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Montag, 1. April 2013

Wieso die ARGen in Jobcenter umbenannt wurden - Blog von Kiat Gorina


Es gab ja mal einen SPD-Politiker, der führte Wahlkampf, er wollte unbedingt ins Kanzleramt. Ja, einmal nachts soll er sogar an dem verschlossenen Tor gerüttelt und gerufen haben: "Ich will da rein!" Und er kam rein und wurde Bundeskanzler. Allerdings mit falschen Versprechungen:

In seinem Wahlkampf stellte er sich hin und versprach mit dem Brustton der Überzeugung: "Mit mir wird es keine Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe geben!" Und kaum war er zum Bundeskanzler gewählt, da wurden Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zusammengelegt - auf dem Niveau der Sozialilfe! Für viele Bezieher von Arbeitslosenhilfe war das sehr bitter! Und viele waren über diesen Bundeskanzler enttäuscht.

Auch ein bis dahin politischer Freund und Parteigenosse war enttäuscht. Er warf dem neuen Bundeskanzler vor: "Das kannst du doch nicht machen!" Und er zog Konsequenzen: Er schmiss den ganzen Krempel hin und wurde später führend in der aufsteigenden Partei der LINKEN! Sein Kampfspruch war stets "HARTZ IV MUSS WEG!"

Und zur Umsetzung und Anwendung der HARTZ IV Gesetze dachten sich die Politiker Arbeitsgemeinschaften aus - abgekürzt ARGE! Diese ARGEn waren so hastig konzipiert worden, dass sie gegen das Grundgesetz verstießen. Aber das machte den verantwortlichen Politikern nichts aus. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht am 20.12.2007 urteilte: Arbeitsgemeinschaften gemäß § 44b SGB II widersprechen dem Grundsatz eigenverantwortlicher Aufgabenwahrnehmung, der den zuständigen Verwaltungsträger verpflichtet, seine Aufgaben grundsätzlich durch eigene Verwaltungseinrichtungen, also mit eigenem Personal, eigenen Sachmitteln und eigener Organisation wahrzunehmen.

Quelle: Bundesverfassungsgericht

Die Politiker lösten dann diesen Verfassungsverstoß damit, indem sie das Grundgesetz änderten. Und zwar am 17.06.2010. Da wurde dem Grundgesetz einfach ein Artikelchen hinzugefügt: Artikel 91e!

Stellen wir uns das nur mal vor: Da beschließen Politiker ein Gesetz, das Verfassungsgericht stellt fest: "Euer Gesetz verstößt gegen das Grundgesetz!" und was passiert? Wird das verfassungswidrige Gesetz geändert? Nicht die Bohne! Die Verfassung resp. das Grundgesetz wurde geändert!

Was ist von solchen Politikern und von solch einer Republik zu halten? Nichts! Da geht es ja zu wie in einer Bananenrepublik! Solche Politiker sind doch nicht wählbar! Das haben sich unter der Regentschaft dieses ehemaligen Kanzlers viele Bürger gedacht und die SPD flog aus vielen Landtagen. 

Leider hatte der Volksmund wieder einmal recht: "Selten kommt etwas Besseres nach!" Irgendwann kam dann eine schwarzgelbe Regierung, die dann die Hartz IV Gesetze noch weiter verschärfte! Unterstützt von einem medialen Trommelwirbel der Springerpresse! Ich schrieb darüber: Lebenslüge dieser Republik: Alle Hartz IV Bezieher sind dumm und faul!

Und der Kampf der Politiker gegen das Grundgesetz geht weiter. Auch darüber schrieb ich: GLOSSE: Deutsche Politiker kämpfen gegen das Grundgesetz. Also, diese Republik führt sich immer noch auf wie eine Bananenrepublik!

Aber zurück zu den ARGEn. Diese "Behörden" stellten viele Bescheide aus, von denen jeder zweite Bescheid von den angerufenen Sozialgerichten zurückgewiesen wurde. Man stelle sich vor: Da gibt es Behörden, die geben Bescheide heraus. Wenn die Betroffenen damit vor einem Sozialgericht klagen, dann wird wird festgestellt, dass jeder zweite Bescheid falsch ist! Was bedeutet das? Bananenrepublik!

Das führte dazu, dass das Wort ARGE neu buchstabiert wurde: ARGE wurde von immer mehr Menschen verstanden als "Allgemeines Rechtfreies Gebiet"! Das konnten sich dann die betroffenen Politiker nicht bieten lassen. Sie unternahmen etwas! Stellten sie die tagtäglichen Rechtsbrüche in den ARGEn ab? Nein, sie änderten die Bezeichnung ARGE in Jobcenter!

Quelle: ARGe = Allgemeines Rechtsfreies Gebiet ?

Und als Jobcenter wird weiterhin die Würde des Menschen mit Füßen getreten. Ja, da wurde in Braunschweig einer Hochschwangeren das Arbeitslosengeld II sogar auf Null gekürzt:


Veröffentlicht am 13.01.2011 von LaberrhabarberPF

Die Bezeichnung "Jobcenter" ist auch wieder eine Irreführung der Bürgerinnen und Bürger. Grund: Die wirkliche Aufgabe der Jobcenter ist die Zahlung einer "Stillhalteprämie" an die Betroffenen. Ja, die Hartz-IV-Bezieher sollen stillhalten und sich vom Arbeitsmarkt fernhalten. Rahel Uhlenhoff schrieb:

Während Hartz IV die Hartz-IV-Empfänger wie mit einer Stillhalteprämie aus dem Arbeitsmarkt heraushält ...

Quelle: Rahel Uhlenhoff - Pladoyer für ein bedingungsloses Grundeinkommen


Der Nutzer krisenzirkus lud ein Video mit Lisa Fitz mit ihrem Lied über die neue Armut hoch und schrieb: "Armut hat viele Gesichter, nur eines nicht: von Merkel das coole Gesicht." Lisa Fitz serviert einen bissigen Weckruf für alle Politiker, die sich längst vom Volk entfernt haben.


Veröffentlicht am 30.03.2013 von krisenzirkus



Dienstag, 2. Oktober 2012

Harry Potter hätte es vielleicht nie gegeben ... - Blog von Kiat Gorina


... wenn J. K. Rowling in Windsbach lebte. Auf diesen Gedanken brachte mich eine Freundin. Sie ist totaler Harry-Potter-Fan, und sie hat mich hier besucht. Sie schwärmte von J. K. Rowling, und wie diese es geschafft hat, als Sozialhilfe-Empfängerin so ein tolles Buch zu schreiben! 

"Stell dir vor, sie hat es in einem Cafe geschrieben, weil es in ihrer Wohnung zu kalt zum Schreiben war!", jubelte Karla. Ich gebe zu, ich habe die Bücher nie gelesen - aber  das Gleis 9 3/4 gefällt mir sehr. 

"O je, gut dass sie nicht hier lebt". rutschte es mir heraus. 

"Wieso?" schnappte Karla, sie witterte einen Angriff auf Frau Rowling. 

Ich musste lachen: "Guck mal hier, das ist doch ein nettes Café, oder?" Zögernd nickte Karla. Sie wusste nicht, worauf ich hinaus wollte. 

"Ich habe auch mal versucht, da drin einen heißen Kakao zu trinken. Ging aber nicht, ich Fremde wurde einfach nicht bedient. Und wer in so einem Cafe nichts bestellt, landet sehr schnell draußen vor der Tür. Da wäre es nichts mit Schreiben ..." 

"Vielleicht warst du ein Einzelfall, oder die Bedienung hat dich einfach nicht gesehen?" 

"Nö,ist kein Einzelfall. Das habe ich auch schon von anderen gehört, die da was kaufen wollten." 

"Aber dies Café wäre nicht der einzige Stolperstein. Erinnerst du dich an das Theater mit dem Dekan Heißmann, der mir gleich in allen kirchlichen Räumen Hausverbot erteilt hat?" 

"Der deine Lesung im RPZ in Heilsbronn verboten hat? Warum eigentlich?" leseprobe, hörprobe, 

"Tja, das frage ich mich auch. Dass auf Sterndeuterei die Todesstrafe steht, hat er mir ja angedroht. Mensch - stell dir mal die vielen Leichen vor. In jeder Frisörzeitschrift und in jedem kleinen Käseblättchen steht doch ein Horoskop. Da hätten sie aber viel zu tun, die ganzen Horoskopschreiber um die Ecke zu bringen." 

"Aber sag mal ...", hier kam Karla ins Stottern, "was steht denn in deinem Buch drin? Ich habe es nämlich nicht gelesen, ääh, weil ..." 

Hier musste ich schon wieder lachen: "Och, da bist du nicht die Einzige. Stell dir vor, mein eigener Vater bekam das Buch von einer Bekannten geschenkt. Und was macht er? Sperrt das Buch in der Sparkasse in sein Tresorfach. Wahrscheinlich hat er sich darin selbst erkannt ..." 

"Ja, aber was steht denn so Gefährliches in dem Buch? Zaubersprüche? Ritualmorde? ...?" 

"Nichts dergleichen. Einfach nur über mein Leben in der Mongolei. Klar, so Sachen wie mit dem Treibsand oder als mich die Kameltreiber abstechen wollten, stehen da auch drin. Da ist nichts Teuflisches dran, da waren die Sitten eben rauer.

"Und jetzt überleg mal, wenn so eine junge Frau etwas über Zauberinternate und böse Magier schreibt. Da wäre der Dekan bestimmt ausgerastet. Das hätte ein Gekreische gegeben. Womöglich hätte er versucht, Frau Rowling auf dem Scheiterhaufen verbrennen zu lassen." 

Wir kamen zu dem Schluss, dass es gut ist, dass J. K. Rowling in Großbritannien wohnt. Sonst wären die Harry Potter Bücher vielleicht nie veröffentlicht worden ...

Wer mein Buch nicht kennt, kann ja in die Leseprobe schauen. Und wer etwas Teuflisches finden sollte, möge mir das mitteilen. Damit ich endlich weiß, wieso der Dekan mein Buch verhindern wollte!


               Die Schamanin die keine sein wollte - PROLOG
Hochgeladen von KiatGorina1 am 14.06.2011

Dieser Dekan hatte mir sogar Hausverbot erteilt - für alle kirchlichen Räume in seinem Dekanat! Und sogar für einen Raum, für den er nicht zuständig war - das stellte sich erst später heraus. 

Ich schrieb diesem Dekan sogar einen offenen Brief - erhielt nie eine Antwort darauf ...
besucherzhler

Samstag, 5. Februar 2011

GLOSSE: Wie rede ich ein Jobwunder herbei? - Blog von Kiat Gorina

Mit Leiharbeit? Wie der Gesetzgeber es zu nennen pflegt? Was heißt eigentlich "Leiharbeit"? Irgendwie ist das ein komisches Wort. Wenn ich an "Leihauto" denke, dann ist das ein Auto, das mir nicht gehört, das Auto habe ich geliehen. WEITER