewanne! 

Sie war ihm einst als besonders preiswert angeboten worden: nur 15.000 Euronen! Da musste er doch zuschlagen. Auch wenn Spötter dann schrieben, Tebartz schreibe "Zölibat" als "Zölibad" ... 
Zölibat Zölibad
Der gute Tebartz hatte aber in der katholischen Kirche nicht nur Feinde, sondern auch sehr wohlwollende Freunde. Einer ist sogar der Sekretär des Heiligen Vaters. Wie wird diese Geschichte ausgehen? 

Wie beim guten Menschen von Sezuan wissen wir es nicht ... 

Nur eines ist sicher: Kehrt Tebartz van Elst wieder nach Limburg als Bischof zurück, dann wird es einen Tsunami geben - von Kirchenaustritten! 


Veröffentlicht am 17.01.2014 von franz friedmann

Übernommen von OverBlog

Mittwoch, 22. Januar 2014

GLOSSE: Aus dem Poesie-Album des Andreas Sch. ...

Lieber Andreas,

beherzige bitte meinen gut gemeinten Rat:

Und ist Dein Doktor noch so klein
fährt er Dir doch Pöstchen ein!
In Tschechien gibt's den Kucera, 
viele Dokortitel gibt es da!

Herzlichst Deine ...

Was es mit "Kucera" auf sich hat, es handelt sich um den "Doktorats-Vater" Rudolf Kucera: 

Quelle: Kommunisten-Online Das „kleine Doktorat“: Scheuers Doktorats-Vater Rudolf Kucera hatte in den 1980er Jahren in Prag eine Sektion der internationalen "Paneuropa-Union" gegründet. Die Paneuropa-Union, damals noch vom letzten Kronprinzen des österreichisch-ungarischen Kaiserreichs, Otto Habsburg, geführt, setzt sich für ein katholisch-konservativ geprägtes, nach Ethno-Kriterien ("Volksgruppen") strukturiertes vereinigtes Europa ein. 

Und für alle, die ihren Doktortitel - aus welchen Gründen auch immer - verloren haben: Ein Doktorhut lässt sich leicht selbst basteln: 


Veröffentlicht am 10.04.2012 von HilfreichTV

Übernommen von OverBlog

Samstag, 4. Januar 2014

Wie Vatern Autoscheiben aufzutauen pflegte

“Hast du eigentlich ein Fotoalbum von deiner Familie”, fragte mich neulich eine Bekannte. Und ich kam ins Schleudern. Fotoalbum? Von der kleinen Kriemhild gab es eins, das hatte Muttern mir mal geschenkt. Aber das Mädchen hatte ich nie kennen gelernt. 

Doch, halt, ein Foto habe ich. Aber wo?
Mein Besuch entschwand und ließ mich mit merkwürdigen Familienerinnerungen zurück. Zum Beispiel die Sache mit Vaterns Mercedes. 

Irgendetwas war kaputt, Vatern wollte seine “Staatskarosse” ungern der Werkstatt überlassen, so machte er sich eben selbst ans Werk.
Das dauerte. 

Und solange nahm er eben Mutterns kleinen roten 500er Fiat. Die kleine rote Kugel hatte aber noch kein synchronisiertes Getriebe, man musste also mit Zwischenkuppeln und Zwischengas fahren.
:“Zwischengas! So ein Unfug! Wir sind hier in Deutschland, da gibt es solche Sperenzchen nicht! Verstanden?” 

Das war Vaterns felsenfeste Überzeugung, und das als Ingenieur!
Wenn es bei SS und Wehrmacht lauter solche “Fachleute” wie Vatern gegeben hätte, wäre der II. Weltkrieg sicher mangels funktionierender Technik ausgefallen. 

Vatern fuhrwerkte also krachend und scheppernd los. Dem war das an sich unverwüstliche Autochen nicht gewachsen. Sein Getriebe gab den Geist auf. Vatern störte das kaputte Auto nicht, es gehörte schließlich Muttern. Aber:  die Reparatur seines heiligen Mercedes hatte er noch nicht zu Ende zelebriert. So, was nun? 

Halt mal, da war ja noch mein kleiner alter Käfer, den er als nächstes kaputtfahren könnte. Dass ich Hörbi brauchte, um täglich zur FH nach Lemgo zu fahren, tat nichts zur Sache. Sollte ich halt Mutterns Fahrrad nehmen. Ich hatte schon so etwas geahnt und mir eine Lenkradkralle besorgt. 

Nun wurde es doch “eng”. Schließlich musste Muttern ja zum Einkaufen fahren. Nur ein einziges Mal ließ sie sich von mir im Käfer nach Lage zum Marktkauf zum Einkaufen kutschieren.  Dann war Schluss. Wieso? 

Ganz einfach. Mein Hörbi hatte statt Rückbank eine große Liegefläche für meine Hündin Dobbi. Da lagen ihre Decke, Trinknapf, Werkzeug und diverser anderer Kram. Das störte Muttern heftig: “Du hast ja nicht einmal dein Auto aufgeräumt, was sollen denn die Leute sagen? Wenn du nicht sofort aufräumst, fahre ich nicht mehr mit!” Sie blieb eisern, ich auch. Dann wurden die Lebensmittel knapp. 

Als auch Vaterns Caro-Kaffee zur Neige ging, entschloss er sich, sein eigenes “heilig’s Blechle” - den Mercedes - etwas schneller zu reparieren. Was auch gelang. 

Trotzdem, die Lebensmittel blieben knapp. Weil Vatern nicht zuließ, dass Muttern seine Staatskarosse fuhr. Und mit zum Einkaufen fahren? Er als Herr des Hauses sollte zum Einkaufen?  Kam nicht in Frage! 

Blieb nur eines: Mutterns Autochen zu reparieren. Vatern bestellte ein neues Getriebe, wir rollten den Kleinen in seine Garage und Vatern legte los. Seine heilige Karosse musste für die paar Stunden ausnahmsweise im Freien stehen. 

Nur dass aus den Stunden Tage wurden. 

Vatern wollte das neue Getriebe nach seiner typisch deutschen “Ingenieurmanier” einbauen, will heißen, die italienische Einbauanweisung ignorierte er. Seiner Meinung nach war das Getriebe schlampig hergestellt,deshalb passte es nicht in den Motor. So “überarbeitete” er das arme Getriebe an seiner Drehbank.
“Diese verdammten Ausländer können nicht einmal so lächerliche Getriebe herstellen.  Sieh dir das an!” Damit wies er auf den großen Berg Eisenfeilspäne, die er heruntergefräst hatte. Jetzt war das neue Getriebe nicht mehr zu gebrauchen, er hatte es zu Tode verbessert. 

Was war passiert? Vatern hatte das Getriebe verkehrt herum einbauen wollen, deshalb passte auch gar nichts zusammen.
“Dieser ausländische Plunder hat noch nie etwas getaugt, Jetzt kannst du es verschrotten lassen, da ist nichts mehr zu machen!” 

Muttern weinte, ihr schönes kleines Auto. So lange hatte sie dafür gespart, es war immer zuverlässig gefahren. Ach, hätte sie es doch nur in eine Werkstatt gebracht … 

(Zur Beruhigung: der kleine Wagen wurde durch einen “Autoschrauber” gerettet, der einfach bei seinem Kumpel auf dem Schrottplatz ein anderes 500er Fiat-Getriebe besorgte und schnell und unkompliziert einbaute. Muttern fuhr noch mehrere Jahre mit dem  Kleinen, ehe sie ihn an einen Oldtimerliebhaber verkaufte.)

Bevor es soweit war, brach erst einmal Weihnachten aus. Es wurde kalt, Eisregen gab es auch - und Vatern bekam Entzugserscheinungen, weil sein Caro-Kaffee mangels Kaffeepulver immer dünner und plürriger wurde. So musste doch seine “Staatskarosse” zum Einkaufen herhalten. Aber halt mal, die Scheiben waren doch vereist! So ging das aber nicht! 

Abhilfe musste geschaffen werden, und zwar dringend. Zu dem Zweck schleppte Vatern seinen Dachgepäckträger, mehrere alte Heizlüfter und diversen Elektrokram in Großausführung in seine Werkstatt. Ich staunte. “Papa, was soll das werden?” 

Er reckte belehrend seinen Zeigefinger und hielt mir einen längeren Vortrag, der darin gipfelte, dass zum Autofahren die Scheiben eisfrei zu sein haben. Jetzt verstand ich gar nichts mehr. “Und dafür musst du extra was zusammenschrauben? Warum nimmst du nicht einfach einen Heizlüfter? Oder legst rechtzeitig eine heiße Wärmflasche aufs Armaturenbrett? Das geht doch viel schneller …” 

Nächster Vortrag, in dem mir klar gemacht wurde, dass ich von technischen Dingen keinen blassen Schimmer hätte und sowieso geistig eher minderbemittelt sei. “Na klar, als deine Tochter werde ich das wohl von dir geerbt haben…”, lachte ich und verzog mich vorsichtshalber. 

Am nächsten Tag  schraubte Vatern den Dachgepäckträger an seinen Mecedes und befestigte vorn einen Rahmen mit Gummifüßen. Die standen auf den Kotflügeln. An dem Rahmen brachte er eine riesige, hin und her geringelte Heizschlange an, dessen Kabel in einem großen, offenbar aus Wehrmachtsbeständen stammenden Relaiskasten endete. Dann kam noch eine Alufolie zwecks Reflektorwirkung hinter die Heizschlange. Warum nur hatte das Ding in der Mitte ein rechteckiges Loch? 

Nein, das konnte doch nicht sein? War ich denn besoffen? Auf so eine Kateridee musste man erst mal kommen! Vor das Loch wurde ein Heizlüfter gestellt, der die Heizschlangenwärme auf die Autoscheibe blasen sollte! 

Ich rieb mir die Augen, kniff mir sogar in die Arme. Das konnte doch nur ein Traum sein! War es aber nicht. Der Aufbau war wirklich echt. 

Mit großer Geste schaltete Vatern sein “technisches Wunderwerk” ein, und wohlige Wärme machte sich breit. Dann war der Strom weg. 

Ins Haus, Sicherung wieder rein, raus, Machwerk einschalten … simsalabim, wieder kein Strom. 

Mehrmals hintereinander das gleiche Spiel. 

Diese famose Autoscheibenanwärmanlage tat es einfach nicht. Und sie hatte eine fatale Nebenwirkung: Durch die dauernden Spannungsabfälle hatte die Steuerungsautomatik von der Zentralheizung ihren Geist aufgegeben. 

Da sieht man es wieder:


Dem Ingeniör
ist nichts zu schwör!


Hochgeladen am 18.09.2007 von zaggy3110


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Samstag, 28. Dezember 2013

Vaterns Geiz machte auch vorm Tod nicht halt

Fotomontage von Denise R.
Freitag, 2. November 2001, 5 Uhr dreißig. Meine achte Nachtwache in Krankenhaus bei meiner sterbenden Stiefmutter. Zwei Stunden zuvor war sie gestorben, der diensthabende Arzt hatte ihren Tod bestätigt und die Pfleger ihren Leichnam hergerichtet, während ich draußen warten musste. 

Ich stand im Gang und war den hin und her eilenden Pflegern anscheinend auch dort im Weg. Sie schickten mich weg, in den Aufenthaltsraum. 

Das war schlimmer als Mutterns Sterben. Diesen fensterlosen Raum mit der Scheibe zum Gang, dem tristen Tischchen und den blauen Plastikstühlen werde ich wohl nie mehr los. Abgestandener kalter Rauch und die trübe Nachtbeleuchtung vom Gang ließen ihn noch trostloser erscheinen als er sowieso schon war. Draußen war es noch dunkel,  die schönen alten Bäume mit ihrem bunten Herbstlaub waren allenfalls zu ahnen. 

Die Pfleger waren mit ihrer Arbeit fertig und ich konnte zurück ins Zimmer. Seufzend griff ich zum Telefon. Jetzt musste ich Vatern anrufen. 

Es bimmelte und bimmelte. Hatten Vatern und mein Halbbruder so einen festen Schlaf? 

Na endlich: “Kippmann!”, schnarrte es im Hörer. 

“Papa, Mutter ist tot …”  Weiter kam ich nicht. 

“Wegen solch einer Nichtigkeit wagst du es, meine Nachtruhe zu stören? Was fällt dir eigentlich ein? Ich werde dich ... usw. usw.” 

“So, und jetzt gib mir Liesel, die ist bestimmt nicht davon begeistert, wie du dich hier aufführst!” 

“Papa, Mutter kann dich nicht mehr hören. Sie ist tot …” 

“Lass gefälligst diese makabren Scherze! Ich weiß genau, dass sie bald aus dem Krankenhaus entlassen wird!”  Damit pfefferte er den Hörer auf die Gabel. 

Und ich konnte noch bis fast 9 Uhr warten. Die Herren Kippmann geruhten nämlich zuvor in aller Seelenruhe zu frühstücken. 

Ich suchte derweil  Mutterns Sachen zusammen, das meiste stopfte ich gleich in einen großen Müllsack. 

Dann hatte ich noch sehr lange Zeit, Mutterns selbst im Tod noch zerquältes Gesicht anzuschauen. Sie durfte nicht einmal mehr selber mit ihrem Arzt sprechen. Vatern kontrollierte alles. 

Dass sie Krebs hatte, stritt er bis zuletzt einfach ab, obwohl sie schon 1980 die erste Krebsoperation hatte.  Auch nahm er ihre Schmerzmittel weg und traktierte sie stattdessen mit riesigen Magneten. Damals kamen gerade Magnetmatten und Magnetfeldtherapie in Mode. Richtig angewandt, durchaus heilsam. 
Weil Magnetfeldtherapie den Zellstoffwechsel anregt. 

Bei Entzündungen ist es nicht zu empfehlen und bei Krebs ist es tödlich. Eben weil das Wachstum der Krebszellen dadurch erst recht angeregt wird. Nun hatte Vatern sich einmal länger mit einem “Mediziner” unterhalten und hielt sich daraufhin selbst für einen halben Arzt.  Also baute er ein riesiges Magnetfeldgerät. Feldstärke und Frequenz? Wen interessierte das schon? Jeden Abend musste Muttern sich damit “behandeln” lassen, obwohl sie jedesmal vor Schmerzen weinte. 

Jetzt hatte sie es überstanden. Ich konnte nicht trauern, zu groß war meine Erleichterung, dass sie endlich von diesem Leiden erlöst war. 

Stunden später tauchte der Rest meiner bescheuerten deutschen Sippe auf, und ich konnte meinen Platz an Mutterns Seite räumen.
Vatern und “Bruderherz” standen länger vor Mutterns Bett. 

“Und wer kocht jetzt mein Essen?”, war das erste, was Vatern danach einfiel. 

“Und deine halb elf und halb fünf - Carokaffees …” rutschte es mir heraus.  

Quelle:  Vaterns Federbett und ein Cafébesuch: "Haben die nicht mal Carokaffee! Was ist das für ein erbärmlicher Laden! Fahr mich sofort nach Haus und koch mir Kaffee! Das ist ein Befehl!" - Entschuldigend lächelte ich die wartende Serviererin an. "Nach Detmold oder nach Mögersbronn", fragte ich mit Samtpfötchenstimme, bei der die Krallen nur ganz wenig herausschauen. - "Nach Detmold natürlich, damit ich pünktlich meinen Caro-Kaffee bekomme, und nicht so ein fremdländisches Zeug!" 

“Was glaubst du wohl, was eine Köchin und eine Putzfrau im Monat kosten!”, schnappte Vatern zurück. War das wirklich alles, was ihm nach 45 Ehejahren einfiel? 

Dass ich trotz der vorherigen Nachtwachen alles weitere organisieren musste, war klar. 

Die freundliche Dame vom Pivitsheider Beerdigungsinstitut kam noch am selben Abend vorbei. Sie hatte Muttern gut gekannt, weil die mit ihrer Mutter zusammen zur Schule gegangen war. 

Frau R. legte mir die Mappen mit den Särgen und der Sargwäsche hin, damit ich schon  einen ersten Überblick bekam. 

“Sie haben doch diese Sterbeversicherung abgeschlossen, die deckt alle Kosten ab”, versuchte Frau R. Vatern zu beruhigen. Man sah ihm mehr als deutlich an, dass er schon die Kosten für diesen nicht eingeplanten Zwischenfall zusammenaddierte. 

“Nein, natürlich nicht! Ich habe diesen Unsinn gleich gekündigt, sonst hatten wir ja jeden Monat dafür zahlen müssen!” 

Ich wurde indessen fündig: “Schau mal Papa, das hier ist doch ein schöner Sarg. Nicht so schlicht, aber auch nicht zu schwülstig …” 

Frau R. nickte bestätigend, aber Vatern riss mir mit seinem typischen “HACHCHCH!” den Katalog weg. “Du vergisst anscheinend, dass sie verbrannt werden soll”,  fauchte er und blätterte im Katalog. “Wir nehmen diesen hier”, und zeigte auf ein Futteral in metallisch-blauer Farbe.  Mir wurde es schwül. Vatern konnte Muttern doch nicht in einem Brillenetui zur letzten Ruhe betten. Das hatte sie wirklich nicht verdient. 

Hier griff Frau R. ein. “Wie sie schon sagten, Herr Kippmann, soll Ihre Frau verbrannt werden. 

"Und dies hier ist ein Designer-Sarg, der etwa 8000 DM mehr kostet als der von Ihrer Tochter vorgeschlagene Sarg. An Ihrer Stelle würde ich mir das noch einmal überlegen.” 

Vatern rotierte. Da hatte er Geld sparen wollen, und dann so etwas. 

“Na gut, du bekommst deinen Willen, wir nehmen doch den Holzsarg. Sonst quengelst du mir nur wieder die Ohren voll.” Damit gab er Frau R. die Mappen zurück. Ich protestierte. 

Frau R. gab taktvoll vor, sich mit ihren Unterlagen zu beschäftigen, während ich Vatern zu überzeugen suchte, dass in einen Sarg auch ein Kissen und eine Decke gehören. 

Ich zog den Katalog wieder her und suchte dezente Sargwäsche heraus. Ich glaubte zu wissen, dass Muttern überladene Spitzenkissen und -decken nicht gefallen hätten. 

“Muss das wirklich sein?”, meckerte Vatern.  “Willst Du Mutter vielleicht auf alte Zeitungen legen? Womöglich nackt, um das Leichenhemd zu sparen?”, schnappte ich zurück. 

“Vielleicht suchen Sie etwas heraus, was Ihre Mutter gern getragen hat. Das machen viele so”, half Frau R. mir aus der Klemme. Sie unterhielt sich mit Vatern, um ihn wenigstens etwas zu beruhigen. 

Ich musste nämlich noch die Todesanzeige formulieren. Dazu fiel Vatern rein gar nichts ein, mein “lieber” Halbbruder glänzte durch Abwesenheit. Er war mit seinen alten Saufkumpanen unterwegs. 

Ich rief den Bär in Bayern an, mein Kopf war völlig leer. Mit seiner und Frau R.s Hilfe gelang auch die Anzeige, und sie verabschiedete sich. Mutterns Kleidung wollte sie am nächsten Morgen holen. 

Zum Glück erinnerte ich mich, was Muttern oft im Sommer getragen hatte. So suchte ich - unter Vaterns Protest ihren weiten bunten Sommerrock eine hübsche weiße Bluse, weiße Socken und ganz neue, noch nie getragene Unterwäsche zusammen. 

Da wurde Vatern wild. “Was soll das? Die Sachen sind ja noch ganz neu! Die kommen nicht ins Grab!” Damit griff er in den Schrank und holte einen alten, ausgeleierten gelblichen Schlüpfer und ein museumsreifes Unterhemd hervor. 

“Da, das kriegt sie an, verstanden?” 

Nein, das verstand ich nicht - mir platzte der Kragen: “Du erstickst noch mal an deinem Geiz! Wenn du stirbst, willst du dann in einen schwarzen Müllsack gewickelt werden? Und statt Sarg klebt man dir vier Plastikgriffe an? Damit die Beerdigung schön billig wird?” 

“Nein, ich werde selbstverständlich ein mir angemessenes, militärisch ehrenvolles  Begräbnis erhalten. Dabei werde ich natürlich SS-Uniform tragen! Verstanden? Wegtreten!” 

“Ach, und noch etwas”, pfiff Vatern mich zurück, “dir ist ja wohl klar, dass ich der Alleinerbe bin! Du hast hier gar nichts zu sagen! Sei froh, dass ich dich in meinem Haus kostenfrei übernachten lasse!” 

Oje! Was denn nun noch? Stellt er mir jetzt die Abnutzung der Bettwäsche noch in Rechnung? Oder gar den verbrauchten Strom?
An was dachte dieser alte Mann, außer an Geld? Wieso zeigte er  keine Trauer? Was war denn an Mutterns Sparbüchern so wichtig, dass er, kaum vom Krankenhaus zurück, sich gleich zur Sparkasse kutschieren liess, um ihre Ersparnisse zu sichten? Soviel ich weiss, müssen Beerdigungen doch nicht bar im Voraus bezahlt werden. 

Hatte er Muttern überhaupt geliebt? Überall jammerte er den Leuten die Ohren voll, wie schlecht es ihm nun ginge und er jetzt ganz allein wäre. Seine langjährige Pivitsheider Freundin, die kurz darauf bei ihm einzog, erwähnte er dabei nicht. Er wollte überall bedauert und getröstet werden, am besten mit einem großen Stück Torte und gutem Bohnenkaffee. 

Hatte er Muttern nur als billige Putz-und Kochfrau geheiratet? Oder ihr Vermögen in Häusern und den zwei Hektar Bauland? 

Das werde ich wohl nie erfahren. 

Jedenfalls bin ich dann, um seinen Strom und seine Lebensmittel zu sparen, zum Plantageneck zur Pommesbude gelaufen, um endlich etwas in den Bauch zu bekommen. Wenn Vatern warm essen wollte, musste er sich halt selber etwas kochen.  

Auf meinen Halbbruder Wotan brauchte ich auch keine Rücksicht nehmen, Der gute Junge war mit einem prall gefüllten Geldumschlag zurück nach Miami geflogen, “leider” konnte er nicht bis zur Aussegnung warten, wegen dringender Geschäfte in Schraubentütchen. 


Quelle: Mutterns Küchengerät rettet internationale Firma: Mein Halbbruder Wotan hat in Florida eine Firma, die deutsche Schrauben, Muttern etc. für deutsche Autos verkauft. Wer im Internet bei "overatlantic" nachschaut, wird unter anderem lesen: Jahreseinkommen 2,5 bis 9 millionen US-Dollar, 5 bis 9 Mitarbeiter.  Ein florierendes Unternehmen also. Dann lud Wotan unseren Vater nach Miami ein. Mein alter Herr verschwand also nach Florida. 

Vatern selbst tätigte vor lauter Trauer noch am Morgen von Mutterns Aussegnung mehrere Landverkäufe. 

Fürwahr, das ist auch eine Art, um nahe Angehörige zu trauern ... 


Veröffentlicht am 23.12.2013 von lucy fer

Übernommen von OverBlog

Freitag, 20. Dezember 2013

Wie ein Bären-Marke-Bärchen" einem Nomadenkind eine große Freude machte ...

Wer kennt sie nicht, die Bärenfamilie mit Vater, Mutter und drei Kindern, die für die Kondensmilch Bären-Marke werben. Der Werbeslogan "Nichts geht über Bärenmarke - Bärenmarke zum Kaffee" hat sich ja zu einem Werbedauerbrenner entwickelt! Und die Älteren unter uns erinnern sich an die etwa 4,5 cm großen Plastikbären, die jeder Kunde erhielt, der gleich einen Doppelpack von Kondensmilch kaufte. Da steckte in der Einschweißfolie so ein Bärchen mit gelber Nase. 



In der rechten Hand steckte entweder ein Malerpinsel oder ein Fähnchen. Und dann gab es noch Bärchen mit einem Wanderstab in der Hand und einem Rucksack auf dem Rücken. Bei dieser dritten Variante wurde ein Kunststoff verwendet, der oft zerbröselte ... 

Wieso erzähle ich das alles? Wer mein Buch gelesen hat, erinnert sich vielleicht an folgende Stelle  (Seite 95f):  Fürsorglich brachte Gorin sie wieder nach draußen, da fiel ihm noch etwas ein. Er ließ Kiat an der Tür stehen und rannte in sein Quartier. Atemlos tauchte er wieder auf und drückte ihr etwas in die Hand. Ein kleines braunes Plastikbärchen mit gelber Nase. Das hatte er im Westladen bekommen, als er eine ganze Palette West-Dosenmilch für das Offizierskasino organisiert hatte. 

Kiat sah erst das Bärchen, dann Gorin fragend an. Er lächelte ihr aufmunternd zu und sie verstaute es vorsichtig in einem kleinen Amulettbeutel, den sie an einer Lederschnur um den Hals trug. Dieses Bärchen trug sie immer und überall bei sich. Heute steht es im Regal in Kiats kleinem Haus in Süddeutschland. 

Ja, und wenn ich mir dieses Bärchen anschaue, dann ist es ein Bärenmarke-Bärchen! Wie kam das in eine russische Kaserne in der Nähe der Grenze zwischen China und Mongolei? Die Offiziere wurden bei Laune gehalten - mit Waren aus dem kapitalistischen Westen. Denn der Dienst in der Einsamkeit der Steppe war nicht jedermanns Sache. Dass diese Milch aus dem Westen kam, störte die Offiziere nicht - im Gegenteil der Kaffee wurde dann besonders feierlich geschlürft. 

Und Major Gorin wollte mir kleinen Knopf etwas schenken und besann sich auf das Bärenmarke-Bärchen. Ich wunderte mich sowieso über die Langnasen, die Milch aus kleinen Blechdosen tranken. Ich als Nomadenkind musste Pferde- oder Kamelstuten melken, um an Milch zu kommen. Erst später erfuhr ich, was es mit dieser Dosenmilch auf sich hatte. 

An einer anderen Stelle taucht wieder das Bärchen in meinem Buch auf (Seite 225f); da begriff ich, 

... dass die ganze Welt sich stets und ständig veränderte und alles, was ihr so viel bedeutet hatte, nicht mehr existierte. Es war nur eine Erinnerung an ein fernes Paradies, für immer verloren. Dass das Leben in der Steppe für sie alles andere als paradiesisch gewesen war, spielte keine Rolle mehr. 

... und Kiat wusste, dass sie nie mehr in die Steppe zurückkehren werde. So nahm sie ihr Amulett ab, das sie stets um den Hals getragen hatte und vergrub es am Fuß der Berge. Nur ihr kleines braunes Plastikbärchen mit der gelben Nase nahm sie heraus und steckte es in die Hosentasche. Das Bärchen gehörte zu einem anderen Leben. 

Dieses Bärchen hatte und hat für mich immer noch eine große Bedeutung. Als mein deutscher Vater mich in der Sowjetunion suchen ließ - er hatte mit dem Geheimdienst einen "Deal" gemacht, war ich Soldat bei der sowjetischen Roten Armee. Ich sollte in der Lubjanka "umprogrammiert" werden, um in Westdeutschland die Rolle eines deutschen Mädchens zu übernehmen. Es war unter ominösen Umständen zu Tode gekommen, so dass es keinen amtlichen Totenschein gab. Da sollte ich die Rolle dieses Mädchens übernehmen. Es war nicht vorgesehen, dass ich lange in Westdeutschland leben werde. Ich war sozusagen ein "wandelnder Totenschein" ... 

Als ich verhaftet wurde und in der Lubjanka gelandet war, wurde mir alles weggenommen, die Uniform, vorher wurden mir die Abzeichen heruntergerissen und dann begann die "Umprogrammierung", die Monate dauerte. Da wurde ich entlassen und mit wechselnden Bewacherinnen in die DDR gebracht. 

Auf Seite 248f erzähle ich von meiner Entlassung aus der Lubjanka: 

Vorher erhielt sie zivile Kleidung, die sie anziehen musste und einen dunklen unförmigen Wintermantel. Dazu bekam sie einen kleinen schäbigen Pappkoffer in die Hand gedrückt. Vermutlich enthielt er Unterwäsche oder so etwas. Und - ganz seltsam - erhielt sie auch ihr braunes Bärchen mit der gelben Nase wieder zurück ... 

... Auf dem Weg zum Bahnsteig sah sie sich plötzlich Major Gorin gegenüber, nur, dass der jetzt KGB-General war ... Gorin war sichtlich erschüttert, als er bemerkte, wie sich Kiat verändert hatte. 

"Das habe ich nicht gewusst. Es tut mir leid. Bitte, sei mir nicht böse." 

Kiat lächelte ihm nur trübe zu. Sie war geschockt. ... Den Begriff "Gehirnwäsche" kannte sie nicht, obwohl sie selbst einer zum Opfer gefallen war. 


Hochgeladen am 14.06.2011 von KiatGorina1

Übernommen von OverBlog

Dienstag, 28. Mai 2013

Vaterns "Märchenstunde" - Blog von Kiat Gorina

Gibt es eigentlich so etwas wie den großen “Münchhausen-Orden”? Wenn ja, müsste mein Vater ihn schon mehrfach verliehen bekommen haben. Wenn der nämlich von seinen Heldentaten anfing, log er, dass sich die Balken bogen. 

Es hat allerdings ein Weilchen gedauert, bis ich dahinter kam. Frisch aus der Lubjanka in diese komische Familie geraten, wusste ich sowieso nicht, wo mir der Kopf stand. 

So erzählte Vatern oft: “Die Dürkopp-Werke in Bielefeld haben mich bei Adler abgeworben, um dort Chefkonstrukteur zu werden. Dürkopp ging es damals nicht so gut, da habe ich den Laden erstmal umgekrempelt und in Schuss gebracht! Allein meinen Konstruktionen hat die Firma es zu verdanken, dass es jetzt bergauf geht! Hätten sie mich nicht bekommen, wären die schon längst pleite!” Usw. usw. Ob Vatern sein Getöne selber glaubte? Das werde ich wohl nie erfahren. 

Peinlich war es nur für zwei Verwandte von ihm, die seine Geschichten geglaubt hatten: “Wenn ihr mal nach Bielefeld kommt, zeige ich euch die ganze Firma”, prahlte er. “Ja, kannst du das so einfach?”, fragte Anni vorsichtig, “musst du nicht erst fragen, ob du uns hereinlassen darfst?” “Natürlich kann ich das! Ich bin schließlich der Chefingenieur!” 

Nun kamen Anni und ihre Cousine wirklich nach Bielefeld, und sie erinnerten sich an Vaterns Angebot. Sie pilgerten zu den Dürkopp-Werken und fragten arglos an der Pforte nach dem Chefingenieur Herrn K.” 

“Was, Chefingenieur?”, staunte der Pförtner, “wir haben zwar einen Herrn K., aber der sitzt irgendwo in einem Büro ... und murkst vor sich hin.” 

Oha, das war peinlich. Beschämt zogen die Cousinen von dannen. Von Vaterns Geschichten hielten sie seither nicht mehr viel. 

Vaterns Lügengeschichten hatten speziell für mich oft fatale und betrübliche Folgen. Wenn ich z. B. an die Geschichte mit dem Karussellpferdchen aus Kunststoff denke. 




Die kam mir heute wieder in den Sinn, als ich das Büchlein “Das patentierte Leichtgewicht” von Clemens B. Rintelen in meinem Bücherregal wiederfand. Es handelt von Ferdinand Schäfer, Vaterns Schwager, der in seiner kleinen Firma schon Anfang der 1960-er Jahre schwimmfähige Wohnwagen aus Kunststoff konstruierte und herstellte. 





Und noch so manches andere. Wie die allseits bekannten Automatenpferde, wo die Kinder 10 Pfennig in den Kassenschlitz warfen und sich dann selig ein Weilchen auf den wirklich hübschen Pferdchen mit den schwarzen Westernsätteln wiegen konnten. 

Ab und zu kamen Schäfers mal bei uns vorbei. Wenn etwas wegen der Oma zu besprechen war. Dabei stellte der kleine scharfsinnige Onkel Ferdi eines Tages etwas fest: “Sagt mal, kann eure Tochter eigentlich auch lachen? Die sieht mir immer reichlich 'bedröppelt' aus …” 

“Das geht euch gar nichts an!”, fauchte Vatern los, “das dumme Luder hat einen Tick, den wir ihr grade austreiben. Stellt euch vor, sie zerschneidet einfach unsere alten Zeitungen! Dabei kann man die doch noch brauchen!” 

“Ah ja”, Schäfers nickten sich bedeutsam zu, der Kippmannsche Geiz war wohlbekannt, “und warum tut sie das?” 

“Sie schneidet sämtliche Pferdebilder aus, die sie finden kann! Pfferde! So etwas Unnützes!” 

“Wenn sie Pferde mag, dann kann sie doch mal zum Reiten gehen. Das macht ihr bestimmt Spass ...”

“Das fehlte noch …” Längere Zetertirade folgte. 

Was Schäfers davon hielten, ahne ich zumindest. Denn sie brachten mir ein Modell ihrer Automatenpferde vorbei. Weißlichgrau, noch etwas rauh und unfertig. 

Egal! Ich schwebte im siebten Himmel! Endlich etwas, was ich auch anfassen und berühren konnte. Was eine bekannte und tröstliche Form hatte. 

Für diejenigen, die meine Geschichte nicht kennen: Nomadenkind - Armee - Lubjanka - eiskalte garstig keifende “Familie”. Von Muttern mit clownartigen Omakleidern ausgestattet - schon in der Schule die totale Isolation, nur gut als Lachnummer. Zuhause keine Wärme, kein einziges Tier, nichts …

Da ist es klar, was diese Pferdefigur für mich bedeutete. Wer nämlich ringsum nur Fremdes, Unbekanntes und Unverständliches vorfindet, freut sich über jeden halbwegs vertrauten Anblick. Ächzend schleppte ich das gute Stück in den Keller, um es da abzuschleifen und anzumalen. 

Tja, anmalen. Aber womit? Ich besaß nur einen schwarzen Filzstift und einen Tuschkasten. Für die Augen wollte ich den Filzstift nehmen und dann mit Klarlack aus diesem blöden Schmuckbastelkasten von Tante Friedhilde überziehen. Damit sie glänzten. 

Zweifelnd betrachtete ich die Farbnäpfchen. Das reichte hinten und vorne nicht - außer ich malte mein Pferd als Schecken an. Vergnügt pinselte ich los. Wenn ich das fertig hatte, wollte ich ein schönes Halfter fabrizieren. Ich hatte nämlich in Mutterns Putzlumpenkiste auch Reste von Kunstleder gefunden. 

Dummerweise kam einiges dazwischen. Und zwar in Form von Mutterns regelmäßig stattfindender Sachenkontrolle. Dabei sah sie alles genau durch. “Woher hast du das? Wofür brauchst das? ….” Dann der Hammer: natürlich kontrollierte sie auch meinen Farbkasten. Wozu? Da kann ich nur raten. Wahrscheinlich argwöhnte sie, dass ich darin eine Ameisenfarm betrieb oder gar irgend ein bazillenbehaftetes Tier beherbergte. Fehlanzeige! Aber: “Da fehlen ja Farben!”, schrillte sie los, sah genauer nach und entdeckte, dass schwarz und braun fehlten. 

Schon holte sie Luft, um eine ihrer berüchtigten Schuldzuweisungen von sich zu geben - da schellte es oben an der Haustür. 

Muttern rannte, mit meinem geplünderten Farbkasten in der Hand, nach oben um die Tür zu öffnen.
Uff, gerettet - dachte ich. Von wegen! Was da ins Haus quoll, gehörte zu Vaterns von mir so “geliebten” Verwandtschaft. Die beiden Frauen - Helga und Viola - hatte ich noch nie leiden können. Mutter Helga wollte immer alles so wie bei sich zu Hause haben, und wehe, sie bekam etwas anderes. 

Tochter Viola war so eingebildet, dass sie immer darauf wartete, dass ihr Spiegelbild sie zuerst grüßte. Dazu hatte sie, obwohl schon in reiferem Alter, noch ein Studium zur Sozialpädagogin angefangen.
Die Gute hatte doch sowieso schon “eine Meise unterm Pony”, dazu noch Sozialpädagogik. Also doppelt “bemeist”. 

Viola erspähte natürlich gleich den Farbkasten mit den leeren Farbnäpfchen. 

Aha! Schwarz und braun! Dustere Farben! Gleich erschreckte sie Muttern mit der Feststellung, dass ich mit Sicherheit manisch-depressiv sei! Das würde sie allein schon an meinem ausgefransten Pinsel erkennen, den ich noch in der Hand hielt. 

Sie schleppte mich gleich in die Essecke ab, um mir ernsthaft ins Gewissen zu reden und um ihren Verdacht bestätigt zu bekommen. 

“Schau mal, so ein schöner Tuschkasten”, säuselte sie mit seifenmilder Babystimme auf mich ein, “damit kannst du doch so schöne bunte Sachen malen! Muss es denn immer schwarz sein? Bist du so aggressiv, dass du solche Farben favorisierst?” 

Puh, die Gute musste wohl mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein. 

“Was juckt es dich, was ich male? Schau dich doch mal im Spiegel an: Schwarz getuschte Wimpern und oben drüber alles in dunkel-lila. Sieht aus, als hättest du ein Veilchen. Ein Beerdigungsveilchen aber!”, schloss ich boshaft. “Soll ich deinetwegen vielleicht anfangen, Blümchenmuster zu malen?” Viola nickte ernst, sie schien meine Schnapsidee gut zu finden. 

Und ich schüttelte mich innerlich. Ein Pferd mit Blümchenmuster?! Und womöglich mit rosa Mähne? Grauenhaft. Inzwischen gibt es tatsächlich solch zuckrige Spielzeugpferdchen in Bonbonfarben zu kaufen.

Über die weitere Bemalung meines Pferdes brauchte ich gar nicht weiter nachzudenken. Als ich am nächsten Tag nach Hause kam, war es verschwunden. 

“Schäfers brauchten das Pferd für ein kleines Mädchen, sie haben es vorhin wieder abgeholt,” teilte Muttern mir im befriedigten Ton mit. 

Dass diese Geschichte stimmte, hatte ich stets bezweifelt. Und viele Jahre später kam die Wahrheit ans Licht: Schäfers besuchten uns in Mögersbronn. Sie begrüßten auch Tiger und dann kamen wir auf das besagte Kunststoffpferd zu sprechen. 

“Ich war schon sehr geknickt, als ihr das Pferd wieder weggeholt habt”, gab ich zu. 

Und Tante Millie riss vor Staunen die Augen kugelrund auf. “Was? Adolf hat es uns doch selbst  zurückgebracht. Er sagte, dass du es nicht haben wolltest. Gewundert haben wir uns schon. Aber du kennst deinen Vater ja gut genug um zu wissen, dass man besser nicht nachfragt ...”

Das war wieder ein Beispiel für seine ”fürsorgliche Vaterliebe” ...


Veröffentlicht am 12.10.2012 von HappyShiner


Montag, 4. März 2013

Vaterns Federbett und ein Cafébesuch - Blog von Kiat Gorina


Wie bin ich bloß auf diese bescheuerte Idee gekommen, meinen Vater nach Mögersbronn einzuladen? Er war doch gut versorgt. Gleich nach Mutterns Tod zog seine alte Freundin bei ihm ein, so allein konnte er eigentlich nicht sein. 

Als er mir wieder einmal telefonisch die Bude unter Wasser setzte, will sagen dauerschluchzte, fuhr ich kurzerhand nach Detmold, packte Vatern und ein halbes Dutzend Koffer in seinen Mercedes und kutschierte ihn gen Süden. Halt, das Wichtigste hätte ich fast wieder vergessen: Vaterns maßangefertigtes Federbett nämlich.

Genau das war mir einen Tag nach Mutterns Beerdigung passiert. Da hatte ich Vatern samt Winterkleidern und seiner Beruhigungspillen-Sammlung in seinen Mercedes verfrachtet, um ihn mit nach Bayern zu nehmen. 

Zuerst ging auch alles gut. Wir waren schon am Südkreuz Kassel, da krähte Vatern los: “Wo ist mein Federbett! Wir haben mein Federbett vergessen!” 

Ich wollte ihn beruhigen und meinte: “Das kriegst du von uns. Du brauchst doch nicht dein eigenes Bettzeug mitnehmen …” 

“Das verstehst du nicht! Ich bin besonders groß gewachsen, deshalb habe ich mir extra ein überlanges Federbett von 2,2 m Länge anfertigen lassen! Die normalen Bettdecken sind für mich zu kurz!” 

Das verstand ich wirklich nicht. Vatern mit seinen 1,82 m war doch kein Riese. Arglos wollte ich auf die A 7 auffahren, und Vatern gab Ruhe. Erstmal. Bis er merkte, dass wir immer weiter gen Süden fuhren und uns immer weiter von seinem Federbett entfernten! 

“Halt sofort an! Kehr um! Ich will mein Bett!”  Dabei hantierte er schon am Sicherheitsgurt und wollte die Tür öffnen. Was ihm auch gelang. Offenbar wollte er in voller Fahrt aussteigen und zurücklaufen. 

Ich brüllte los, warf mich halb über ihn und schaffte es irgendwie, die Tür wieder zu schließen. Dass es dabei keinen Unfall gab, ist fast ein Wunder!. 

An der nächsten Abfahrt fuhren wir die ganze Strecke wieder zurück nach Detmold, bloß wegen dieser dämlichen Bettdecke! Wir waren verdammt lange unterwegs, weil es dann ab Würzburg sehr glatt auf den Straßen wurde.

Diesmal war Sommer, und das blöde Federbett hatte ich auch eingepackt. So stand Vaterns Erholung nichts mehr im Wege. 

Siehe da, er lebte förmlich auf! Rothenburg, das Taubertal, Dinkelsbühl, und ... und … und. Friede, Freude, Eierkuchen! Von wegen! Erst war ihm mein kleiner alter Polo keine “angemessene Reisekalesche” (sein Mercedes musste sich schließlich für die Rückfahrt erholen), dann war ich ihm auch keine 24 Stunden täglich zu Diensten. So entschloß er sich nach nur drei Wochen, doch lieber wieder nach Haus zu fahren. 

“Ich war ja nun mehrere Tage bei Euch, und habe einiges Schönes erlebt. Deshalb fahren wir morgen früh nach Feuchtwangen, da will ich dir eine Freude machen!” Nanu, welch seltsame Töne aus Vaterns erlauchtem Munde. Wo war der Haken? 

So fuhren wir in die Stadt, sogar mit Vaterns heiliger Limousine. Mit dem unhandlichen Mercedes wollte ich mich nicht auf meinen üblichen Parkplatz in der Altstadt zwängen. So mussten wir eben fünf Minuten gehen. 

Zielsicher steuerte Vatern auf das Kreuzgangcafé am Marktplatz zu, schaute etwas verdutzt und rüttelte dann an der verschlossenen Tür: “Unverschämtheit! Es ist fast Mittag, und die haben noch nicht auf!” 

Er rappelte immer heftiger an der Tür, und mir wurde es schwül. “Papa, hör auf! Die haben geschlossen, und da kannst du auch nichts dran ändern ...”

Die ersten Leute blieben auch schon neugierig stehen. “Ich will jetzt meinen Kaffee haben, ich trinke immer um diese Zeit meinen Kaffee!”, zeterte er weiter, “wie kommen wir da rein?!” 

“Einbrechen”, wäre es mir fast heraus gerutscht. Aber ich kannte meinen Vater zu gut, wenn er so in Rage war, machte er womöglich genau das. 

“Och, da stellst du am besten im Rathaus einen Antrag, dass wegen dir die Cafes auch am Montag öffnen müssen. Ich glaube aber nicht, dass du damit was erreichst. Der Montag ist nun mal in sämtlichen Gaststätten Ruhetag. Denk doch mal an das Personal!” 

“Das ist mir egal! Ich will jetzt meinen Kaffee!” 

Au weia, langsam wurde die Sache brenzlig. Da blieb nur eines übrig, ich musste Vatern irgendwie in die italienische Eisdiele lotsen, bevor er vollends “aus dem Häuschen” geriet. Uff, geschafft, Gefahr gebannt. Dachte ich. Von wegen! Ich hatte ganz vergessen, dass Vatern ja nur Carokaffee zu sich zu nehmen pflegte. Und den hatten die Italiener eben nicht. 

“Haben die nicht mal Carokaffee! Was ist das für ein erbärmlicher Laden! Fahr mich sofort nach Haus und koch mir Kaffee! Das ist ein Befehl!” 

Entschuldigend lächelte ich die wartende Serviererin an. “Nach Detmold oder nach Mögersbronn”, fragte ich mit Samtpfötchenstimme, bei der die Krallen nur ganz wenig herausschauen. 

“Nach Detmold natürlich, damit ich pünktlich meinen Caro-Kaffee bekomme, und nicht so ein fremdländisches Zeug!” 

Ich schnappte nach Luft, war Vatern jetzt von allen guten Geistern verlassen? 

“Du weißt aber, dass wir für die Fahrt mindestens vier Stunden brauchen?! Da kommst du gerade mal pünktlich zum Abendbrot, aber nicht zu deinem Vormittagskaffee …” 

“Papperlapapp! Das dauert so lange, weil du so schlecht fährst! Dein Bruder Wotan braucht für die Strecke keine vier Stunden! Er würde mich noch am Vormittag nach Haus bringen! Du bist wirklich zu gar nichts zu gebrauchen!” 

“Papa, jetzt ist es kurz vor 11 Uhr. Bis Detmold sind es 450 Kilometer. Und ich habe keine Lust mehr, mir dein Gezeter die ganze Zeit anzuhören. Hier ist dein Autoschlüssel, mach, was du willst!” Damit wandte ich mich zum Gehen. 

“Halt, willst du mich hier einfach sitzen lassen? So kannst du nicht mit mir umspringen!” 

“Wieso sitzen lassen? Du hast doch dein Auto …” 

“Bring mich sofort zum Wagen! Das ist ein Befehl!” 

“Na, dann komm halt mit. Du weißt doch, dass wir beim Zooladen geparkt haben, da musst du ein Stückchen laufen.” 

Vatern blieb wie angeleimt sitzen. 

“Dann gib mir den Schlüssel wieder, und ich hole das Auto her …” 

“Neiiiin, dann kommst du nicht wieder und ich weiß nicht, was ich dann machen soll...”, wimmerte Vatern auf. 

Seufzend setzte ich mich wieder zu ihm an das Tischchen. “Wie wäre es mit einem schönen Kakao zur Stärkung? Und danach gehen wir zum Auto”, schlug ich vor. obwohl ich diesem sturen alten Querkopf lieber heftig auf seinen spitzen Allerwertesten geschlagen hätte. Vatern war einverstanden und ich bestellte. 

Dann kam die Serviererin mit zwei großen Tassen Kakao und stellte mir als erstes eine Tasse hin. 

Rommms, haute Vatern mit der Faust auf das Tischchen, so dass die Tasse  fast überschwappte:” Wieso nimmst du den Kakao! Den wollte ICH doch!” 

“Ach, Papa, die haben doch so viel Kakao, da kann ich doch auch welchen trinken …” 

Mir war die ganze Geschichte so peinlich, dass ich am liebsten im Erdboden versunken wäre. Zahlen durfte ich am Ende auch noch. Geld hatte er nämlich auch nicht mitgenommen. 

Um dieses Eiscafe machte ich seither einen großen Bogen. Weil die Kellnerinnen jedesmal das große Schmunzeln befiel, wenn ich mich dort sehen ließ.


Hochgeladen am 24.06.2010 von ichilao6