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Donnerstag, 28. November 2013

Weihnachtslesung mit Roman Kollmer und Andrea Kunesch


In Nordbayern gibt es den Altmühlsee. Und es gibt eine Gemeinde Muhr am See. Da entstand vor zehn Jahren der Plan: Wir veranstalten  Festspiele  - die Altmühlsee-Festspiele.  Es gab auch einen Sponsor - den Lederwaren-Unternehmer Fritz Steinmann aus Nürnberg („4You“). Andere Sponsoren aus der Region schlossen sich an. Und es stand ein Intendant zur Verfügung: Christian Peter Hauser. 

Er schaffte das, was viele für unmöglich hielten. Diese Festspiele wurden ein Erfolg. Zehn Jahre lang. Noch am 23. Juni 2013 schrieb die regionale Presse - voll des Lobes - über zehn Jahre Festspiele am Altmühlsee. In Muhr am See: 

Quelle: nordbayern.de 10. Altmühlsee-Festspiele eröffnet: Muhr am See  - Die Skeptiker sind widerlegt: die Altmühlsee-Festspiele können heuer schon zum 10. Mal begangen werden. Sie gehören inzwischen zum festen Veranstaltungplan im Fränkischen Seenland und sie sind zu einem kulturellen Markenzeichen geworden. 

Ja, die Schirmherrschaft für dieses zehnjährige Jubiläum übernahm gar der bayerische Finanzminister Markus Söder! Dann kam etwas, womit keiner gerechnet hatte - am wenigsten der Intendant: Er wurde gefeuert - oder milder ausgedrückt: ihm wurde gekündigt: 

Quelle: Pressemitteilung Altmühlsee Festspiele in Muhr am See:  Nachdem Bürgermeister Roland Fitzner heute Morgen per Mail mitgeteilt hat, dass die Gemeinde Muhr am See und der Freundeskreis der Altmühlsee Festspiele die Zusammenarbeit mit Christian Peter Hauser, dem Gründer und bisherigen Intendant der Altmühlsee Festspiele, nicht fortsetzen wollen, möchte Hauser sich für die vergangenen 10 Jahre bei Publikum und Unterstützern bedanken. 

Das ist ja auch nicht die feine fränkische Art vom Bürgermeister - nicht einmal persönlich mit dem Intendanten zu sprechen, stattdessen eine Mail schicken! 

Was war der Grund? War es wirklich nur der Ausfall des Hauptsponsors? Auf der Seite "4YOU" finden wir auch heute noch: 

Quelle: 4YOU präsentiert Altmühlsee Festspiele. 

Und dann suchte die Gemeinde nach einem neuen Intendanten. Vor vier Wochen wurde er der Öffentlichkeit vorgestellt: Roman Kollmer. Ja, und jetzt ist dieser neue Intendant nicht mehr im Amt! 

Es gab eine Trennung - gibt Bürgermeister Roland Fitzner zu: "Unüberwindbare Hindernisse". 

Noch vor vier Wochen war von demselben Bürgermeister anderes zu hören: "Mit Roman Kollmer haben wir einen Intendanten gefunden, dessen Herz voll und ganz für diese Festspiele schlägt." 

Ja, was war passiert? Kollmer wollte den Festspielen mehr Profil verleihen. Als das Mitglieder der Gemeinde hörten, werden sie wohl kaum an Reifenprofile gedacht haben ... Aber dann hörten sie vom neuen Intendanten, dass er durch die Theaterliteratur verschiedener Länder spielen wolle! 

War das zuviel für den Bürgermeister? Ausländische Stücke? In einer fränkischen Gemeinde? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ... 




Die Trennung muss tiefer gewesen sein. Für morgen, den 29. November 2013 war eine Weihnachtslesung von Roman Kollmer und Andrea Kunesch vorgesehen. Sie sollte im AIZ, dem Altmühlinformationszentrum der Gemeinde Muhr am See, stattfinden. Das geht jetzt nicht mehr - wieso eigentlich nicht! Jetzt findet sie im Parkhotel statt: 

Weihnachtslesung
am 29. November 2013 um 20:15 Uhr
mit

und
im
Parkhotel
Zum Schießwasen 15
91710 Gunzenhausen
Fon 09831/5040


Hochgeladen am 01.11.2008 von malacunddisno

Dienstag, 21. August 2012

Politiker in der Provinz handeln provinziell und verbrennen Steuergelder - Blog von Kiat Gorina


Irgendwie gibt es eine Gesetzmäßigkeit: Wenn Provinzpolitiker sich auf das glatte Parkett der Wirtschaft wagen, dann geht das meistens schief. Oft genug werden Steuergelder verbrannt! 

Den Schuldigen juckt das oft wenig: Es geht ja nicht um ihr persönliches Geld, es geht ja nur um das Geld der Bürgerinnen und Bürger. Ob es sich da um ein Wahnsinnsprojekt im bayerischen Landkreis Ansbach handelt - da wurden fast 40 Millionen Euronen bei der Beseitigung von Klärschlamm verbrannt - im wahrsten Sinne des Wortes! 

Oder es geht um ein anderes megalomanisches Projekt am und um den Nürburgring. Die extra dafür gegründete GmbH musste im Juli Konkurs anmelden - der Finanzminister von Rheinland-Pfalz musste zurücktreten und erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen Veruntreuung von Steuergeldern - bestimmt kein Kavaliersdelikt. 

Sogar Ministerpräsident Kurt Beck musste sich bei seinen Bürgern entschuldigen - aber zum Rücktritt war er doch nicht bereit! Da sollte für über 330 Millionen Euronen etwas hingeklotzt werden - geblieben sind nur haushohe Schulden. 

Bei der Aufarbeitug der Versäumnisse der Beteiligten und Beauftragten kommen Dinge zum Vorschein, die direkt aus einem Komödienstadel stammen könnten: Da wurden als Finanzinvestoren zwei Figuren beauftragt - einer ein ehemaliger Hoteldirektor aus Wiesbaden, der andere ein Assistent eines Zirkus. Unglaublich - aber wahr! 

Und einen Zirkus haben diese beiden wirklich veranstaltet. Da ließen sie in Zürich nicht nur einmal die Sau raus, sie speisten in den teuersten Restaurants, nächtigten in teueren Hotels, und ließen sich willige Damen kommen - alles auf Kosten der Landesregierung! 

Und dann schafften sie einen angeblichen Finanzinvestor aus Dubai herbei, der wedelte mit Schecks, die zusammen 100 Millionen Euronen wert sein sollten. Leider hatten diese Schecks einen kleinen Fehler - sie waren nicht gedeckt!
Quellen:

  1. süddeutsche.de Ex-Finanzminister muss wegen Nürburgring-Desaster vor Gericht
  2. WELT ONLINE Rheinland-Pfalz soll für Puffbesuche gezahlt haben

Und das scheint ja kein Einzelfall zu sein - sondern eher die Regel! Denken wir nur an den früheren Ministerpräsident Stephan Mappus, der ja sehr freigiebig war, als er den Kaufpreis der EnBW-Aktien aushandelte. 
Quelle: Stefan Mappus - Der tiefe Fall eines S21-Befürworters 

Was sagen eigentlich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger dazu? Die meisten nicht viel bis gar nichts! 

Da fallen mir Worte des geradezu legendären österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter ein, der über typische Bürger und Politik schrieb: "Der typische Bürger fällt auf eine tiefere Stufe der gedanklichen Leistung, sobald er das politische Gebiet betritt. Er argumentiert und analysiert auf eine Art und Weise, die er innerhalb der Sphäre seiner wirklichen Interessen bereitwillig als infantil anerkennen würde. Er wird wieder zum Primitiven. Sein Denken wird assoziativ und affektmäßig." 
Quelle: Joseph Alois Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. UTB, Stuttgart 2005, S. 416 

Und da auch Politiker typische Bürger sind, verhalten sie sich genauso!


Veröffentlicht am 25.07.2012 von ARD


Veröffentlicht am 01.08.2012 von phoenix


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