Vater ein deutscher Ingenieur, der im II. Weltkrieg in Peenemünde an der Entwicklung der V2 mitwirkte, Mutter Mongolin, die in die Rote Armee eintrat und für die Industriespionage in die DDR abkommandiert wurde. Aufgewachsen in der mongolischen Steppe bei Nomaden. Als ich noch ein Kind war, hat der Schamane in mir eine Schamanin erkannt. Das wollte ich aber nicht sein und auch nicht werden. Aber ich konnte vor meiner Bestimmung nicht davon laufen.
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Montag, 12. November 2012
Die Hühnereskorte - Blog von Kiat Gorina
Dass ich beim Ausreiten versehentlich eine Schaf-, Rinder- oder Pferdeherde mitnahm, kam öfter vor. Aber Hühner? Das war neu. Ich hatte Tiger und Miriam bei einem Bauern in Niederoberbach (das heißt wirklich so!) eingestellt. Kam ich mit meinem kleinen roten "Dieselpanzer" angerattert, hängte sich der Hofhund fast an seiner kurzen Kette auf.Er wollte seine Kraul-Einheiten, jetzt sofort!
So knuddelte ich den großen Kerl kräfig durch.Aber wenn ich nicht aufpasste, hatte ich einen dicken feuchten Hunde-Sabberkuss im Gesicht. Igitt - igitt.
Das hat Riffel gar nicht erst angefangen. Wolfsmischlinge sind eben doch anders. Als ich noch in Düsseldorf im LEJ gearbeitet habe, kam ich nur am Wochenende nach Feuchtwangen. Sonntagabends nahm ich immer den letztmöglichen Zug nach Düsseldorf. Und ich packte frische Kleidung in meine Reisetasche, die wirklich jedesmal so seltsam aus der Form geriet, wenn ich sie offen unten in der Küche stehen hatte. Wie das? Des Rätsels Lösung hing buschig aus der Tasche heraus. Riffels Rute! Immer wieder versuchte sie, sich in der Tasche zu verstecken und so unentdeckt mitzukommen. Klappte aber nie. Entweder war die Tasche zu klein oder Riffel zu groß.
Der Bär brachte mich immer nach Steinach zum Bahnhof.Klar, auch Feuchtwangen hat einen Bahnhof, Schienen sind auch da, nur fährt da nichts mehr. Die Bahn hat die Linie weggespart.
Riffels klägliches Heulen konnte ich sogar noch im wegfahrenden Zug hören.
Aber dann kam der heiß ersehnte Freitag! Meine gepackte Tasche nahm ich schon mit ins Amt. Und sobald Feierabend war, hetzte ich zur Straßenbahn. Ich wollte den nächsten Zug nach Bayern erwischen, unbedingt! Mal hatte der gewaltig Verspätung, mal fiel er aus, dann wieder war der Zug so überfüllt, dass ich mich nur mit Mühe noch hineinzwängen konnte.Egal, Hauptsache weg aus dieser von Gebäuden und Menschen überquellenden Stadt.
Auch in Steinach wimmelte es von Menschen. Klar, weil da die Bahn nach Rothenburg o.T. abfährt. So bevölkerten ganze Touristenmeuten den Bahnsteig. Hauptsächlich Japaner und Amerikaner.
Komischerweise gab es in dem Gewühl immer eine breite Schneise. Und Riffels Freudengeheul war nicht zu überhören! Der Bär hatte ganz schön mit dieser aufgeregten "Riesenmaus" zu tun. Und dann traf die armen Touristen fast der Schlag, sie befürchteten offenbar ein Blutbad. Wie das?
Riffel schoss auf mich los - auf den Hinterbeinen stehend ist sie so groß wie ich - sprang mich an - und nahm meinen Unterkiefer in ihr gewaltiges Gebiss! Eben die typische Art von Wolfsjungen. Die erbetteln sich mit diesem Unterkieferbiss Futter von den Erwachsenen. Nun rülpste ich natürlich nicht mein Essen wieder heraus.
Das ist einfach Riffels Art zu zeigen, dass ich die Leitwülfin bin. Danach steckte sie für eine ganze Weile ihren Kopf unter meinen Arm. Und ich konnte den entsetzten Touristen klarmachen, dass dies nur Begrüßung auf Wolfsart war.
Zurück zum Wachhund. Nach dem Hund kam die Hühnerschar der Altbäuerin angelaufen. Die warteten nicht nur auf Brotkrümel. Einige von ihnen waren so anhänglich, denen musste ich erst das Bauchgefieder kraulen, sonst wurde ich sie nicht mehr los. Tiger und Miriam warteten auch schon. "Hmm-hmmm-hmmm” und "ii-üüüüh" tönte es im Stall.
Flott putzte ich die beiden, sattelte Tiger und zog Miriam ihr Halfter an. Nun konnte es losgehen. Miriam war der perfekte Handesel. Mit den beiden auszureiten war, als hätte ich ein Passgespann. Tempo, Schrittlänge, Temperament. Da passte alles. Ich konnte sogar mit den beiden über Baumstämme springen.
Also los. Um in den Wald zu kommen, musste ich erst quer durch das Dorf reiten. In Höhe der Reithalle sprach mich ein älterer Mann an. Er grinste so seltsam, was war da los? "Wo wollt ihr denn hin? Macht ihr einen Familienausflug?"
"???" Dass ich immer mit zwei Huftieren unterwegs war, wusste doch jeder im Dorf. Ich musste wohl ziemlich blöd geguckt haben, denn der Mann gluckste jetzt . "Schau dich mal um", konnte er gerade noch herausquetschen, dann schüttelte es ihn vor Lachen.
Ich sah mich um - und fiel fast vom Tiger. Mit diesem Anhang hatte ich nicht gerechnet. Da trippelte uns Omas gesamte Hühnerschar hinterher. Wie auf einer Perlenschnur aufgereiht.
Und ich prustete auch los. Dann sah ich zu, dass ich dieses seltsame Gespann heil zurück zum Hof bekam. Da stand schon die Oma, mit einem Eimer voller Gemüsereste in der Hand. Sie wollte den Hühnern etwas Gutes bringen und konnte sie nirgends finden. Auch sie lachte los, klemmte sich das vorderste Huhn unter den Arm und marschierte mit der ganzen Schar zum Hühnerstall.
Wir restlichen Drei kamen dann doch noch zu unserem flotten Ausritt.
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Montag, 16. Juli 2012
Murrli - der Ritter vom aufgeplusterten Schwanz - Blog von Kiat Gorina
Heute fing der Tag schon so verdreht an, weil ich eine Menge Bürokram aufarbeiten musste. Der erledigt sich ja nicht von selbst. Im Gegenteil! Ich habe den fatalen Verdacht, dass Akten sich von selbst vermehren. Immer, wenn sie unbeobachtet sind, scheinen diese Biester einen ganzen Haufen Junge zu bekommen - Ungeschlechtliche Vermehrung.
Das sieht man ja auch in Ämtern. Habe ich selbst erlebt, im LEJ - Landesamt für Ernährung und Jagd - in Düsseldorf. Da blähte sich ein Dreizeiler zu ganzen prall gefüllten Aktenordnern aus.
Da half nur eins. Erst mal mit Riffel eine Runde drehen, um den Kopf wieder frei zu kriegen.
Murrli, der Wildkater, hatte auch schon gemerkt, dass bei mir "Kriegszustand" herrschte. Dagegen hilft seiner Meinung nach nur ein Mittel: Frische Mäuse essen. Die hatte er sorgsam unter meinem Fenster aufgereiht. Bewundert habe ich seine Jagdstrecke, aber essen sollte er sie lieber selbst.
Also, nichts wie raus! Riffel lief begeistert voraus, Rute hochgestellt und Nase in den Wind. Murrli hopste neben mir her und haschte nach den surrenden Insekten.
Wir bogen auf den Asphaltweg ab, da entdeckte Murrli eine Dörflerin mit ihrem Hund. Iiieeh, ein fremder Mensch! Nichts wie ab ins Getreidefeld. Meine Kater sind Fremden gegenüber höchst misstrauisch. Das ist in dieser bleihaltigen Gegend auch nötig. Woher sollen sie auch wissen, dass hier nicht alle Leute an "Morbus Dorfii" leiden?
Kurz, Murrli saß im Getreide, von hinten kam die Frau mit Hund. Und Riffel streikte! "Halt! Murrli fehlt noch! Ich komme erst mit, wenn er da ist." Auf ihre Art kann Riffel genau so stur sein wie ich. Und sie hatte recht! Man läßt kein Mitglied des Rudels allein zurück!
So, was nun? Riffel ist ziemlich schwer. Da sieht es reichlich doof aus, wenn ich sie hinterher ziehe.
Gerade rief die Frau - eine der normalen Einwohnerinnen: "Ich biege hier gleich ab!" Das war wirklich nett von ihr.
Da sprang Murrli mitten auf den Weg!
Moment mal? War das wirklich Murrli? Ich kenne zwar so bunte Schwimmtiere zum Aufpusten, aber dass das auch bei Katzen geht, habe ich nicht gewusst. Auf das Dreifache aufgeblasen stand er da, mit einem gewaltigen Buckel. Und sein Schwanz ähnelte einer überlangen Klobürste! Dazu sein grollendes : "Ooaoouu! Urr-ooaoo!" Hörte sich ziemlich gefährlich an.Wollte er uns beschützen?
Die Frau war inzwischen samt Hund vom Weg abgebogen. Und Murrli kam stolzgeschwellt in hohen Sätzen angesprungen. Bestimmt glaubte er, dass er die Frau in die Flucht geschlagen hat.
Dann liefen Riffel und Murrli Schulter an Schulter mit erhobenen Köpfen und hoch aufgestellten Schwänzen heimwärts: Wir sind eben doch die Größten!
Murrli und Wähli wollte ich auch mal so beim Klettern auf Video aufnehmen - allein, bis ich dann die Videokamera und das Stativ geholt habe, sind dann meist ganz woanders ...
Das sieht man ja auch in Ämtern. Habe ich selbst erlebt, im LEJ - Landesamt für Ernährung und Jagd - in Düsseldorf. Da blähte sich ein Dreizeiler zu ganzen prall gefüllten Aktenordnern aus.
Da half nur eins. Erst mal mit Riffel eine Runde drehen, um den Kopf wieder frei zu kriegen.
Murrli, der Wildkater, hatte auch schon gemerkt, dass bei mir "Kriegszustand" herrschte. Dagegen hilft seiner Meinung nach nur ein Mittel: Frische Mäuse essen. Die hatte er sorgsam unter meinem Fenster aufgereiht. Bewundert habe ich seine Jagdstrecke, aber essen sollte er sie lieber selbst.
Also, nichts wie raus! Riffel lief begeistert voraus, Rute hochgestellt und Nase in den Wind. Murrli hopste neben mir her und haschte nach den surrenden Insekten.
Wir bogen auf den Asphaltweg ab, da entdeckte Murrli eine Dörflerin mit ihrem Hund. Iiieeh, ein fremder Mensch! Nichts wie ab ins Getreidefeld. Meine Kater sind Fremden gegenüber höchst misstrauisch. Das ist in dieser bleihaltigen Gegend auch nötig. Woher sollen sie auch wissen, dass hier nicht alle Leute an "Morbus Dorfii" leiden?
Kurz, Murrli saß im Getreide, von hinten kam die Frau mit Hund. Und Riffel streikte! "Halt! Murrli fehlt noch! Ich komme erst mit, wenn er da ist." Auf ihre Art kann Riffel genau so stur sein wie ich. Und sie hatte recht! Man läßt kein Mitglied des Rudels allein zurück!
So, was nun? Riffel ist ziemlich schwer. Da sieht es reichlich doof aus, wenn ich sie hinterher ziehe.
Gerade rief die Frau - eine der normalen Einwohnerinnen: "Ich biege hier gleich ab!" Das war wirklich nett von ihr.
Da sprang Murrli mitten auf den Weg!
Moment mal? War das wirklich Murrli? Ich kenne zwar so bunte Schwimmtiere zum Aufpusten, aber dass das auch bei Katzen geht, habe ich nicht gewusst. Auf das Dreifache aufgeblasen stand er da, mit einem gewaltigen Buckel. Und sein Schwanz ähnelte einer überlangen Klobürste! Dazu sein grollendes : "Ooaoouu! Urr-ooaoo!" Hörte sich ziemlich gefährlich an.Wollte er uns beschützen?
Die Frau war inzwischen samt Hund vom Weg abgebogen. Und Murrli kam stolzgeschwellt in hohen Sätzen angesprungen. Bestimmt glaubte er, dass er die Frau in die Flucht geschlagen hat.
Dann liefen Riffel und Murrli Schulter an Schulter mit erhobenen Köpfen und hoch aufgestellten Schwänzen heimwärts: Wir sind eben doch die Größten!
Murrli und Wähli wollte ich auch mal so beim Klettern auf Video aufnehmen - allein, bis ich dann die Videokamera und das Stativ geholt habe, sind dann meist ganz woanders ...
Montag, 27. Juni 2011
Handy, die Keksdose und Je t'aime - Blog von Kiat Gorina
Derzeit geht durch die Gazetten dr angebliche supergeheime Trick mit der Keksdose. ALs ich das las, musste ich grinsen. Wer mich psönlich kennt, dem habe ich meine Erlebnisse mit Handys bestimmt erzählt:
Das war zu der Zeit, als ich als Prüferin im LEJ (Landesamt für Ernährung und Jagd) in Düsseödorf arbeitete. Am Wochenende fuhr ich stets nach Bayern - mit der Bahn. Oft gab es Verspätungen - und da spendierte mir mein Bär ein Handy, damit ich ihn anrufen konnte, falls der Zug später eintrudelte - was oft genug vorkam.
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