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Dienstag, 10. Juni 2014

GLOSSE: Der Sparstrumpf für Stuttgart 21 hat ein Riesenloch ... Bald ist er leer!


Die Zeit der Sparstrümpfe kommt wieder! Jetzt, nachdem die EZB den Strafzins eingeführt hat, wer will da noch zusehen, wie sein Erspartes immer weniger wird. So dachte auch die Bahn bei Stuttgart 21 - ganze zwei Milliarden Euronen wurden in einen Sparstrumpf gesteckt. Aber daran hatten sie nicht gedacht: dieser Spastrumpf hat ein riesiges Loch. Da rieseln die Euronen nur so heraus. Ein Viertel der zwei Milliarden sind bereits herausgerieselt. Das Handelsblatt beichtete: 

Quelle: Handelsblatt Finanzreserven von Stuttgart 21 schrumpfen: Zwei Milliarden Euro wurden als Risikopuffer für das Projekt Stuttgart 21 eingeplant. Nach einem Jahr ist bereits ein Viertel verbraucht. Schrumpft die Reserve weiter im bisherigen Tempo, braucht die Bahn mehr Geld.

Und wenn der Sparstrumpf leer ist, dann geht die Bahn sammeln - bei der Stadt Stuttgart, bei den Kommunen, beim Land und beim Bund. Die Kanzlerin jedoch hat bereits gesagt: "Wir geben nichts!"

Und wie sieht es mit dem Baufortschritt aus? Die Bahn behauptet: "Alles bestens im Plan!" Nur die Parkschützer sehen das anders: Sie machen eine Rechnung auf: 

Knapp 62 Kilometer Tunnels sind zu bohren. Und nach vier Jahren Bautätigkeit sind bereits 400 Meter Tunnel gebohrt! 

Quelle: Kontext Wochenzeitung Geühlt oder Gebohrt?

Ja, wenn die Bahn in diesem Tempo weitermacht, dann braucht sie noch viele Sparstrümpfe!


Veröffentlicht am 26.05.2014 von Walter Steiger

Übernommen von OverBlog

Samstag, 8. März 2014

GLOSSE: Das Dorf - Ein Schwarzes Loch?

Das meine ich weniger politisch, sondern mehr physikalisch. Physiker von heute sprechen ja oft von und über schwarze Löcher, die Materie regelrecht ansaugen und verschwinden lassen. Dieses Dorf und seine Umgebung zumindest scheint Fluggeräte wie Flugzeuge und Warmluftballons anzusaugen und zur Landung zu zwingen. 

Ich denke da nicht nur an die Notlandung eines Sportfliegers, der mit seinem Fluggerät auf dem Rücken landen musste. Grund: Der Sprit war ihm ausgegangen.  Er landete auf meiner Wiese und wollte sich zur nächsten Tankstelle begeben. Kaum war er weg, kamen auch schon Dorfkinder hervor - mit Scheren und Messern bewaffnet. Sie wollten den bunten Fallschirm zerschneiden. 

Mein Bär fuhr dann den Flieger zur nächsten Tankstelle - ich bewachte den Fallschirm ... 

Oder ein ander Mal, da musste ein Segelflieger im nahegelegenen Acker notlanden - die nicht mehr vorhandenen Aufwinde ließen das Flugzeug sinken. Wir hatten gerade Besuch aus München. Er war erstaunt, was auf dem Land so alles passieren kann. 

Und heute war es wieder so weit: Mein Bär ging mit Knopfi - dem Maulesel - spazieren. Plötzlich erstarrte Knopfi: Ängstlich schaute er zum Himmel, ein riesiger Ballon! Er sank und sank! In der Eselwelt Knopfis bedeutet dies bestimmt ein schlimmes Omen. Aber neugierig war er auch. Er zog in Richtung der Stelle, wo der Ballon landen musste. Grund: Das Gas für den Brenner war ihm ausgegangen. 

Knopfi war erst erschrocken, als er den riesigen Ballon im Gras liegen sah. Aber mein Bär beruhigte ihn: Dem Ballon geht die Luft aus, der ist schon tot! Der beißt nicht mehr! 

Das überzeugte Knopfi, er sah selbst, dass der Ballon immer kleiner wurde. Trotzdem wollte er ganz genau zuschauen, bis nichts mehr vom Ballon übrig blieb. Es blieb aber etwas übrig: die zusammengefaltete Hülle. Sie wurde in einen großen Futtersack gesteckt. Befriedigt schnaufte Knopfi tief durch, als der Sack zugebunden wurde. 

Mit Knoten kennt Knopfi sich gut aus. Er hat auch Geduld und kann so ziemlich alle Knoten öffnen - mit seinen Lippen. Wenn er genügend Zeit hat. 

Einige der gelandeten Fahrgäste fanden Knopfi süß und wollten ihn streicheln. Dagegen hat Knopfi nichts. Auch nicht, als Fotoapparate klickten und Handycams surrten. Einige Eltern waren etwas angesäuert: Da spendieren sie eine Fahrt mit einem Ballon. Und dann kommt ein Esel daher, der stiehlt dann die Schau. 

Ja, und dann hatte ein anderer seinen Auftritt: Der Jagdaufseher! Mit seinem Traktor kam er angerollt. Er musste ja nach dem Rechten sehen. Als er sich durchgefragt hatte, wer der Veranstalter ist, wurde derselbige aufgeklärt, auf welchem Grund er gelandet ist. Mehrmals musste sich der Veranstalter anhören: "Dös is fei net die Gma von Eschenbach, des is unsere Gma. Doa is die Grenz ..." Natürlich mit erhobenem Zeigefinger. 

Aber der Veranstalter ließ sich nicht weiter stören, sondern verstaute seinen Ballon und den Korb auf dem Anhänger - die männlichen Passagiere halfen kräftig mit. Nur der Jagdaufseher nicht. Er wollte endlich seinen Gma-Spruch loswerden, keiner hörte zu. Obwohl er ein fettiges Hütchen auf hatte! 

Notgedrungen stiefelte zurück zu seinem Traktor ... 


Veröffentlicht am 11.07.2012 von Dietsen21

Übernommen von OverBlog

Mittwoch, 21. August 2013

Lotti - die schnappige Schnappschildkröte und das Sommerloch

Die Schotten haben ihr Loch Ness mit dem darin wohnenden Ungeheuer, die Allgäuer in Irsee haben ihren Oggenrieder Weiher mit der Schnappschildkröte Lotti. Sie rettet das alljährliche Sommerloch in der Presse. Und sie stiehlt der Kanzlerin die Schau, wenn sie beabsichtigt, ihre Wahlkampftiraden anzustimmen.

Die schnappige Schildkröte Lotti geistert nun wirklich durch alle Medien, sogar ich bin über das Viech gestolpert. Leicht schmunzelnd las ich über die verschiedenen Versuche, die Schildkröte zu finden. Der Bürgermeister von Irsee, Andreas Lieb, hatte als erster eine brauchbare Idee: das Wasser aus dem Oggenrieder Weiher abzulassen. 

Klar, dabei kommt so manches wieder zum Vorschein, nur eben nicht die Schildkröte …

Nun rückten Zoologen an, zehn an der Zahl. Die, so hieß es in den Medien, versetzten sich geistig in die Lage der Schildkröte, um neue Fang-Ideen auszubrüten. Ich habe wirklich nichts gegen Zoologen, solche Leute können und wissen sicher eine ganze Menge. Aber wie sieht es mit der Praxis aus? 

In der mongolischen Wüste bin ich das erste Mal auf Zoologen gestoßen. Wer mein Buch gelesen hat, kennt diese witzige Episode. 

Oder wie war es mit den Wölfen? Erst vor wenigen Monaten hatten Forscher entdeckt, dass Wölfe Lachse essen. So jedenfalls stand es in der Zeitung. Du liebe Zeit! Dass Hundeartige sich auch Fische aus dem Wasser “angeln”, ist doch wirklich ein alter Hut. 

Und nun diese Zoologen. Sie hatten den famosen Einfall, Fallen mit gammeligem Fleisch aufzustellen. Dort hinein, das war klar, würde die hungrige Schildkröte schleunigst krabbeln. Weil sie einen sehr guten Geruchssinn hat und das verwesende Fleisch von weitem riecht. 

Aber, warum sollte sie das tun? Im Schlamm gibt es jede Menge Futter. Jeder weiß doch, was für ein reges Bodenleben in Weihern herrscht. An diesen Würmern, Krabbeltieren, Amphibien, toten Fischen usw. kann “Lotti” sich auch satt essen. Warum sollte sie dann in eine Falle kriechen, die schon von weitem nach diesen lästigen Zweibeinern riecht, die dort überall herumtrampeln. 

Neben dem Geruch erkennen sie Menschen  auch  am Trittschall und an dem pluppenden Saugen, wenn man seine Stiefel wieder aus dem Schlamm zieht. So haben die suchenden Feuerwehrleute natürlich keine Chance, Lotti zu finden.

Zum anderen sind fleischfressende Schildkröten beileibe nicht dumm. Wir Menschen unterschätzen Tiere oft. Ein kleines Beispiel: 

Bekannte hatten einen Zierteich, in dem es auch Kröten und Frösche gab. Verspielt, wie ich immer noch bin, band ich eine Schnur an einen Stock, und an diese Schnur hängte ich ein “Katjes”. Das ließ ich den Fröschen vor der Nase baumeln. Sie schnappten danach - igitt, nicht essbar - und spuckten es wieder aus. Das kann man immer wieder machen, stundenlang (falls man die Geduld dafür hat). 

Dasselbe habe ich mit einer Kröte versucht: sie schnappte das Katjes, spuckte es wieder aus und strafte den Köder fortan mit Verachtung. Ja, selbst Stunden später fielen weder sie noch die anderen Kröten auf den Köder herein! Also können sie logisch denken und sich etwas für eine gewisse Zeit merken. 

Ich konnte es nicht lassen, und rief auch in Irsee an. Obwohl die armen Irseer bestimmt von Tierkommunikatoren, Schildkrötenseelensuchern  und anderen ungefragten Ratgebern überrannt wurden. Der Bürgermeister war erstaunlich freundlich und hörte sogar zu, obwohl der arme Kerl sicher anderes zu tun hat. 

“Lieb” 

“Gorina. Ich habe noch eine Idee, wie Sie diese Schildkröte besser finden können ….” Tiefer Seufzer, dann erklärte Herr Lieb: “Wir haben hier mehrere Zoologen als Ratgeber. Außerdem haben wir Fallen aufgestellt und die Feuerwehr sucht den Weiher ab, mit langen Bambusstangen …” 

“Haben Sie auch daran gedacht, dass man beim Stochern mit Stangen die im Schlamm hockende Schildkröte nicht von einem Stein unterscheiden kann? Oder wenn sich das Viech im metertiefen Schlamm einbuddelt?” 

“Na ja, irgendwann muss sie ja mal herauskommen …” 

“Was, wenn sie nachts rauskommt und auf das schon abgesuchte Areal krabbelt? Im Dustern sieht man das Viech doch nicht unbedingt. Auch wenn man Wachen aufstellt.” 

“… Die Schildkröte muss doch auch fressen, und da sind doch die Fallen …” 

“Würden Sie bis zu einer Falle marschieren, wenn es direkt vor Ihrer Nase im Schlamm genug zu fressen gibt?” 

“Tja …” 

Ich ließ den armen Kerl gar nicht mehr zu Wort kommen: “Das einzige, was jetzt noch hilft, wäre, den Schlamm mit riesigen Rohren abzusaugen. Mit Moniereisen als Filter davor.  Das würde natürlich sauteuer … Oder sie baggern den ganzen Weiher einfach aus. Aber das ist auch nicht billig!” 

”Am besten machen wir aus dem ganzen Weiher ein Baugebiet”, seufzte der arme Bürgermeister abgrundtief. 

“Ja, das sehe ich auch so”, stimmte ich ihm zu. 

Vor einigen Tagen las ich in der Zeitung, dass man daran denke, den Oggenrieder Weiher auszubaggern … 

Manche meinen, dass diese Schildkröte den Allgäuer Winter nicht überleben wird. Da bin ich mir nicht so sicher. Grund: Diese Schildkröten leben auch in Kanada - und dort soll es sehr strenge Winter geben ;-) Und bekanntlich gehören Schildkröten zu den poikilothermen (wechselwarmen) Tieren. Bei Kälte fahren sie einfach ihren Stoffwechsel herunter.


Veröffentlicht am 13.08.2013 von Germany


Veröffentlicht am 12.08.2013 von TV Allgäu Nachrichten

Übernommen von Over-Blog