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Donnerstag, 14. Februar 2013

Meuterei: Piraten gegen Piraten - Blog von Kiat Gorina


Was ist mit den Piraten los? Seit einem Jahr? Seit einem Jahr sinken die Umfrageergebnisse wie im Tiefflug. Und die Landtagswahl in Niedersachsen präsentierte die niederschmetternde Tatsache: Innerhalb eines Jahres fielen die Piraten von zweistelligen Ergebnissen in den Zwei-Prozent-Raum - also in den Orkus der Sonstigen!

Da muss natürlich jemand schuld sein! Klar, dass mus der politische Geschäftsführer - Johannes Ponader - sein! Und alle, die sich auf ihn einschießen um ihn abzuschießen, übersehen, dass auch andere Piraten große Fehler gemacht haben. Fehler, die der mediale Mainstream ausnützt um die Piraten als Lachnummer darzustellen.


Veröffentlicht am 07.09.2012 von Zeruyu

So etwas stößt natürlich potentielle Wählerinnen und Wähler vor den Kopf! Und eines hat sich auch gezeigt, vor allem bei der Person des Johannes Ponader: Es geht um Geld! Politischer Geschäftsführer ist keine Feierabendbeschäftigung, sondern ein Vollzeitjob! Und in dieser derzeitigen Gesellschaft braucht jemand Geld um zu leben und zu überleben.

Spätestens nach der Wahl von Johannes Ponader hätte die Piratenpartei dafür sorgen müssen, dass Ponader ein Gehalt von der Piratenpartei erhält. Dann wären alle Angriffe des Mainstreams gegen Ponader ins Leere gelaufen.

Stellt euch vor, Günther Jauch hätte ihm vorgeworfen, dass er Kunde bei einem Berliner Jobcenter ist. Und Ponader hätte antworten können: "Herr Jauch, Sie sind falsch informiert!" 

Und wenn ich bei der Parteispitze bin, wie ist das eigentlich mit dem Vorsitzenden Bernd Schlömer? In Wikipedia steht: Seit 2010 ist er in der Berliner Julius-Leber-Kaserne als Referent bei P I 5 (Bezeichnung seit 1. April 2012) der Abteilung Personal des Bundesverteidigungsministeriums mit Zuständigkeit für die akademische Bildung an den Universitäten der Bundeswehr tätig:

Ich will beileibe Bernd Schlömer nicht vorwerfen, dass er Mitarbeiter des Bundesverteidigungsministeriums ist. Aber eine Pressemeldung machte mich einst stutzig: Da wurde gemeldet, dass sein oberster Dienstherr - Verteidigungsminister Thomas de Maizière - ihm untersagt hat, im Dienst für die Piratenpartei zu twittern und zu mailen!

Und Schlömer sagte selbst, dass da gewisse Leutchen nur darauf warten ihn dabei zu erwischen! 

Quelle: golem.de Twittern und Mailen für die Piratenpartei im Dienst verboten

Das erinnert mich stark an die Überwachung eines Schulrates durch die Bezirksregierung im Ansbacher Schloss: Das war noch zu der Zeit als die Straußtochter Monika die bayerische Kultusministerin gab - heute sitzt sie im EU-Parlament. Dieser Schulrat war auch für einen Verein tätig, der sich für bessere Schulen einsetzte. Also war dieser Schulrat ein Feind für die Bürokratie im bayerischen Kultusministeriums.

Da wurden zwei Mitarbeiter der Bezirksregierung abgestellt, die den Schulrat überwachen sollten. Und dieser Schulrat wurde angeblich erwischt, wie er während der Dienstzeit mit seinen Vereinskollegen telefonierte. Das wurde dann als Privattelefonat betrachtet, dem Schulrat wurde eine Dienstverletzung vorgeworfen - er musste eine vierstellige Summe Euronen Strafe zahlen!

Zurück zum Chef der Piratenpartei. Vorher war Schlömer Schatzmeister. In Wikipedia steht: 

Kurz nach seiner Aufnahme in die Piratenpartei kandidierte Schlömer auf dem Bundesparteitag in Hamburg erfolgreich für das Amt des Schatzmeisters im Bundesvorstand. Als er im Juli 2009 das Amt antrat, fand er nach eigenen Angaben als Parteikasse nur eine Kiste mit Zetteln vor. Die Bundesschatzmeister bis zu Schlömers Wahl waren noch während ihrer offiziellen Amtszeit einfach verschwunden und monatelang nicht auffindbar. Es fehlten etliche Belege und Spendenquittungen, von denen das Nachrichtenportal Spiegel Online glaubte, dass sie „vermutlich gar nicht erst ausgestellt wurden“. 

Schlömer räumte ein, dass die Piratenpartei seit ihrer Gründung 2006 sehr leichtfertig mit ihren Finanzen umgegangen sei. Da Spenden zum Beispiel über Bezahlungssysteme wie Paypal entgegengenommen wurden, blieben die Spender anonym und konnten keine Quittung erhalten. Nach Schätzungen Schlömers fehlten für 30 Prozent der Gesamteinnahmen Belege und Angaben über die Spender. 

Das nicht ordnungsgemäß verbuchte Geld konnte nicht im Rechenschaftsbericht 2009 aufgeführt werden und wurde auch nicht auf die staatliche Teilfinanzierung angerechnet. Schlömer musste sich in seiner Arbeit als Schatzmeister mit der eigenen Partei-Ideologie auseinandersetzen, da die Partei kommerziell lizenzierte, nicht freie Software ablehnt und Programme zur Abrechnung teilweise erst selbst entwickelt wurden.

Wie sagt der Volksmund: "Bei Geld hört die Freundschaft auf!" Die potentiellen Wählerinnen und Wähler erwarten von einer Partei, dass Spenden korrekt und nachvollziehbar verbucht werden! Das ist das Mindeste, was von einer Partei erwartet wird.

Zurück zu Schlömer: Er ist also ein Parteivorsitzender nur für den Feierabend! Kann er dann eine neue Partei führen? Ich denke, das kann niemand. Normalerweise müsste Schlömer unbezahlten Urlaub nehmen und dann natürlich von der Piratenpartei ein Gehalt erhalten. Oder sein Dienstherr kommt ihm entgegen, und stellt ihn stundenweise frei, so dass er dann ehrenamtlich für die Piratenpartei arbeitet.

Ob allerdings eine rein ehrenamtliche Tätigkeit ausreicht, um eine Partei bundesweit zu führen, bezweifle ich.

Wieso hatten die Piraten anfangs großen Erfolg? Weil sie den Nerv der Wählerinnen und Wähler trafen. Weil sie auf die landesspezifische Mentalität eingingen: Bei der Wahl in Schleswig-Holstein wurde ein sehr überzeugendes Video verwendet:


Veröffentlicht am 11.04.2012 von PiratenSH

Dieses Video spricht viele kritische Wähler an! Und das ist gut so! Wenn ich mir dagegen einen Wahlspot für die Wahl in Niedersachsen ansehe, dann bin ich enttäuscht:


Veröffentlicht am 21.11.2012 von Piratenpartei

Dieses Video hat keinen Biss, es ist viel zu wachsweich formuliert! Piraten müssen kämpferisch sein! Niedersachsen ist ein landwirtschaftlich geprägtes Land - da liegen doch die Problempunkte auf der Hand:

  • Massentierhaltung
  • Genmanipulierte Monokulturen
  • Grundwasserprobleme wegen Fracking
  • Endlagerung von radioaktiven Abfällen: Asse, Schacht Konrad, Gorleben etc.

Aber auch die Versäumnisse und Fehler der McAllister-Regierung wurden nicht genannt. 

Eine junge Partei wie die Piraten kann nicht alle politischen Punkte abdecken, da fehlt es an Wissen und Personal. Aber sie kann sich umhören, was treibt die Bürgerinnen und Bürger um. Wo sind die Probleme? Wenn die Piraten sich um konkrete Probleme kümmern und überzeugende Lösungen anbieten, dann kommen auch die Wähler (wieder).

Was Wähler vertreibt, ist die Egomanie einiger Piraten. Und parteiinterne Auseinandersetzungen via Twitter und dabei geht es weniger um Politik, sondern um persönliche Rangeleien. Ganz schlimm wird es, wenn solche "Botschaften" im Mainstream abgedruckt werden. 

Wenn ich mir beispielsweise die Ansbacher Piraten anschaue, die kümmern sich nicht um die Probleme, die von einer CSU-Administration in den vergangenen Jahrzehnten angehäuft wurden:

  • Bau einer überdimensionierten Klärschlammtrocknung, die nach wenigen Jahren pleite ging und den Kommunen über 38 Millionen kostete! Und die Verantwortlichen stellen sich wieder zu Wahl, so als wäre nichts gewesen. Und von den Piraten bläst ihnen keine steife Brise entgegen
  • Die Bezirkskrankenhäuser erwirtschafteten einen Verlust von vielen Millionen - wieviele es genau sind, wurde nicht veröffentlicht! Und wo bleibt der Protest der Piraten?
  • Probleme mit der Trinkwasserversorgung. Da werden Tiefbrunnen gebaut, die den Grundwasserspiegel absinken lassen! Was zu Schäden an den Wohnhäusern führt! Ein Thema für Piraten? Bisher leider nicht!

Das ist nur ein Beispiel, wie ich mir das Engagement einer neuen Partei vorstelle. Die Piratenpartei muss sich erst vor Ort eine solide Basis bei den Wählern erarbeiten. Ich halte zwar nicht viel von Martin Luther, aber einen Spruch finde ich gut: "Schaut dem Volk aufs Maul!"

Ja, redet mit den Leuten vor Ort, merkt auf, wenn von Missständen erzählt wird, prüft nach und nehmt euch der Sache an! So gewinnt ihr Wähler!

Dienstag, 8. Januar 2013

Wowi - Rücktritt - alles Paletti? - Wer fliegt noch? - Blog von Kiat Gorina

Berlin baut ja einen Flughafen - einen ganz großen! Nur dieser Flughafen ist etwas störrisch - da gibt es immer Probleme und die Eröffnung musste mehrmals verschoben werden. Dann wurde wieder festgelegt: Am 27. Oktober 2013 soll endlich eröffnet werden. 

Aber dazu wird es nicht kommen. Grund: Auch bis dahin ist der Flughafen nicht fertig. Das stellte sich - wieder einmal heraus, als sich Bosch und Siemens auf der Baustelle trafen, da ging es um die Installation der Brandschutzanlage - am 18. Dezember 2012.

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit war ja Vorsitzender des Aufsichtsrat, also hätte er die Öffentlichkeit informieren müssen, dass es mit der Eröffnung wieder nichts wird! Aber er flog erst mal in Urlaub. Und die Berliner erfuhren aus der Zeitung, dass im neuen Flughafen so schnell noch nicht abgeflogen wird und auch nicht gelandet. 


Veröffentlicht von N24de am 07.01.2013

Wowereit kündigte seinen Posten im Aufsichtsrat. Vielleicht meint er, das gehe ihn jetzt nichts mehr an! Aber Regierender Bürgermeister von Berlin, das will er weiterhin bleiben. Also soll ein anderer fliegen - Rainer Schwarz, der Flughafenchef. 

Und dann gibt es den Technikchef vom Flughafen, Horst Amann. Er selbst nennt die Probleme "grauenhaft"! Aber hallo! Warum erst jetzt?

Quelle: n-tv BER-Probleme sind "grauenhaft"


Veröffentlicht von Bananenrepublik1 am 07.01.2013

Was ist eigentlich los in Deutschland? Sind die "Eliten" nicht mehr in der Lage, ein Großprojekt zu stemmen? Es scheint so. Schauen wir doch nach Stuttgart - da soll der unterirdische Monsterbahnhof S21 gebaut werden. Und was tut sich derzeit? Nicht viel, wie Fotos von Juliane zeigen:


Foto von Juliane
Mehr findet ihr auf Julianes Homepage

Aber auch bei anderen Projekten, bei denen Politiker mitmischen, gibt und gab es Probleme. Ich kam zu dem Schluss: "Politiker in der Provinz handeln provinziell und verbrennen Steuergelder"

Ob es der Nürburgring ist oder eine Klärschlammverbrennungsanlage bei Ansbach - allein in Waldeck wurden innerhalb weniger Jahre fast 40 Millionen Steuergelder verbrannt, die Verantwortlichen werfen mit Geld um sich - es ist ja nicht deren Geld, sondern das der Steuerzahler. 

Was soll ich von diesen Eliten halten? Nicht viel! Da bekam ich beispielsweise eine Doktorarbeit zu lesen - mit dem langen Titel "Neue Planungskultur in der Regionalentwicklung - Erarbeitungsverfahren und Strategien Regionaler Entwicklungskonzepte in Bayern"

Da habe ich - zielsicher - die Seite 158 aufgeschlagen und finde These I: "Regionale Entwicklungskonzepte finden in der Praxis der Regionalentwicklung breite Anwendung". 

Wohlgemekrt, das ist eine These. Und diese These wird verteidigt! In einer Doktorarbeit. Und für eine solche These wurde ein Doktortitel verliehen. Ein Dr. rer. nat. Also der Naturwissenschaften - das lässt kein Schwafelfach vermuten.

Also, kann eine Hausfrau dann auch eine ähnliche These aufstellen wie "Plätzchenrezepte finden in der Praxis des Plätzchenbackens breite Anwendung." Und kann sie dann darüber eine Dissertation verfassen und kriegt sie dafür einen Doktortitel? Wohl eher eine Narrenkappe - es ist ja bald Fasching.

Doch zurück zu dieser Doktorarbeit:

Auf Seite 160 finde ich eine These III: "Planungsstrategien werden in der Praxis der Regionalentwicklung im Sinne des Perspektivischen Inkrementalismus, der Projektorientierten Planung oder der Strategischen Planung entwickelt."

Was für eine tolle These? Und was soll Inkrementalismus sein? Also suchen wir doch mal. Und ich wurde fündig, da gibt es ein Dokument von H. Blotevogel - aus dem Jahr 1998. Ein sehr aufschlussreiches Dokument, erklärt es doch "Inkrementalismus" kurz und knapp, was das ist: "kurzatmiges Krisenmanagement (Inkrementalismus)"!

Da schaute ich doch gleich im Verzeichnis der in dieser Dissertation zitierten Quellen: Ja, Blotevogel ist zweimal genannt, einmal ein Text aus dem Jahr 1994 und dann 1999. Und was ist mit dem Text aus dem Jahr 1998? Ach was, dieser Text ist ja kontraproduktiv - so einen Text kann ja jeder verstehen!

Und außerdem ist Dr. Jürgen Ludwig - der Verfasser der Dissertation - heute Landrat des flächengrößten Landkreises in Bayern. Stellen wir uns doch vor, der Landrat muss einen seiner Mitarbeiter kritisieren. Was wirkt dann besser? "Was Sie da machen, ist kurzatmiges Krisenmanagement!" Oder "Das ist Inkrementalismus!" 

Die erstere Kritik sitzt! Aber bei der zweiten wird der Betroffene allenfalls grübeln. "Inkrement ...? Was meint er nur? Vielleicht Exkrement? So eine Scheiße!"

Und zurück zu Berlin und den auf sich warten lassenden Flughafen: Was ist die Ursache für die ständigen Verzögerungen? Klar, das ist angewandter perspektivischer Inkrementalismus, also kurzatmiges Krisenmanagement! Und Wowi hat offensichtlich keine Puste mehr dafür. Also trennte er sich vom Vorsitz im Aufsichtsrat. 

Bei diesen Geschichten fällt mir eine Episode ein - von Douglas Adams:


Veröffentlicht von Frank Hartmann am 01.07.2012
besucherzhler

Dienstag, 21. August 2012

Politiker in der Provinz handeln provinziell und verbrennen Steuergelder - Blog von Kiat Gorina


Irgendwie gibt es eine Gesetzmäßigkeit: Wenn Provinzpolitiker sich auf das glatte Parkett der Wirtschaft wagen, dann geht das meistens schief. Oft genug werden Steuergelder verbrannt! 

Den Schuldigen juckt das oft wenig: Es geht ja nicht um ihr persönliches Geld, es geht ja nur um das Geld der Bürgerinnen und Bürger. Ob es sich da um ein Wahnsinnsprojekt im bayerischen Landkreis Ansbach handelt - da wurden fast 40 Millionen Euronen bei der Beseitigung von Klärschlamm verbrannt - im wahrsten Sinne des Wortes! 

Oder es geht um ein anderes megalomanisches Projekt am und um den Nürburgring. Die extra dafür gegründete GmbH musste im Juli Konkurs anmelden - der Finanzminister von Rheinland-Pfalz musste zurücktreten und erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen Veruntreuung von Steuergeldern - bestimmt kein Kavaliersdelikt. 

Sogar Ministerpräsident Kurt Beck musste sich bei seinen Bürgern entschuldigen - aber zum Rücktritt war er doch nicht bereit! Da sollte für über 330 Millionen Euronen etwas hingeklotzt werden - geblieben sind nur haushohe Schulden. 

Bei der Aufarbeitug der Versäumnisse der Beteiligten und Beauftragten kommen Dinge zum Vorschein, die direkt aus einem Komödienstadel stammen könnten: Da wurden als Finanzinvestoren zwei Figuren beauftragt - einer ein ehemaliger Hoteldirektor aus Wiesbaden, der andere ein Assistent eines Zirkus. Unglaublich - aber wahr! 

Und einen Zirkus haben diese beiden wirklich veranstaltet. Da ließen sie in Zürich nicht nur einmal die Sau raus, sie speisten in den teuersten Restaurants, nächtigten in teueren Hotels, und ließen sich willige Damen kommen - alles auf Kosten der Landesregierung! 

Und dann schafften sie einen angeblichen Finanzinvestor aus Dubai herbei, der wedelte mit Schecks, die zusammen 100 Millionen Euronen wert sein sollten. Leider hatten diese Schecks einen kleinen Fehler - sie waren nicht gedeckt!
Quellen:

  1. süddeutsche.de Ex-Finanzminister muss wegen Nürburgring-Desaster vor Gericht
  2. WELT ONLINE Rheinland-Pfalz soll für Puffbesuche gezahlt haben

Und das scheint ja kein Einzelfall zu sein - sondern eher die Regel! Denken wir nur an den früheren Ministerpräsident Stephan Mappus, der ja sehr freigiebig war, als er den Kaufpreis der EnBW-Aktien aushandelte. 
Quelle: Stefan Mappus - Der tiefe Fall eines S21-Befürworters 

Was sagen eigentlich die betroffenen Bürgerinnen und Bürger dazu? Die meisten nicht viel bis gar nichts! 

Da fallen mir Worte des geradezu legendären österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter ein, der über typische Bürger und Politik schrieb: "Der typische Bürger fällt auf eine tiefere Stufe der gedanklichen Leistung, sobald er das politische Gebiet betritt. Er argumentiert und analysiert auf eine Art und Weise, die er innerhalb der Sphäre seiner wirklichen Interessen bereitwillig als infantil anerkennen würde. Er wird wieder zum Primitiven. Sein Denken wird assoziativ und affektmäßig." 
Quelle: Joseph Alois Schumpeter: Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie. UTB, Stuttgart 2005, S. 416 

Und da auch Politiker typische Bürger sind, verhalten sie sich genauso!


Veröffentlicht am 25.07.2012 von ARD


Veröffentlicht am 01.08.2012 von phoenix


besucherzhler

Freitag, 13. April 2012

GLOSSE:Mittelfranken wird umbenannt - In Schilda - Blog von Kiat Gorina


Erinnern wie uns: Dinkelsbühl, März 2008. Die Klärschlammverwertungsanlage geht in Betrieb. Das soll sozusagen ein Perpetuum Mobile der Klärschlammbeseitigung werden: Klärschlamm wird von mit Biomasse erzeugter Wärme getrocknet und mit dem getrockneten Klärschlamm wird eine Biomasseanlage beheizt, die die Wärme zur Trocknung des Klärschlamms liefert etc.
Nun haben alle bisher bekannten Perpetuum Mobile einen schweren Nachteil: Sie laufen nicht alleine und auch nicht immer, da muss nicht nur Energie zugeführt werden - im Falle dieser anfangs hochgelobten Gesellschaft auch Millionen von Euronen. Aber das hat Politiker trotzdem anfangs veranlasst, dieses Projekt über den grünen Klee zu loben. Wie der damals amtierende Umweltminister Sigmar Gabriel von sich gab:
"Hier ist eine Kombination geschehen aus einer Biomasseanlage, einer Klärschlammtrocknung und -verwertung. Das ist einmalig in Europa. Das gibt es nicht nochmal."
Ja, das ist wirklich einmalig, denn vor ein paar Tagen musste diese Gesellschaft Insolvenz anmelden. Soviel zum Weitblick des damaligen Umweltministers.
Aber auch der immer noch amtierende Oberbürgermeister von Dinkelsbühl, sagte 2008 in seiner Eröffnungsrede: "Beim Klärschlamm werden wir das gleiche erleben, wie beim Gas. Wenn wir abhängig sind von wenigen Betrieben, dann werden die uns irgendwann einmal die Preise diktieren. Das wollten wir nicht, wir haben gesagt, wir nehmen die Sache selber in die Hand. Wir haben die eigene Anlage jetzt, das heißt: Wir diktieren unsere Preise zur Klärschlammverwertung in Zukunft selber und zweitens produzieren wir Strom. Das Ding rechnet sich wirtschaftlich."
Ja, wo ist die Wirtschaftlichkeit geblieben? Hier zeigt sich wieder einmal, woran unsere Behörden und Verwaltungen kranken. An den fehlenden Fachleuten. Überall, wohin die Bürgerinnen und Bürger in den Verwaltungen und Behörden auch schauen, sie sehen Juristen, aber keine technisch ausgebildete Fachleute. Und die wurden auch nicht gefragt. Denn Fachleute hätten von Anfang auf die Mängel des Konzeptes hingewiesen. 
Diese Anlage konnte nie mit Gewinn - nicht einmal mit einer schwarzen Null betrieben werden!
Jetzt ist der Jammer groß: 27 Kommunen haben viele Millionen gebürgt, die betroffenen Gemeinden dürfen diese Millionen in den sprichwörtlichen Schornstein schreiben! Dieses Geld ist das Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler! Und dieses Geld wird fehlen, wenn es um andere kommunale Projekte geht. Die werden dann zwangsweise zurückgestellt werden.
Und was passiert mit den Verantwortlichen? Wahrscheinlich nichts! Sie zucken mit den Schultern und stellen sich bei den nächsten Wahlen wieder zur Wahl! Sie vertrauen auf das Kurzzeitgedächtnis der Wählerinnen und Wähler, die dann die Pleite dieser Gesellschaft bis zu den nächsten Wahlen vergessen haben. 
Da hoffe ich sehr, dass die Verantwortlichen sich täuschen und bei den nächsten Wahlen ihre Quittung erhalten - einen Fußtritt in den Orkus der Vergessenen!
Quelle: BR Studio Franken Millionenprojekt rutscht in Insolvenz
Hochgeladen von DonauTV am 17.06.2011
Hochgeladen von Reinhalteverband am 14.09.2011


Hochgeladen von Reinhalteverband am 14.09.2011