Dienstag, 5. Februar 2013

Tod beim Faschingsumzug - Was ist ein Menschenleben wert? - Blog von Kiat Gorina


Wolframs-Eschenbach ist vielleicht einigen bekannt. Oder das mittelalterliche Epos Parzifal - vom Dichter Wolfram von Eschenbach. Und in deisem Städtchen sollte gestern ein Faschingsumzug stattfinden. Sogar aus dem Schwabenland reiste eine Gruppe von Musikern an um teilzunehmen. 

Die Akteure hatten sich bereits auf dem Platz vor dem Rathaus versammelt. Da passierte es: Ein Mitglied der schwäbischen Musikergruppe brach zusammen. Sofort kam der Rettungsdienst - allerdings zu spät - er konnte nur den Tod feststellen. Betroffenheit machte sich breit.

In knapp einer Stunde sollte der Umzug beginnen. Es wurden Gespräche geführt - mit den Mitgliedern der Musikergruppe und mit dem Bürgermeister. Ergebnis: Der Umzug fand dennoch statt. 

Quelle: Radio 8 Tödlicher Zwischenfall vor Faschingsumzug


Als ich das hörte, da fragte ich mich: Was ist heute ein Menschenleben noch wert? Da stirbt plötzlich und unerwartet ein Mensch und trotzdem wird der organisierte Frohsinn fortgesetzt. Sicher, der Umzug ist lange geplant und vorbereitet worden. Aber da stirbt ein Mensch. Können wir einfach darüber hinwegsehen? 

Ist der Profit wirklich wichtiger als der Respekt vor dem Toten? Wie weit ist diese Verrohung der Menschheit schon fortgeschritten? Wie können Menschen angesichts des Todes noch ausgelassen und fröhlich sein?

Ein weiterer Fall für die Verrohung der Menschheit.

Wäre es wirklich nicht möglich gewesen, den Umzug kurzfristig abzusagen und auf einen anderen Tag zu verschieben? Aus Repekt vor dem Toden, den Hinterbliebenen und den Trauernden!

So wird dieser Tod und die Reaktion der Veranstalter diesem Städtchen wenig Glück bringen ...


Hochgeladen am 07.09.2008 von gusbara

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