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Samstag, 8. März 2014

GLOSSE: Das Dorf - Ein Schwarzes Loch?

Das meine ich weniger politisch, sondern mehr physikalisch. Physiker von heute sprechen ja oft von und über schwarze Löcher, die Materie regelrecht ansaugen und verschwinden lassen. Dieses Dorf und seine Umgebung zumindest scheint Fluggeräte wie Flugzeuge und Warmluftballons anzusaugen und zur Landung zu zwingen. 

Ich denke da nicht nur an die Notlandung eines Sportfliegers, der mit seinem Fluggerät auf dem Rücken landen musste. Grund: Der Sprit war ihm ausgegangen.  Er landete auf meiner Wiese und wollte sich zur nächsten Tankstelle begeben. Kaum war er weg, kamen auch schon Dorfkinder hervor - mit Scheren und Messern bewaffnet. Sie wollten den bunten Fallschirm zerschneiden. 

Mein Bär fuhr dann den Flieger zur nächsten Tankstelle - ich bewachte den Fallschirm ... 

Oder ein ander Mal, da musste ein Segelflieger im nahegelegenen Acker notlanden - die nicht mehr vorhandenen Aufwinde ließen das Flugzeug sinken. Wir hatten gerade Besuch aus München. Er war erstaunt, was auf dem Land so alles passieren kann. 

Und heute war es wieder so weit: Mein Bär ging mit Knopfi - dem Maulesel - spazieren. Plötzlich erstarrte Knopfi: Ängstlich schaute er zum Himmel, ein riesiger Ballon! Er sank und sank! In der Eselwelt Knopfis bedeutet dies bestimmt ein schlimmes Omen. Aber neugierig war er auch. Er zog in Richtung der Stelle, wo der Ballon landen musste. Grund: Das Gas für den Brenner war ihm ausgegangen. 

Knopfi war erst erschrocken, als er den riesigen Ballon im Gras liegen sah. Aber mein Bär beruhigte ihn: Dem Ballon geht die Luft aus, der ist schon tot! Der beißt nicht mehr! 

Das überzeugte Knopfi, er sah selbst, dass der Ballon immer kleiner wurde. Trotzdem wollte er ganz genau zuschauen, bis nichts mehr vom Ballon übrig blieb. Es blieb aber etwas übrig: die zusammengefaltete Hülle. Sie wurde in einen großen Futtersack gesteckt. Befriedigt schnaufte Knopfi tief durch, als der Sack zugebunden wurde. 

Mit Knoten kennt Knopfi sich gut aus. Er hat auch Geduld und kann so ziemlich alle Knoten öffnen - mit seinen Lippen. Wenn er genügend Zeit hat. 

Einige der gelandeten Fahrgäste fanden Knopfi süß und wollten ihn streicheln. Dagegen hat Knopfi nichts. Auch nicht, als Fotoapparate klickten und Handycams surrten. Einige Eltern waren etwas angesäuert: Da spendieren sie eine Fahrt mit einem Ballon. Und dann kommt ein Esel daher, der stiehlt dann die Schau. 

Ja, und dann hatte ein anderer seinen Auftritt: Der Jagdaufseher! Mit seinem Traktor kam er angerollt. Er musste ja nach dem Rechten sehen. Als er sich durchgefragt hatte, wer der Veranstalter ist, wurde derselbige aufgeklärt, auf welchem Grund er gelandet ist. Mehrmals musste sich der Veranstalter anhören: "Dös is fei net die Gma von Eschenbach, des is unsere Gma. Doa is die Grenz ..." Natürlich mit erhobenem Zeigefinger. 

Aber der Veranstalter ließ sich nicht weiter stören, sondern verstaute seinen Ballon und den Korb auf dem Anhänger - die männlichen Passagiere halfen kräftig mit. Nur der Jagdaufseher nicht. Er wollte endlich seinen Gma-Spruch loswerden, keiner hörte zu. Obwohl er ein fettiges Hütchen auf hatte! 

Notgedrungen stiefelte zurück zu seinem Traktor ... 


Veröffentlicht am 11.07.2012 von Dietsen21

Übernommen von OverBlog

Samstag, 15. Dezember 2012

Ein verqueres Vollmondfeuer - Blog von Kiat Gorina


Unsere Vollmondfeuer waren immer eine famose Sache. Es gibt kaum etwas Schöneres als beim aufgehenden Vollmond am Feuer zu sitzen.  Wir hatten oft Gäste bei diesen Feuern. Stadtpflanzen zumeist. Und natürlich Leute aus der esoterischen Ecke. Die sahen natürlich in jedem vorbei huschenden oder fliegenden Schatten irgendwelche "verlorene Seelen" oder andere Geister. 

Komisch, was ich da am nächtlichen Himmel erkannte, waren Fledermäuse, irgendwelche Nachtvögel oder sogar der Uhu vom Mönchswald. Die waren aber nicht verloren oder gar gespenstisch, die waren auf Beutefang. 

Heute rief mich eine alte Bekannte an, wir kamen auf die Vollmondfeuer und dann aus dem Lachen nicht mehr heraus. 

"Weißt du noch", kicherte Ria, "diese Rothaarige aus München, die bei euch übernachtet hat und dir dann unbedingt im Stall helfen wollte? Die wollte sich doch auch ein Pferd anschaffen und ..." 

Weiter kam Ria nicht. Ich musste so lachen, dass ich mich heftig verschluckte. 

Ach ja, das war ein Exemplar der besonderen Art. Sie hielt mir erst mal lange Vorträge darüber, dass Pferde auf gar keinen Fall zusammen auf die Weide dürften. Die Verletzungsgefahr sei viel zu groß! Und überhaupt, einem Lipizzaner die Gegenwart eines Esels zuzumuten! So ging es in einer Tour. 

Dann verschwand sie auf die Koppel. Uff, endlich Ruhe! Ich musste nämlich noch den Stall machen. Von wegen! 

“Aauuuaaaa!" jaulte es auf der Koppel. 

Was war da los? Hatten Tiger und Knopfi dieser Tante die Meinung gegeigt? Sie hatten.

Wimmernd beklagte sich Yvonne bei mir : "Der böse Esel hat mich in den Popo gebissen!" 

Ich hatte es plötzlich sehr eilig. Eine gestandene Mittdreißigerin, die zu ihrem ausladenden Hinterteil "Popo" sagt, muss erst mal verdaut werden. 

Es kam noch schlimmer. Der Bär bog um die Ecke: "Kiat, Erika hat angerufen, ihre Freundin kann sie nicht herbringen, weil sie plötzlich ins Krankenhaus musste. Ich habe ihr versprochen, dass du sie in einer halben Stunde in Heilsbronn am Bahnhof abholst ..." 

Das hatte mir gerade noch gefehlt! Die ersten Eso-Tanten rollten jeden Moment hier an, der Stall war noch nicht fertig, und zum Bahnhof war es auch kein "Katzensprung".

Im Eiltempo gemistet, eingestreut, Futter rein, alles in totaler Hektik. Umziehen musste ich mich ja auch noch. 

So, nur noch das Wasser auffüllen - dachte ich! 

Das war reine Selbstüberlistung. Yvonne wollte nämlich helfen. 

"Die brauchen noch Wasser", sagte ich arglos, "Tiger kriegt fünf Eimer und Knopfi einen, ich geh mich mal umziehen ..." 

Mit meiner Brieftasche in der Hand schoss ich aus dem Haus, ich war schon verdammt spät dran. Aus Gewohnheit sah ich noch eben in den Stall, schaute in Tigers Tränkbottich, stutzte, trat in die Box - und stand im Nassen! 

Tigers Bottich war knochentrocken, diese Trine hatte die fünf Eimer Wasser mitten auf das frische Stroh gekippt! Alles schwamm! 

(Fürchterliche Flüche, nicht aufgeschrieben, da wahrscheinlich jugendgefährdend). Und eine beleidigte Yvonne. Die Trine konnte froh sein, dass ich ihr nicht das ganze klatschnasse Stroh über den Kopf gekippt habe! 

So, jetzt aber los, diese Erika wartete sicher schon. Wer war das noch gleich? Ich konnte diese ganzen Esotanten noch nie gut auseinander halten. 

Doch, an eine konnte ich mich erinnern. Die war eher klein, aber breit wie gleich zwei Brauereipferde. Dagegen war meine Bekannte "Schrappi" die reinste Elfe. Hoffentlich war es nicht gerade die, weil sie beim letzten Besuch die gesamte Rückbank eines großen Kombis eingenommen hatte. Und mein kleiner Polo hat einen Laderaum, aber keinen Rücksitz. 

Na, das wird sie schon nicht sein. Soviel Pech an einem Tag kann es gar nicht geben! So tröstete ich mich selbst, warf die Brieftasche auf den Beifahrersitz und ratterte los zum Bahnhof. 

Aber - da! Das war zuviel! Wer mich da erwartete, war eben jenes Riesendromedar!

Da blieb nur eines: Auto in Fahrtrichtung stellen und den zweiten Gang einlegen. Warum das? 

Ganz einfach: keuchend schob ich Erika so weit ins Auto, dass ich die Tür gerade eben schließen konnte. Dann wollte ich auch einsteigen, das heißt, ich versuchte es. Aber beide Sitze waren mit Erika gefüllt! Sie thronte sogar auf dem armen Schalthebel. 

"Rutsch mal rüber, wie soll ich denn fahren!" fauchte ich sie an. 

"Das geht aber nicht, hier ist so wenig Platz, hättest du nicht mit einem größeren Auto kommen können?", keifte sie zurück. 

"Soll ich mir wegen dir vielleicht einen Tieflader mit Hebekran zulegen?" Ich war auf hundertachtzig, meine Stimme hätte einem Nebelhorn alle Ehre gemacht. Das Trumm rührte sich aber nicht. 

Da griff ich zur Selbsthilfe, nämlich meiner Hufzange, die unter dem Sitz lag. Die piekte ich ihr in die schwabbelige Figur, Erika rutschte plötzlich doch zur Seite. So, schnell rein und Tür zu. 

Seitdem weiß ich, was Platzangst ist! Halb erstickt in den schwabbeligen Speckmassen, versuchte ich, mein armes überladenes Autochen im zweiten Gang nach Haus zu manövrieren. 

Wir kamen so verdammt langsam vom Fleck, ich fühlte mich schon halb zu Tode gemangelt. Jetzt fehlte nur noch - ach, da war sie schon. Eine Polizeistreife. Den Polizisten war mein merkwürdig langsamer Fahrstil aufgefallen, und nun wollten sie meine Papiere sehen.

"Ihren Führerschein und die Fahrzeugpapiere bitte." 

Verdammt, das war Trick siebzehn mit Selbstüberlistung! Die Papiere waren in der Brieftasche, und die lag auf dem Beifahrersitz. 

"Ähm, das geht leider nicht ..." 

"Bestimmt haben Sie beides zu Hause vergessen!", der Polizist wurde schon leicht schnappig. Klar, in der Dunkelheit konnte er in meinem Auto wohl nicht viel erkennen. 

"Nein, meine Papiere liegen auf dem Beifahrersitz und ich ... ääh" 

Er leuchtete ins Auto und erblickte meine überquellende Fracht. 

"Ich glaube, wir haben da ein schwerwiegendes Problem", meinte er nur. Auf die weitere Kontrolle verzichtete er.

Hochgeladen von  haslurrrr am 30.11.2010
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Samstag, 15. September 2012

Schreck! Wer schießt da durchs Dach? - Blog von Kiat Gorina


Nein, das hört sich nur gefährlich an, ist es aber nicht. Ich war nicht auf einem Truppenübungsplatz, und spinnerte Jungjäger waren es diesmal auch nicht. Wir hatten unsere Weide gekürzt, dabei blieben eine Menge Äste und Reiser übrig. 

Der Bär kam auf die famose Idee, davon eine kleine Rundhütte zu basteln. Nein, keine Schwitzhütte und auch keine der hier in Mode gekommenen "Schamanenlaubhütten". Von solchem Brimborium halte ich bekanntlich gar nichts. 

Aber Riffel liegt gern halb verborgen in Reisighaufen. Das tarnt und ist ein guter Windschutz. 

So bauten wir eben ein Miniwigwam in Riffelgröße. Das Reisig reichte natürlich nicht bis oben hin, da blieb eine ziemlich große Öffnung. 

Ab und zu legt Riffel sich in ihre "Freiluftvilla". Heute abend saß sie vor der Haustür und schaute Murrli und Wähli beim Spielen zu. Das geht jetzt sogar ohne Leine. Früher hätte sie die beiden gejagt ... 

Murrli macht sich manchmal einen Spaß daraus, über die liegende Riffel zu galoppieren! Die fährt dann hoch und tut furchtbar gefährlich. Dann kommt Murrli angetrippelt und die beiden reiben ihre Nasen aneinander. 

Die Katzen jagten sich über den Hof und auch rund um Riffels Villa. Dann verschwand Wähli darin und Murrli betrachtete seine eigene zuckende Schwanzspitze. 

Ich holte Knopfi von der Koppel. Das ist ab und zu das reinste Geduldsspiel. Der gute Junge hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, dass er vorher noch das Gras vor dem Schweinestall auffressen muss. 

Na ja, so fünf Minuten lasse ich ihm sein Vergnügen. Wenn er da frisst, muss ich nicht mähen. 

Und heute? Neugierig steckte er seinen dicken Kopf in Riffels Hütte. "Fffftt- ouaouh!" fauchte es im Innern los, Knopfi fuhr entsetzt zurück. Und durch das Dach schoß eine dicke schwarze pelzige Kanonenkugel - Wähli. 

So eilig hatte Knopfi es noch nie, in seine Box zu kommen. 

Der Nutzer logiworker stellte einen "quietschenden Esel" ins Netz. Er schreibt: "Der Esel müsste mal wieder geölt werden." - Da frage ich mich: Wo werden Esel geölt?


Hochgeladen von logiworker am 17.03.2011
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Montag, 10. September 2012

Maulesel Marian: Wo ist Tiger? - Blog von Kiat Gorina


Der kleine Knopfi vermisst seinen großen Freund Tiger immer noch. Jetzt ist es schon drei Monate her, dass der arme Tiger vergiftet wurde. Und Marian ist verdammt traurig!

Mit den Katzen kann er nicht sonderlich viel anfangen. Seit er Wähli in den Schwanz gebissen  und der ihm eine geschmiert hatte, kann er den Samtpfoten nichts mehr abgewinnen. 

Außer beobachten. Das sieht schon gut aus: erst ist der Kleine eifrig am Fressen. Dann klappen beide Ohren nach vorn und er bekommt sozusagen Stielaugen, frisst aber weiter. Wenigstens tut er so als ob. Dabei nähert er sich in zierlichen Trppelschrittchen dem Zaun. 
Was steckt denn nun im hohen Gras? Ein Reh, ein Hase oder ein fremdes Katzentier? 

Da - Marian springt los, die Ohren platt an den Kopf geklappt und das Maul drohend aufgerissen! Kurz vor dem Zaun bremst er ab, und seine Zähne schlagen mit einem lauten Knall aufeinander! Aha! Was da jetzt entsetzt die Flucht ergreift, war eine fremde Katze aus dem Dorf. 

Wild oder unsere Katzen beobachtet er nämlich aufmerksam und schaut ihnen lange hinterher. Nur bei Fremden spielt er "Schnappschildkröte". 

Mit Riffel versteht er sich jetzt auch besser. Aber so eine enge Freundschaft, wie Miriam und Tiger mit ihr hatten, wird es wohl nie geben. Dafür ist der Knopfi zu unberechenbar und Riffel schon etwas zu alt. Sie kann nicht mehr schnell genug ausweichen, wenn der seinen Rappel kriegt. 

Und heute dachte der arme Kerl wohl, dass Tiger zurückgekehrt ist. Das kam so: Tiger hatte an seinem Halfter nämlich ein kleines Glöckchen. Wenn er sich bewegte, bimmelte es leise. Diese Bimmel trug er aus gutem Grund. Ab und zu sprang er nämlich über den Koppelzaun (der ist 1,4 m hoch!), um draußen weiter zu fressen. Bekanntlich ist ja das Gras auf der anderen Seite des Zaunes immer grüner und saftiger. Wenn es auf der Koppel nicht mehr bimmelte, musste ich schauen, wo Tiger abgeblieben war. 

Heute habe ich mich aufgerafft,  Tigers Halfter zu waschen. Ich holte es aus dem Stall, dabei bimmelte sein Glöckchen leise. 
Knopfi riss alarmiert den Kopf hoch, ließ seinen Begrüßungsjodler erschallen und galoppierte zum Tor: "Tiger? Wo bist du denn?" Hoffnungsvoll schaute er über den ganzen Hof. Den Anblick seiner tief enttäuschten Augen werde ich wohl nie mehr vergessen. 


Hochgeladen von KiatGorina1 am 05.01.2011

Weitere Artikel:

  1. Ich hatt einen Kameraden
  2. Maulesel Marian trauert um Tiger




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Sonntag, 3. Juni 2012

Maulesel Marian trauert um Tiger - Blog von Kiat Gorina


Lipizzaner Tiger vergiftet

Ganze zehn Tage ist es jetzt her, dass Lipizzaner Tiger vergiftet wurde. Und der kleine Marian versteht die Welt nicht mehr. Er hat den qualvollen Tod seines Kameraden mitansehen müssen, hat hoffnungsvoll immer wieder Tigers sterbliche Hülle angestoßen: "Komm, steh doch wieder auf, bitte!" 

Maulesel Knopfi ganz allein

Natürlich vergebens. Nun ist der kleine Knopfi ganz allein. Traurig steht er in seiner Box, das Frühstücksgras will ihm nicht mehr schmecken. An den ersten beiden Tagen hat er ganz leise nach Tiger gerufen. Pferde können wiehern, Esel können "Iiiiiaaaaah" brüllen. Maulesel können beides nicht. So blieb ihm nur ein leises fragendes "Üüüüü" ... Immer wieder. Vergebens. 
Tiger konnte nicht mehr antworten. Wenn ich den Kleinen nach draußen hole, muß er an Tigers Box vorbei. So ein trostloser Anblick: schon nach den wenigen Tagen scheinen seine Spuren vergangen. Zwar hängt seine Decke noch über dem Freßgitter und sein Tränkbottich lehnt an der Wand - aber, wer je die leere Box seines behuften Freundes gesehen hat, weiß, wie uns zumute ist. 
Schon hängen Spinnweben über der Futterkrippe, sein Leckstein ist eingestaubt und nur noch einzelne Strohhalme liegen am Boden. Das alles ist so endgültig, Staub deckt die Erinnerung langsam zu. Tigers  Bürste und das Halfter liegen noch im Stall, ich habe es noch nicht fertig gebracht, sie fortzuräumen. 
Marian zog es anfangs immer in Tigers Box, wo er die letzten Geruchsspuren seines toten Freundes aufnahm.
Maulesel Knopfi und Lipizzaner Tiger
Auf der Koppel steht er nur noch traurig herum, vorbei sind die wilden Jagden und Rangeleien. Da ist keiner mehr, mit dem er sich den Hals kraulen kann. Auch der Ball mit dem Griff reizt ihn nicht mehr. Sein Spielzeug liegt unbeachtet in der Ecke. Sicher, wir bürsten ihn, kraulen ihn und gehen mit dem Kleinen spazieren. 
Wenn Reiter vorbei kommen, schaut er aber nur kurz hoch. Die können ihm seinen Freund Tiger nicht ersetzen. Sein großer Tiger, mit dem er abends nach dem Fressen Seite an Seite gestanden hatte, der ihm den Rücken beknabberte oder ihn auch mal mit Stroh bestreute.
Wenn wir von Tiger sprechen, und er versteht den Namen, reckt er den Hals und schaut sich hoffnungsvoll um: "Tiger? Wo??"
Wer den kleine Marian jetzt auf der Koppel stehen sieht, den Blick in weite Fernen gerichtet, wird an manchen Tagen merken, dass ihm dicke Tränen über die Wangen laufen. Er weint um seinen verlorenen Freund ... 
Bleibt zu hoffen, dass es mir irgendwann gelingt, wieder einen passenden Kameraden für Marian zu finden.
Singing Tiger

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Mittwoch, 23. Mai 2012

Pressemitteilung: Aus Fremdenhass Lipizzaner einer Schriftstellerin vergiftet


Nachruf auf Tiger
Ich hatt' einen Kameraden, einen Besseren findst du nicht ...,  dieses Lied ging mir durch den Kopf, als mein armer Tiger tot im Stroh lag.  

Tiger vergiftet - Kopf und Vorderbeine zusammengebunden
Warum musste er sterben? Was hatte er den Menschen getan, außer dass er mir, der im Landkreis Ansbach so verhassten Schriftstellerin gehörte? 
Tiger vergiftet
Nur 23 Jahre durfte er das Leben genießen. Obwohl Lipizzaner sehr langlebig sind. Wie hatte er sich über den Frühlig gefreut, hatte genüsslich die ersten frischen Grashalme verspeist. Mit seinem kleinen Kumpel Marian war er vergnügt über die Koppel getobt, hatte voller Übermut Bocksprünge gemacht. 
Sein silbrig glänzender Leib mit dem mächtigen Hals hatte in der Sonne geglänzt und seine riesigen blanken Augen strahlten.
Wie freudig hatte er mich immer mit einem sanften Brummeln begrüßt. Nie konnte er es erwarten, wenn ich sein Sattelzeug holte. Er war begeistert, wenn wir über Land ritten. Ich werde nie vergessen, wie er immer zu dem großen Kran an der Thermoselect-Baustelle strebte. Der hatte es ihm offenbar angetan, er sah jedes Mal wie gebannt zu, wenn etwas daran hing und in die Höhe gezogen wurde. Er freute sich wie ein Kind, wenn er im Haundorfer Weiher herumplantschen konnte. Oder diese gelbe Shampoo-Ente, die er in der Altmühl entdeckt hatte. Er drückte sie mit dem Maul unter Wasser und machte einen Hupfer, wenn sie wieder auftauchte. Immer wieder, bis sein "Spielzeug" schließlich in der Strömung davon trieb. 
Jetzt ist er tot. Vergiftet. Sein leerer Körper mit den gebrochenen Augen liegt noch vor dem Haus. Morgen früh wird er vom Abdecker abgeholt...
Wer konnte  diesem sanften Tier mit den strahlenden Kinderaugen so etwas antun? Was sind das für Menschen, die aus Fremdenhass unschuldige Tiere ermorden?
Ich hatte zuvor schon mehrere Drohanrufe bekommen, derart: "Wenn du alte Schlampe wieder Leuten aus deinem blöden Buch vorliest, kannst du was erleben. Denk dran, was mit deinem Esel passiert ist. Jetzt ist dein dämlicher Gaul dran!"  Solche Anrufe erhalte ich regelmäßig, wenn ich irgendwo eine Lesung habe. Meist mit dem giftspritzenden Zusatz: "Nur der Herr Pfarrer darf Bücher schreiben!"
Komisch, ob diese Leute noch nie in einem Buchladen waren? So viele Pfarrer gibt es gar nicht, um die Regale mit ihren Machwerken zu füllen. In einem Kommentar habe ich ja erfahren, dass der ehemalige Dekan Heißmann im Konfirmandenunterricht gegen mich gewettert habe. Ich würde in Sünde leben! 
Das Mittelalter läßt grüßen...
Und Menschen, die wehrlose Tiere grundlos umbringen, das sind gute, brave Christenmenschen?
Na, dann besser kein Christ, wenn Tierquälerei da womöglich zum guten Ton gehört?
Eines weiß ich mit Gewissheit: Wer meinen treuen Kameraden ermordet hat, den erwartet ein schlimmes Ende. Und ich denke an die Prophezeiung, die mir ein alter Schamane in der Steppe gemacht hat. "Von denen du dich im Zorn abwendest, von denen wird das Glück weichen". Ob es vielleicht doch kein Zufall ist, dass schon mehrere Leute, die mir schaden wollten oder es getan haben, entweder qualvoll an Krebs verreckt sind oder tödlich verunglückt sind?
Mein armer Tiger hat keine Schmerzen mehr.  Er ist jetzt auf den unendlichen Weidegründen mit den klaren Wasserläufen und vielen schönen Obstbäumen angekommen.
Singing Tiger


Hochgeladen von TheMCoSSy am 19.04.2010

Der gute Kamerad wurde 1809 von Ludwig Uhland in Tübingen gedichtet, Friedrich Silcher vertonte, ebenfalls in Tübingen, das Gedicht im Jahre 1825. 

Ich hatt einen Kameraden,
Einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite,
Er ging an meiner Seite
Im gleichen Schritt und Tritt.

Eine Kugel kam geflogen:
Gilt sie mir oder gilt sie dir?
Ihn hat es weggerissen,
Er liegt mir vor den Füßen
Als wär's ein Stück von mir

Will mir die Hand noch reichen,
Derweil ich eben lad'.
"Kann dir die Hand nicht geben,
Bleib du im ew'gen Leben
Mein guter Kamerad!"








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Montag, 18. Juli 2011

Gleich zwei Bräute - Wie denn das? - Blog von Kiat Gorina

Unlängst hat im benachbarten Dorf eine Hochzeitgesellschaft gebucht - auch viele ausländische Gäste waren dabei. Ja, und plötzlich waren im Saal zwei Bräute zu sehen. Sonst gibt es ja oft den Schrei "Die Braut ist entführt!" Was war los?
War das vielleicht eine "negative" Brautentführung? Nein, da erst stellte sich heraus, dass in einem Saal zwei Hochzeitgesellschaften simultan feiern sollten. Ja, wirklich! Vielleicht hat der Wirt seinen Terminkalender verbummelt - so etwas soll ja vorkommen.

Mittwoch, 23. März 2011

Singing Tiger - Mein Lipizzaner singt! - Blog von Kiat Gorina

Heute beim Putzen hörte ich Musik im Stallradio - Tiger, der Lipizzaner und Marian, der Maulesel, mögen beide Musik. Da "sang" Lena und Marian gefiel das nicht und er fing mit einer Arie an. Und Tiger signalisierte mir: "Komm wir singen etwas anderes!"

Montag, 7. Februar 2011

Auf zur Eseljagd?! - Blog von Kiat Gorina

Heute abend wollten wir Tiger und Knopfi von der Koppel holen. Da klingelte das Telefon, mein Bär holte als ersten Tiger in den Stall. Als er wieder zur Koppel kam, wo war Knopfi, der Maulesel? WEITER

Mittwoch, 5. Januar 2011

Plauderei mit Tiger (Video) - Blog von Kiat Gorina

Mein alter Lipizzaner Tiger genießt die Plauderei mit mir in der Sonne. Es ist lausig kalt, aber er hat ein dickes Fell. . Das "Gnom, hör auf!" galt meinem Maulesel, der die Kamera untersuchen wollte ...

Heute schien die Sonne auf der Koppel und Tiger wollte seine Krauleinheiten. Ginge es nach ihm, so könnte ich stundenlang an ihm herumknuddeln. Aber Marian, der Maulesel, drängt sich dann dazwischen. Und ich? Ich hänge dann dazwischen - wie der Käse in der Semmel - und muss aufpassen, dass der Kleine mich nicht in den Hintern kneift.